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Bericht der Großloge für Deutschland · 1914-09-01 · Nr. 8 - September · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1914
Issue
Nr. 8 - September
Date
1914-09-01
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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Den stärksten Eindruck hatte ich aber, als ich unsere Krankenschwestern der Großloge — etwa 26 an der Zahl —' vor ihrem Abschied in den Logenräumen versammelt sah und in den Augen aller dieser Schwestern die Freude erblickte, auf dem Felde der Ehre" tätig sein zu dürfen. Diese Schwestern trugen am Hals eine Brosche mit dem Schilde Davids und an dem Aermel ihrer Tracht das blutrote Kreuz! Schon äußerlich erschien mir das als eine Bestätigung des kaiserlichen Wortes, „daß es in Zukunft nur noch deutsche Brüder und keine Trennung der- M * ' * selben nach Parteien und Konfessionen gebe". Mein geistiges Auge schweifte vo!l Hoffnung, aber nicht ohne bange Zweifel in die Zukunft, ob sich dies auch ganz erfüllen wird. Ich -kann nur von Berlin sprechen, aber sicher werden nach den Berichten, die die Großloge von den einzelnen Logen bereits erhalten hatte, gleich erhebende Beobachtungen in anderen Städten gemacht werden. . ~ * Nur einen einzigen*,Mißton gab es, der dadurch hervorgerufen wurde, daß nicht alle Brüder, deren Frauen und Kinder, die sich zur Hilfeleistung angeboten hatten, auch berücksichtigt werden konnten. Das hat bei den Zurückgewiesenen eine zwar unberechtigte, aber leicht verständliche Mißstimmung hervorgerufen. Die üroßloge freut sich der Betätigung der vaterländischen Gesinnung ihrer Logen und fordert sie auf, darin nicht zu erlahmen. Wenn trotzdem eine Anzahl Anträge einzelner Logen abgelehnt worden sind, so soll dies nicht zu Mißverständnissen führen. Es sind, mancherlei Anregungen bei der Großloge eingegangen, die — von bestem Herzen eingegeben — Opfer aus dem Besitzstande des einzelnen verlangten (u. a. Darbringung von Trauringen und Juwelen), die durch die wirtschaftliche Allgemeinlage des Vaterlandes glücklicherweise nicht als berechtigt erscheinen. Ihre Ausführung könnte den Anschein erwecken, als ob die GesamtwirtschaftMage verzweifelt sei. Viel .ernster aber erscheinen der Großloge die Anträge einer Anzahl von Logen, alle Gesetze der Logen während der Kriegs'zeit zu suspendieren, das ganze Vermögen derselben ohne Rücksicht auf den statutarischen Zweck der einzelnen Stiftungen dem Vaterlande zur Verfügung zu stellen, die Zahlung der Beiträge der Brüder an die Logen und die Beiträge der Logen an die Großloge aufhören zu lassen. Diese Anträge sind sämtlich vom Geschäftsausschuß einstimmig abgelehnt worden. Solche Anträge haben die Mitglieder des Geschä tsausschusses geradezu erschreckt. Denn die Annahme .solcher Anträge würde nicht nur die große, von uns allen befürchtete Erschütterung des Ordens, sondern den völligen Zusammenbruch desselben herbeiführen. Deshalb ergeht namens der Großloge an die einzelnen Logen die bewegliche Mahnung, an einem geordneten Zustand der Logen und an dem ordnungsmäßigen Verhältnis zur Großloge unbedingt festzuhalten. , •, . Sicherlich wird keine Loge wegen Nichtzahlung von Beiträgen in heutiger Zeit eirren Bruder suspendieren, mögen es im Felde stehende oder zurückgebliebene Brüder sein. Aber diejenigen Brüder, die die Beiträge zahlen können, sollen sie zahlen und müssen sie ganz besonders in heutiger Zeit zahlen, um die Logen hilfsbereit" für die Allgemeinheit zu erhalten. Die Großloge muß daran festhalten, daß sämtliche Logen für ihre sämtlichen Mitglieder ordnungsgemäß die Beiträge an die Großloge leisten; denn die Anforderungen an die Großloge sind in heutiger Zeit viel größer als sonst, und hören die Beiträge an die Groliloge auf, so gerät die Großloge selbst in Notlage. Wenn ostpreußische Logen oder ganz im Westen liegende Logen durch die Kriegswirren inbezug auf den wirtschaftlichen Bestand ihrer Mitglieder und inbezug auf den Ort ihres Sitzes im wesentlichen arg gelitten haben, dann wird die Außerkraftsetzung der Logengesetze sich leider als eine selbstverständliche Notwendigkeit ergeben. . Um so größere Verpflichtung aber haben diejenigen Logen, welche von den. Kriegswirren nicht unmittelbar betroffen worden 'sind. Ebenso konnte die Großloge sich nicht einverstanden erklären mit den Anträgen, die Sitzungen während der Kriegsdauer aufzuheben. Gewiß geht in dem augenblicklichen Waffenlärm jeder Gedanke an Festveranstaltungen, an Zusammenkünfte mit Erledigung der gewöhnlichen Tagesordnung unter, gegenüber dem Streben: alle Kräfte zusammenzuhalten, um dem Feind stand zu halten und ihn zu besiegen. Gewiß klingen jetzt die Worte von Brüderlichkeit und Einheit der ganzen Welt wie Ironie. Vor dem ersten Aufflammen der Kriegsfackel sind alle solche Gedanken zerstoben. Aber sollen denn alle unsere Arbeiten, die wir bisher in 30 jähriger

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