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Bericht der Großloge für Deutschland · 1914-07-01 · Nr. 7 - Juli · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1914
Issue
Nr. 7 - Juli
Date
1914-07-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Nummer 7. der GROSSLOGE FÜR DEUTSCHLAND VIII10. B. B. Eingetragener Verein. Eigener Verlag der Grossloge. Bureau: W. 62, Kleiststr. 12. Telephon: Amt Ltzw . 4619. Postscheck: 16333. Nachdruck sämtlicher Artikel, eus diesen Berichten verboten. Inhaltt Religion uml Politik in der Lope. — Vorschläge zur Hebung des Lopcnbcsuches, — Sitzung Je-» Ki;uikeiisdiwe->tt M -Kotnitrr-.. Aus dem Büro der Grortloge. — Amerika. — Verschiedenes, — Büch erichau. Neues LoKt'fiadreßbuch. — Aus dem Verbände der Frauen. ±. '■ vt*reinij;ungen. : Arrangements an Badeplät/en. — Oedächtriisbuch. . * Religion und Politik in der Loge. Eine Entgegnung- ' ^Man muß dem Verfasser Dank wissen, daß er die Frage, ob über Religion und Politik in den Logen verhandelt werden soll, zur öffentlichen Diskussion gestellt hat. Dieser Wunsch wird jetzt des öfteren geäußert. Und es ist sehr zu wünschen, daß die besten und intelligentesten Köpfe sich mit dieser überaus wichtigen, ernsten Frage beschäftigen. Welche Gründe werden vom Verfasser vorgebracht? Einmal ist es der Drang nach neuem Arbeitsstoff, Erweiterung des Verhandlungsgebietes, Mehrung des Wissens. Mit dem Verfasser nehmen Logen und Brüder an, daß eine Ermüdung bei den Brüdern schon eingetreten sei, daß die Erstarrung zunehmen müsse, wenn keine neuen Materien zur Besprechung den Logen zugeführt würden. Eine gewisse Uebersättigung von sozialen Vorträgen und Arbeiten herrsche bereits an vielen Orten. Die sich immer wiederholenden Referate über innere Logenangelegenheiten erweckten nicht mehr das volle Interesse der Brüder, es fehlten neue Anregungen, um die Spannkraft der Brüder wach zu erhalten. Und man glaubt, neue Anregungen aus der Politik und Religion schöpfen zu können und zu müssen. Man müsse diese beiden Materien in den Bereich der Logentätigkeit hineinziehen, weil, wie der Verfasser sagt, ein tiefgehendes Bedürfnis nach Beschäftigung mit den Gegenwartsfragen in den Logen empfunden wird. Die Befriedigung dieses Bedürfnisses wird gebieterisch gefordert. Und die Zustände in der heutigen Judenheit geben solchen Anschauungen scheinbar einige Berechtigung. Es ginge nicht an, heißt es, dieser Entwicklung gegenüber mit verschränkten Armen zuzusehen, den stillen Beobachter zu spielen. Sind wir doch eine jüdische Gemeinschaft, welche es sich zur Aufgabe gestellt hat, das Zusammengehörigkeitsgefühl zu stärken, jüdische Eigenart zu pflegen, das geistige Leben der judenheit zu wecken und zu nähren. Dazu gehöre es doch in erster Reihe, Anteil zu nehmen an den modernen geistigen, religiösen und politischen Bestrebungen der Judenheit. Ob wir wollten ad<*r nicht, wir würden in die Strömungen der Zeit hineingezogen, und wir müßten uns unbedingt über alle diese Verhältnisse nicht nur informieren, wir müßten notwendigerweise mit eingreifen. Dem stehen aber die Logengesetze strikte entgegen. Sie verbieten kategorisch d'e Beschäftigung mit religiösen und politischen Angelegenheiten in den Logen. Und um den Widerspruch zu lösen, greift man zur Auslegung. Man sagt sich, mit dem Verbot könne doch die Belehrung, die Orientierung in den fraglichen Materien nicht gemeint sein, es müsse doch den Brüdern Gelegenheit geboten werden, von allem, was sich in der Judenheit auch auf politischem und religiösem Gebiete zuträgt und ereignet, Kenntnis zu erhalten und ihr Wissen zu mehren. Nicht bloß wissenshalber, mehr noch um volles Rüstzeug zu erhalten zum Kampf oder Mitwirkung. Freilich müsse man sich > die durch Ordensgesetze gebotene Beschränkung auferlegen, bei politischen und religiösen Fragen keine Parteipolitik treiben, keine Stellung nehmen, nichts durch Beschlüsse zum Austrag bringen, um den Frieden und die Eintracht in den Logen nicht zu untergraben. Die Präsidenten sollen über den Frieden sorgsam

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