Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1914
- Issue
- Nr. 6 - Juni
- Date
- 1914-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Nach diesen wenigen Stil proben wünsche ich dem Büchlein viele Leser, noch mehr Leserinnen. Vom Lesen selbst wollen wir später wieder einmal reden. ' Dr. Arthur Kahn. ■;.•* j Einige Worte zum obigen Artikel: Der Herr Verfasser beschäftigt sich mit dankenswertem Interesse mit der Lektüre der jüdischen Frauen und kommt zu der Schlußfolgerung, daß sie „vieles und viel zu viel wähl- und ausnahmslos, hingegen so gut wie gar nichts „Jüdisches" lesen". Hand aufs Herz! Herr Doktor, wissen Sie das wirklich so ganz genau? Oder beurteilen Sie die Gesamtheit der jüdischen Frauen Deutschlands vielleicht nach dem naturgemäß immer nur kleinen Kreis Ihrer Umgebung? Könnte man nicht ebenso verallgemeinernd fragen: Was lesen die jüdischen «Männer? Und könnte man da nicht zu den gleichen betrüblichen Folgerungen kommen, daß auch sie viel zu wenig Interesse für jüdische Geschichte und Literatur zeigen? Obgleich der Knabe und Jüngling stets sehr sorgfältige Unterweisung in Geschichte und Religion des jüdicchen Volkes empfing, •während man das vom Religionsunterricht für Mädchen erst in neuerer Zeit sagen kann? Es sind kaum fünfundzwanzig oder dreißig Jahre her, seit man es allgemein einsah, daß auch die weibliche Jugend ein Recht habe, mehr von der Geschichte und Religion des jüdischen Volkes zu erfahren, als man bisher für gut fand, ihr mitzuteilen. Und ist es nicht erstaunlich, wie in dieser verhältnismäßig kurzen Zeit das Interesse der jüdischen Frau an den allgemein interessierenden jüdischen Zeitfragen gewachsen ist? Ist das Bestehen der Frauenbeilage des Großlogenblattes nicht ein Beweis dafür? Nicht die Gründung des Frauenverbands $ der U O.B.B.-Logen? Beweist nicht der jüdische Frauenbund allen denen, die hören und sehen wollen, das starke Interesse der Frau am Judentum? Was will gegen dieses rege geistige Leben der Ausspruch einer einzelnen jüdischen Dame bedeuten? — Auch das Wort, daß die jüdischen Frauen „viel zu vieles wähl- und ausnahmslos lesen", kann in dieser Verallgemeinerung nicht unwidersprochen bleiben. Den deutschen Frauen, gleichviel welchen Bekenntnisses, ja der ganzen internationalen Frauenwelt in überraschend großer Zahl, ist der Hunger nach Wissen, der Drang nach Erkenntnis und reges geistiges Streben gemeinsam. Es geht heute nicht mehr an, dasjenige was man an einzelnen Frauen tadeln zu müssen glaubt, als Fehler der Gesamtheit zu bezeichnen. Es wird weiter die Aufgabe der Frauenbewegung sein, auch d i e Frauen, welche heute noch abseits stehen, auf ihre Pflichten . gegen sich und die Allgemeinheit hinzuweisen, und alle Männer, welche diese Notwendigkeit anerkennen, sollen als Helfer herzlich willkommen sein. |ulie Salinger Aus dem Gedächtnisbuch der Großloge. Seit unseren letzten Angaben hatten wir den Tod folgender Brüder zu beklagen. Es starben: 14. Am 23. Februar 1914 Br. Nathan Katzenstein, Mitbegründer der Julius Bien-Loge in Eschwege — 7. Februar 1897 — geb. den 7. Dezember 1854 in Eschwege. 15. * Im Februar 1914 Br. Siegfried Imbach, Mitglied der Freiheit-Loge in Oppeln seit dem 24. November 1912, geb. den 16. Mai 1S64 in Brieg. 16. Am 22. Januar 1914 Br. Expräsident Ludwig Rosenthal, Mitbegründer der Frankfurt-. Loge in Frankfurt a.M. — 8. Januar 1888 — geb. den 26. September 1843 in Bürgel.. 17. Am 7. März 1914 Br. Bernhard Sandberger, Mitglied der Lessing-Loge in Breslau seit dem 22. Februar 1S86, geb. den 8. August 1838 in Görschen. IS. Am 22. Februar 1914 Br. Joseph Meissner, Mitglied der Eger-Loge in Ostrowo seit dem 21. Juni 1910, geb. den 15. Juni 1849 in Kaiisch. 19 Am 10. Januar 1914 Br. Victor Hahn, Mitbegründer der Sinai-Loge in Cassel - 10. Dezember 1888 — geb. den 6 April 1834 in Rhina« 20. Am 8. Februar 1914'Br. Ernst Neuburger, Mitglied der München-Loge in München seit dem 29. Januar 1906, geb. den 11. August 1854. 21. Am 16. März 1914 Br. Sigismund Rosenberger, Mitglied der Mamreh-Loge in Beuthen seit dem 20. März 1884, geb. den 9. Oktober 1S47 in Katscher. 22. Am 19. März 1914 Br Expräsident Louis Pinczower, Mitbegründer der Friedens-Loge in Ratibor — 9. Mai 18?6 — geb. den 22. Februar 1851 in Sandowitz'. 23. Am 31. März.1914 Br. Hermann Salomon, Mitglied der Düsseldorf-Loge in Düsseldorf seit dem 2. März 1905, geb. den 25.Nov. 1857 i -in Seesen. 2i. Am 12. April 1914 Br. Georg Ostertag, Mitbegründer der Salomon Münk - Loge in Glogau — 30. Januar 1910 — geb. den 4. Mai 1860 in ologau. 25. Am 15. April 1914 Br. Ferdinand Stern, Mitbegründer der Franken-Loge in Würzburg — 27. März 1898 ^- geb. den 20. März 1870. 26. Am 17. April 1914 Br. Wolff Neumann, Mitglied der Spinoza-Loge in Berlin seit dem 10. November 1900, geb. den 13. Juli 1857 in Tuchel. Verantwortlich far den Inhalt: Dr. K. Finkel, Berlin, Klciststraß; i». — Druck: Max Cohn, Berlin SW. 68, Hotlmannstr. lo.