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Bericht der Großloge für Deutschland · 1914-09-01 · Nr. 8 - September · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1914
Issue
Nr. 8 - September
Date
1914-09-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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antwortet, daß er „herzlichst für das hochherzige Anerbieten dante und das Angebot sehr gern annehme". Die Schwestern sollen voll ausgerüstet spätestens am 15. August dem Marinesanitätsamt in Kiel überwiesen werden. Die Ferienheime unserer einzelnen Logen sind zum größten Teil ebenfalls dem KriegsminiSjter zur Verfügung gestellt worden. Der V er band der Arbeitsnachweise hat durch ein Rundschreiben aufgefordert, namentlich den zurückgebliebenen Frauen und erwachsenen Kindern der ins Feld gezogenen Krieger eine gewinnbringende Beschäftigung nachzuweisen. AusdenTagesblättern werden Sie entnommen haben, dal) die Großloge dem Roten Kreuz =000 M. uberwiesen hat. Da werden gewiß manche fragen, 'warum einen verhältnismäßig so kleinen Betrag. Die Antwort, sie ergibt sich von selbst aus dem Umstände, dali die üroliloge keine Fonds besitzt, sondern nur Verwaltungsorgan ist. ' - Sfe hat freilich 2 Fonds im Gesamtbeträge von über 16U00 M, darunter den neugebildeten Katastrophenfond in Höhe von etwa S00O M. Sie erinnern sich, dali dieser Katastrophenfond gebildet wurde auf Anregung unseres Ordenspräsidenten für katastrophale Ereignisse Man hat sicher damals an katastrophale Ereignisse innerhalb der Gesamtjudenheit gedacht. Aber wir glauben, eine größere Katastrophe für dje deutschen Juden kann es nicht geben als den Ausbruch des gegenwärtigen Krieges, und darum soll man auch nicht ängstlich fragen, obdieVerwendungzulässigist oder nicht. Aber wir haben diesen Fond nicht /erschöpfen wollen, einmal, wert wir fürchten, daß durch die längere Dauer dieses Krieges, auch später noch Ansprüche allgemeiner Natur an uns gestellt werden, dann aber auch, weil wir Beträge zürückbehalten wollen, wenn einzelne Logen" unvermögend sind, den Familien der ins Feld gezogenen Brüder ausreichend zu helfen, und' sich an uns wenden. Damit komme ich auf den W unsch der Großloge, auch den Logen zu empfehlen, sich von Begeisterung bei allen ihren Beschlüssen leiten zu lassen, nicht ängstlich bei Bewilligungen von Beiträgen für die allgemeinen Zwecke zu sein, aber doch immer noch'am Ende aller Enden nicht zu-vergessen, daß auch heilige Verpflichtungen für die Logen entstehen weider, für die Familieirder in den Krieg gezogenen Brüder zu sorgen. DatTtn verlassen wir unseren bisherigen Grundsatz keineswegs, „nichts für i rs, sondern alles für die Gesamtheit zu tun". Wir von der Großloge sind der Ansicht, daß wir mit solchen Maßnahmen wahrhafte Zwecke für das Wohl des gesamten Vaterlandes erfüllen. Wir stärken das Vaterland, wenn wir die Familien der ins Feld gezogenen Brüder vor Not bewahren und sie so stellen, dass sie die allgemeinen Unterstützungsfonds nicht in Anspruch zu nehmen brauchen, und wir sind ganz gewiß im höchsten Gräde vaterländisch tätig, wenn wir den Mut unserer im Felde befindlichen Brüder durch das Bewußtsein stärken, daß ihre Eltern, ihre Frauen, ihre Kinder in der Heimat liebende Brüder haben, die sie nicht verlassen und deren Net sie steuern. Br. Maretiki hat es übernommen, Sie mit den Beschlüssen bekannt zu machen, die bereits von dem Komitee für die gemeinsamen Interessen der Berliner Logen bezw. von dem besonderen Hilsausschuß gefaßt worden sind, und die Ihnen zur Genehmigung vorgetragen werden sollen. Ich kenne diese Beschlüsse, sie müssen jeden einzelnen Bruder mit voller Genugtuung darüber erfüllen, welche hohen Aufgaben sich die vier Berliner Logen gestellt haben, wie sie die Absicht haben, über das Maß ihrer Verpflichtung hinauszugehen. Es ist der Wunsch dieses Kotriitees und mein eigener Wunsch, daß zum Zeichen dafür, daß wir alle von dem gleichen Gefühle der Vaterlandsliebe beseelt sind, die von Br. Maretzki namens des Komitees zu stellenden Anträge ohne jede Debatte einstimmig hier angenommen werden. Das Hilfskomitee, das aus zahlreichen Brüdern besteht, wird schon die sich natürlich ergebenden Spezialwünsche bei seinen Beratungen und Beschlüssen berücksichtigen* Diese Beratungen werden auch sicher den Bedenken Rechnung tragen, die vielleicht der eine oder der andere hat. Ich selbst z. B. würde es nicht gern sehen, wenn die Sitzungen der Lögen für längere Zeit ausfallen sollten. f' t Aber freilich mit nur theoretischer Begeisterung ist unserm braveni Hilfskomitee nicht gedient, praktische Unterstützung durch Hergabe von Mitteln wird notwendig sein. Ich bin überzeugt, daß ohne zwingende Not kein Bruder der vier Berliner Logen sich einer Beitragsleistung entziehen wird, und deshalb der Mahnruf an alle Brüder der Berliner Logen: Oeffnet Eure Herzen und Eure Taschen! Mit diesem Appell an meine lieben Berliner Brüder will ich meine Einleitungsansprache schließen. Ich verbinde sie mit dem panke an die Brüder des Komitees für ihre bisherige Arbeit und mit dem Wunsche, daß ihre — 120 —

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