Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1914
- Issue
- Nr. 8 - September
- Date
- 1914-09-01
- Page
- [Seite] (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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nis, eine Frivolisierung der Bekenntnistreue und des Beamteneides auf die Verfassung, welche die Gleichberechtigung den religiösen Gemeinschaften verbrieft hat". Aber Cohen will nicht bloß als unerbittlich gerechter Kritiker die Schäden unseres Zeitalters bloßlegen, er will auch den Weg weisen, wie der Reizsamkeit der Gegenwart ein Ende gemacht und ein wirkliches Größerwerden der Menschheit herbeigeführt werden kann; mit prophetischem Blick ahnt er diesen Weg in dem geistigen Wettstreit des festen Stammes moderner Geister, der als Endziel nach seiner unerschütterlichen Ueberzeugung zum Sieg des' m e s s i a n i s c h e n Monotheismus führen muß und wird! Wenn wir dieser Ansicht unseres großen Bruders zustimmen — und wer unter uns würde nicht freudig einem solchen Endziel zujubeln — dann ist es gerade u n s e r",-der~Söhne Israelsdes Gotteskämpfers, Ureigene Aufgabe, an diesem geistigen Wettstreit intensiv teilzunehmen. Die Kerntrupple dieser Streiter muß sich, wenn wir, Bnei Briss, nicht bloß eine Vereinigung sein wellen, die ihren Zugehörigen Güter äußerer Art oder wenigstens - minderen Wertes"zuführen wrll, in unserem geliebten Orden z u s a m m e n f i ri~d e n! In unseren Logen muß zunächst für die Ve.rtiefung unseres heiligenErbguts in unserer eigenen Mitte kraftvoll gearbeitet werden; gegenüber der fortschreitenden Assimilation, der wir als Bürger unseres Vaterlandes in geistiger, ästethischer und sozialer Richtung bewußt zusteuern, muß ein jedes Mitglied unseres gefebten Ordens mit dem Wesen und Kern des uns iriigtnen köstlichen Besitzes, den erhabenen L e h r-.e n u n d d e m , Z u k u n f t s i d e a 1, das die Religion uns ^eröffnet, nicht nur eingehend bekannt gemacht, sondern auch angeregt werden, die in diesem Besitz liegenden Werte,, aberauch die Verpflichtungen, zu benutzen und zu üben und hierdurch sich in seiner Lebensführung wie in 'seinem Schaffen zu einer m o.g 1 i c h s | sittlichen Höhe emporz u r i n g e n. Bei solchem Tun wird der Ben Bnss dem Orden, dem er angehört, Schmuck und Zierde werden und durch sein vorbildliches Leben auch dazu beitragen, die Besten unter den Glaubensgenossen auf die segensvolleQueJle.aus der er unablässig schöpft, aufmerksam zu machen und sie auf sie hinzuweisen. So kann und wird unser geliebter Orden der ihm zugedachten Aufgabe immer näher kommen, der Mittelpunkt des Stammes edler Geister zu werden, alle Kräfte immer mehr und mehr in seine Kreise zu ziehen, eine immer wachsende Zahl mit den hehren sittlichen unvergänglichen Idealen unserer Religion zu erfüllen und so im Laufe der Zeiten das Ziel herbeiführen zu helfen, wo der eine, einzige, unvergleichbare Gott anerkannt wird von allen Bewohnern des Erdenrunds! Möge sich ein jeder unserer Brüder bei dem heranbrechenden neuen Jahre mit diesem Gedanken erfüllen, möge das neue Jahr allen die Kraft des Körpers und die Frische des Geistes verleihen, die ihnen verliehenen Gaben nach diesem Ziel „zu betätigen. Aus dem Büro der Großloge. Zu dem in der Mai-Nummer gebrachten Artikel von Br. Dr. Paul Simon-Mainz „Religion und Politik in der Loge" haben wir eine Reihe von Einsendungen bekommen, über die wir nach Abschluß der Diskussionen später berichten werden. Jüdische Bewerber für landwirtschaftlichen-Betrieb. Der Verband der Arbeitsnachweise der Großloge hat an die jüdischen Zeitungen*) folgende Notiz mit der Bitte um Veröffentlichung gesandt, der in dankenswerter Weise entsprochen ist: . .- ' - Bei den zunehmenden Schwierigkeiten, denen die jüdische Berufswahl unter den heutigen Zeitverhältnissen ausgesetzt ist, ist seitens des Verbandes der Arbeitsnachweise der Großloge für Deutschland an eine große Anzahljüdischer Gutsbesitzer dk Anfrage gerichtet worden, ob sie geneigt wären, in ihren Betrieben — und zwar sowohl in landwirtschaftlichen als häuslichen — jüdische Bewerber für gehobene wie untergeordnete Stellen anzunehmen. In Frage kämen Eieven, Inspektoren, Portiers, Wächter, Erzieherinnen, Stützen der Hausfrau, Vorleserinnen, Dienstmädchen etc. Eine Anzahl der angefragten Gutsb-sitzer hat bereits bejahend geantwortet. Von einigen Gutsverwaltungen ist der Wunsch ausgesprochen worden, ihnen geeignete jüdische Eleven zu empfehlen. Der Zweck dieser Zeilen ist nun, jüdische junge Leute auf die vorliegende Situation aufmerksam zu machen und, sofern sie Interesse für die Landwirtschaft haben, sie zu veranlassen, ihre Namen bei dem Verband der Arbeitsnachweise der Großloge für Deutschland, Berlin W. 62, Kleist- * "> *) vor Ausbruch des Krieges (Anm. d. Redaktion) — 126 —