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Bericht der Großloge für Deutschland · 1915-01-01 · Nr. 1 - Januar · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1915
Issue
Nr. 1 - Januar
Date
1915-01-01
Page
[Seite] (sequence 15)
Language
German
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auf die Darle Wesenstnerkmale sachlich ung der beider eigentlichen unte schiedlichen Religionen beschränken. Mit r Ruhe, aber auch mit allem berechtigten Freimute r Verfasser ans werk. Vornehm |und leiden geht d schaftslis bemüht er sich] dem Chrisientun gerecht zu werden, frei von dem Wurtache, es anzugreifen oder das Verdien» herabzusetzen,, das Millionen durch seinen Ein fluB Be! eligung finden und empfinden ließ. Unter dieser Voraussetzung darf er sieber sein, Interesse .zu erwecken. Denn sojgefaßt kann diesesj Thema unmöglich allein d< n Kundigen-, den Theologen-oder den forscher von Fac i beschäftigen. Das Büchlein führt uns sogleich au das Zentrum, von dem au! die auseinderstrebenden Quellen ihren Ausgang nehmen, und übergeht die tragen, über die eine Debatte weder i ötig noch fruchtbringend wäre. Zwischen den einzelnen Bekenntnissen der christlichen Religion.mögen tiefe Gegensätze klaffen, aber bis hinein In den freigerichtetenPiotestantismus mit seiiienUmde.nttingen vonGlaubenssätzen bleiben doch die unantastbaren Dogmen, auf denen die Gesi hlossenheit des Christentums' sich aufbaut. Es ist ein s ihr glücklicher Gedanke, die-Betrachtung anwiese Anschau mg zu knüpfen und ihr die Geschlossenheit der indischer Religionsauffassung gegenüber zu stellen. Au der Lehn vom M e n s c Ii e n scheiden sich die Geister. Das Christen'um verkündet die! E r b s ü n d e*, die mit dem ersten Geschlecht ins Leben tritt. Das Judentum läßt den Sterblichen frei und unflerührt von Schuld aus der Hand des Schöpfers hervorgehen;' Durch diese Ijehre steigert es sein! sittliches Gefühl der Verantwortung; zu höchster Kraft, ruft es zu voller harmonischer Entfaltung alle seine Gaben, j ibt es der Religion | und dem Leberf ihre Rechte am Meuchen. Ist die Sünde dem Judentum etwas Vorübergehe nies,'das getilgt'und überwunden werden m'uß, so ist']»e Idem Christentum geradezu ein Zentralpunkt, um den lieh wesentlich seine Lehren kristallisieren, Sie nimmt ir seinem Empfinden und Vorstellen einen unverhältnismäßig breiten Raum ein, dessen Erhst gewiß jnicht verkannt Leiden soll. Aber sie drangt zu dem Glauben, daß |dasj H4il nur ruht in der Gnade Obttes, nicht aber auch in d^r tätigen Mitwirkung des einzelnen, was wiederum dem Judentum wesentlich ist. Die Passivität des einen und diel Aktivität des andern zwingen aber auch zu einer grundverschiedenen Bewertung der Kultur. Das Leben beherrschen durch die Religion, lehrt nur'dasjudenmm, das sich frei weiß von jeder Weltflucht, vönkjeder Wcltverni triung, von jedem Zwiespalt und jedem inneren Widersprich, der daraus erwachsen müßte. Das Christentum bedarf der Erlösung, und es-gewährt sie nur durch ein n Mittler;, durch den Opfertod Je! u, durch die' Meilstatsacben, die in den Sakramenten al i Selbstzweck sinnenfillg wirken und,durch ihre geheimnisvolle Sprache oder Absi :ht der Erneuerung und Heiligung des Lebens vorirbeiten wollen. Diese Botschaft istdem Juder tum durchaus wesensfremd, es verlangt nach fener Versöhnung, an der zwei mitwirken, ein Oott in seiner Gerechtigk:it und Gnade und Liebe und ein Mensch, der reuig büßend um Vergebung ii i mittel bar an seinen Oott sich windet" und dadurch seinen Willen nach Selbstheiligung und