Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1914
- Issue
- Nr. 8 - September
- Date
- 1914-09-01
- Page
- [Seite] (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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durch sie hell beleuchtet, sondern auch das Gefühlsleben des Menschen Spinoza, sein- Wollen und Empfinden, wird uns unbeabsichtigt, darum umso zuverlässiger enthüllt,1 so daß wir sowohl den Ausspruch Goethes verstehen können, der diesen Briefwechsel „das interessanteste Buch" nennt, „das man in der Welt von Aufrichtigkeit und Menschenliebe lesen könne", als auch die geradezu enthusiastische Liebe und Verehrung, die der Philosoph am Anfang des 19. Jahrhunderts bei Männern wie Jakobi und Schleiermacher gefunden hat. Für den jüdischen Leser hat die Lektüre dieser Briefe aber noch einen (besonderen- Reiz, weil sie ihm, vielleicht deutlicher noch als die Hauptwerke, zeigen, daß Spinoza nicht nur die Anregung zu einigen grundlegenden Gedanken seines Systems, sondern auch das Beste und Schönste an seinem Charakter und seiner Gcfühlsweise dem Judentum verdankt. — Zeigen uns die Briefe Spinozas den Menschen und Denker, wie er sich seibst der Welt darbot, wie er war, so führen litis die sechs Lebensbeschreibungen, die teils von Zeitgenossen, teils von Männern stammen, die dem Philosophen zeitlich nahe standen, das Bild vor Augen, in dem er seinem eigenen und dem ihm folgenden Zeitalter erschienen ist. Sie bieten uns alles Wissenswerte über die Lebensgeschichte und Zeitverhältnisse Spinozas. bilden aber auch, für sich betrachtet, durch ihr Urteil über den Philosophen und durch ihre persönliche Stellungnahme zu seiner Philosophie einen interessanten und wertvollen Beitrag zur Kulturgeschichte jener so bewegten und bedeutungsvollen Zeit. Schon früh hat sich dem Leben dieses ungewöhnlichen Mannes die Aufmerksamkeit der Mitmenschen zugewandt, die bald mit Bewunderung, bald mit Abscheu und Entsetzen zu seiner atheistischen Philosophie aufschauten. Es ist gewiß das glänzendste Zeugnis iür den Charakter Spinozas, daß selbst diejenigen Biographen, die ihm als die schärfsten Gegner gegenüberstanden, die Makellosigkeit und Reinheit seines Lebens anerkennen und rühmen. — An die Lebensbeschreibungen schließen sich Aeulierungen Spinozas an, die uns teilweise sehr berühmte Zeitgenossen überliefert haben. Zu diesen gehört kein Geringerer als der große deutsche Philosoph Leibniz. Den Schluß des Buches bildet eine Zusammenstellung aller auf das Leben Spinozas bezüglichen Urkunden sowie Anmerkungen zur Erklärung des Textes sowohl •als auch sachliche Erläuterungen in gründlicher und gediegener Bearbeitung. Die Sprache des Uebersetzers- »st schön und fließend und verdient, ebenso wie die gute äußere Ausstattung beider Bücher, ganz besondere Anerkennung. Dr. Holzer-Worms. Aus dem Gedächtn Seit unseren letzten Angaben hatten wir den isbuch der Großloge. Tod folgender Brüder zu beklagen. Es starben: 50. Am 25. April 1914 Br. Ernst Blumenthal, Mitglied der Germania-Loge in* Halle a/S. seit dem 14. Januar 1905, geb. den 6. August 1872 in Halle. 51. Am 28. April 1914 Br. Simon Mosler, Mitglied der Germania-Loge in Halle a S. seit dem 13. Januar 19Q0, geb. den 13. Februar 1855 in Rvbnik. 52 Am 20. Januar 1914 Br. Albert Adler, Mitglied der Germania-Loge in Hall; a S. seit dem 12. Oktober 1907, geb. den 20. Januar 1866 in Gollassowitz. 53. Am 1. März 1914 Br. Adolf Bachmann, Mitglied der Steinthal-Loge in Hamburg seit . dem 13 Juni 1909, geb. den 27. Mai 1855. 54. Am 13. März. 1914 Br. Leopold Enoch, Mitglied der Steinthal-Loge in Hamburg seit dem 2.Februar 1911, geb. c'en 11.Dezember 1S58. 55. Am 6 Juli 191- Br. Max Schalscha, Mitglied der Concordia-Loge in Kattowitz O/S. seit dem 6. Mai 1896, geb. den 18. August 1855 in Kattowitz. 56. Am 4. Juli 1914 Br. Expräsident Bernhard Cohn, MjjgLed der Lessing-Loge in Breslau seit dem rtTOktober 1885, geb. den 30. Oktober 1839 in Graetz. 57. Am 4. Juli 1C14 Br. Leopold Borower, Mitglied der Lessing-Loge in Breslau seit dem 3. März 1887, geb. den 17. August 1852 in Reichenau. 5S. Am .4 Juli 1914 Br. Hugo Weiss, Mitglied der MaimonidesLoge in Nürnberg seit dem 1. Januar 1910, geb. den 18. September 1877 in Wien. 59. Am 2. August 1Q14 Br. William B. Levy, Mitglied der Montefiore-Loge in Berlin seitdem 2. Juni .1908, geb. den 26. Juni 1869. 60. Am 27. Juli 1914 Br. Emil Schwabacher, Mitglied derFranken-Loge in Würzburg seit dem 27. März 1898, geb. den 1. September 1,850 in Heidingsfeld. 61. Am 1.3. Juli 1914 Br. Gustav Gerson, Mitglied der .Montefiore-Loge in Berlin seit dem 25. April 1904, geb. den 2. Juni 1861 in Strelno. 62. Am 30. Mai 1914 Br. Fedor Schönheim, Mitglied derjacob Plaut-Logein Nordhausen seitdem H.April 1907,geb.den27. Dezember 1845 in Bleicherode., 63. Am 23. Juli 1914 Br. Isaac C. Weill, Mitglied der Frankfurt-Loge in Frankfurt a/M. seit dem 13. November 1902, geb. den 28. Septemoer 1849 in Kippenheim. 64. Am 25 Juli 1914 Br. Fedor Schaeffer, Mitglied der Friedens-Loge in Ratiborseit dem 17. April 1898, geb. den 11. Februar 1869 in Rybnik. , < 65. Am 9. Juli 1914 ,Br. Michael M. Lieberg, Mitglied der Sinai-Loge in Cassel seit dem 10. Januar 1889, geb. den 4. April 1848. 66. Am 11. August 1914 Brfjulius Fürstenberg, Mitglied der Berthold Auerbach-Loge in Berlin seit dem 24. Oktober 1904, geb. den ' 27. April 1849 in Neustadt i. Westpr. 67. Am 4. August 1914 Br. Hermann Weinstein, Mitglied der Gotha-Loge in Gotha seit dem 4. Oktober 1913, geb. den 1. August 1884 in Eschwege. Beiliegend; „Wegweiser No. 5, 1914." Verantwortlich fflr den Inhalt: Dr. E. Finkel, Berlin, Kleiststraße ta —Druck: Max Cohn, Berlin SW. 68, Hollmannstr. lo.