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Bericht der Großloge für Deutschland · 1914-12-01 · Nr. 10 - Dezember · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1914
Issue
Nr. 10 - Dezember
Date
1914-12-01
Page
[Seite] (sequence 11)
Language
German
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I Flüchtlinge aus Antwerpen, Löwen und Lüttich schwere Pflichten erwuchsen. Wohltuend berühren in demXß^ericht aus London die. Worte: „O, dal; ein Fluch vom Himmel auf die Kriegsanstifter falle?" Der Londoner Korrespondent, Br. Dr. Epstein; weiß sehr wohl, daß bliese Verwünschung in erster Reihe seine eigenen Landsleute, voran Sir Edward Grey, trifft! Br. Dr. Epstein erzählt ergötzlich, wie die Bewohner des Londoner East End beim Ausbruch des Krieges plötzlich ihre — englische Nationalität entdeckten, und wie sich Hoffmann in Codrington, Schloß in Castle, Gunzenhauser in Gee, Schacht in Dent und Rosenzweig. in Rose verwandelte. Im Verlaufe seines Berichtes macht der Referent aus London den Vorschlag, künftighin nach Art der deutschamerikanischen Auslauschprofessoren zwischen Amerika und England Rabbiner, Lehrer, Studenten, Logenpräsidenteh und andere führende Persönlichkeiten auszutauschen, eine Einrichtung, die später auch in und mit anderen Ländern versucht werden möge; den Orden fordert Br. Dr. Epstein auf, diesem Gedanken näherzutreten und ihn einst in die Tat umzusetzen, einst, „wenn des Krieges Stürme schweigen". Inzwischen entbietet die London-Loge mitten hinein In den Kanonendonner des Schlachtfeldes und das Zerstörungswerk der Seemirjen allen ihren Brüdern, „auch denen in Deutschland und Oesterreich", ihren Gruß mit den lrästlichen Versen aus Goethes „Westöstlichem Divan", die unser verewigter Br. Siegmund Bergel in seihen Redin im Auslande anzuführen liebte: „Gottes ist der Orient, „• Gottes ist der Okzident. ' Nord- und südliches Gelfinde Ruh'n im Frieden seiner Hände." Dieser Br. Bergel ist nicht vergessen. Keine Veranstaltung der Logen des Morgenlandes vergeht, in der nicht seiner ehrend gedacht wird. So nahm die Erste Großlogentagung des 11. Distrikts (Türkei) ) eine Entschließung an, in der sie ihres verstorbenen Gründers pietätvoll gedenkt und diese Kundgebung der treuen Anhänglichkeit seinem in Berlin lebenden Sohne, Br. Max Bergel von der McAitefiore-Loge, über-, mittelt. Bei dieser. Tagung, welcher die Anwesenheit des Oberrabbiners der Türkei, Haim Nah um E f f e n d i, sowie des amerikaniscjflMi Botschafters, Br. Henry Morgenthau, eimSwesonders festlichen Glanz verlieh, stellte Br. Rabbiner Hedjerano ausdrücklich fest, daß der jahrzehntelange Kampf ') Vergl. auch den Bericht über diese Tagung im Monatsbericht 1914 Nr. S S. 12S. 0| nun Ii loser Jan zwischen lande Orden gruppen] können. Des berichte mit einem zugeben von dem Ka tritt der einem F tischer en handels religi die und ein Zeit. D Br. M o reise zu in ged und in daraus Judenturhs Missionen Mit Frage d sehen der Reg somit zi Loge das mit in möglich Rücks •gegen Jahrhui dessen L unter e Oberhaupt von Sal Jerusale in und dieselbe sorgung h;it der — «57 — den Aschkenasim und Sephardim im Mörgenmehr sein Ende gefunden hat, und daß der . B. den Boden bildet, auf dem beide Volksfriedlich und ersprießlich zusammenarbeiten Weiteren beschloß die Tagung, „Monatsderl 1. Großloge", und zwar in französischer. Anhange in hebräischer Sprache, heräus- Ferner wird-die Großloge die Errichtung Konsumvereinen in der Türkei begünstigen sowie astrophenfonds zunächst bis zum Zusammen- Konstitutionsgroßloge 1915 eine Steuer von ranc pro Kopf zuführen. An Werken prak- Nächstenliebe trifft die Großloge nunmehr tschiepene Maßregeln zur Bekämpfung des Mädchenin Konstantinopel sowie zur Verbreitung von Kultur unter den Juden des Morgenlandes: Ejrithtung eines Rabbiner-, eines Lehrerseminars :r Präparandenanstalt ist nur eine Frage der ie Anregung hierzu geht von dem Gesandten r g e n t h a u aus, welcher auf seiner Orientseinem Erstaunen wahrnahm, daß viele Juden kenloscm Befolgen der herrschenden „Mode" unglaublicher Verblendung gegenüber den erwachsenden Gefahren für den Bestand des ihre Kinder in die Schulen der.christlichen Schicken! lebhaftem Eifer behandelte die Großloge die;r Juden in Saloniki, die durch den griechi- Boykoit und infolge der feindseligen Haltung ierung in ihrem Erwerb sich arg bedroht und r Auswanderung genötigt sehen. Die Salonikibereits ein Auswanderungsamt geschaffen, den Einwänderungskomitees in den Städten Verbindung steht, wo eine jüdische Einwanderung und wünschenswert ist. Bezeichnend für die cr|tslosigkei(, mit der die griechische Regierung ie Juden vorgeht, ist die Aufhebung des erte alten Oberrabbinats in Saloniki und nterslellung unter das Athener Rabbirjat, also i|ne ganz junge Gemeinde, derei,i geistliches. ein — Kantor ist! Der bisherige Oberrabiner oniki gedenkt seinen Wohnsitz künftig in aufzuschlagen. Berichtszeit haben auch Tagungen des zweiten sechsten Distrikts stattgefunden; auf beiden wurde Frage behandelt, nämlich die geistliche Ver- und die religiöse Unterweisung der in den Besserungsanstalten und Gefängnissen untergebrachten jüdischei Jugend, durchweg aus den Kreisen der

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