Vervollkommnung vertieft. Der Tag der Versohl ung ist ihm l.lt•■' ." ■ 7 ' Elf'. U - ■ (farlirrj d i ergreifendste Feier, die ejne Religion ersinnen lonnii.!5o steig« r; das Judentum die sittliche Kraft deiV- Meischei empor ,nnd pifanzt ihm die Hoffnung ein auf eim: i!eil der Zucnnft. in der das gleiche Ziel alle .Welk', currhdririt und teieelt. Der messianische i Gedanke des lad;ntunj<i, dieser unverwüstliche Glaube an]den sittli<hen■ 1ulstieg jcles Menkdnengesohlechts, diese trbbe Botschaft, -car Lebeijiäbejahuiigi, kann nie sich abscWieftlnd vpllenien, vätirendi m Christentum die Erscheinung einej-finze'nen'-. F eisöiilicnkeit als :i;i-für allemaf abgeschlossenes Ereignis sei tegr:ift. Hier scheiden sich abermaks tiefgrei end die Rtligijonen. In den Mittelpunkt der jüdischen Lehre kinn [nie eine c nzelne Persönlichkeit treten wie im Ch istintum, und jsci sie noch so sehr alles, Irdische überi r; gsncl^Mie Christes. Das Judentum bewahrt sich j so vor* 4 jegichjer Erstarrung seiner Lehrmeinungeh | und lebt des CUubens den schon seine alten Weisen absgejjprochen, , dil köin|(jeschlecn( cfhne bedeutsame Männer führerlos d ilintieibl. Das Juientum ^cnnt*keine Kirfche," die allein^ fiel und^eligkeit zufvergeben hat, der Beiriff Synagoge hit sie ii 4 e zu dieser Anschauung verengt,-! so wenig wie d; s Judentum das Gesetz jje als eine Lasi oder Fesse! einjfurldeii hat, Sondern,, als! eine Anleitung ziir sittlichen E r porsteigerung des einzelnen,*" zur Ahnun£ der Ooites-. ni 1 e. j ur Erwirkungj der Gotlesgemeinschafi. . Ahj diesem Vi eietbe ] festzuhal en um unsertwillen „;ind ujn der Menschheit willen, das ist unsere Aufgabe. . '■[]'- Indimihvir Gerechtigkeit gegen andere üben, begreifen w 1 den hohen Werl, unserer Religion, >iyie wundem Büchlen Dienemanns entnehmen. Das Werkchen' isft leichtfa : lieh juhjql verständlich gehalten, im bestef SiAne volkstüilicb geschrieben Nun ist es notwendig, daß? es weniger I er oben ^nd desto mehr gelesen wird,.'zuma.1 Von uen Gi bildeten,'unter «rs. Das Judentum wrdr.mui »cht, hc :hmi|tig abtun, wenn man es eüimäl >vgn sp h:>her Wirte aus durcji unbefangene, "leidensc läftslofce Verglticiung mit dein Christentum schätzen werten und he >en lecn|t. Darum, meine jungen Freunde! lesetrrist tin I nachdenklich Dienemanns Buch. ■ Es hai Eu£h vijel j zu sagen. Irrende w rd es leiten, Schwankende aufaic jten, * un 1 derl Einsichtige wird! es einsehen.'] T "t f'tl , Orelli, Conrad von. AltgerneW Religior sgesc lieh». I 2. Auflage in zwei Bänden von .Markts, ES. 1 w(ber, Bonn. 1*02.1 *•: Das Interesse für Religipnsgeschicht'e ist in denj <le Izten ] J»l rzelinten in so errjeblic lern Maße'gewachsen, dal .wir jejcle wissenschaftliche Bereicherung aui ciesem Gebiete mil Freüdej begrüßen müssen. Denn die geistige Hohe 1 um denj sittlichen Wirt unserer Religion und ihre E rtzig- artigkeit erkennen wir erst, recht, wenn w r sie an den' an: eren Religionen messen und mit ihnen verglei :hen. so wird uns der weitfc Abstand klar, i 1 dem Sie alle, höchsten unter ihnen, von dir Religion d^r der Religion Israels, stehen. .Eine1 solch: Bore cjherung der wissenschaftlichen Erkerintnis' stellt auch das Ist ph 0 WI Te eUn, fai ser von höchste Religion darstelle, ob er auch letz en Endes g« wfisse 15 apologetische hier besprochene Werk dar. Denn ob auch der vor Verkurxm 'als Theologi'eprqfcssor in Basel verstbrbeöie der Ansicht ausgeht, daß das'Christentui 1 die Tertäejiz oder derein Wirkiin j rm ";-J ' h eine

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