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Bericht der Großloge für Deutschland · 1914-05-01 · Nr. 5 - Mai · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1914
Issue
Nr. 5 - Mai
Date
1914-05-01
Page
[Seite] (sequence 11)
Language
German
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unter Mitwirkung hervorragender Künstler statt, dem ein Ball folgte. Die Toynbeehalle und die damit verbundene Lesehalle war den ganzen Tag geöffnet, der-Besuch war infolge lokaler Verhältnisse einige Zeit schwächer, nahm aber schließlich wieder zu. In der Toynbeehalle wurde an verschiedenen Abenden unterrichtet in: Buchhaltung, Englisch, Dänisch, Schreiben, Rechnen und Turnen. Jeden Freitag und Sonntag wurden Vorträge, jeden zweiten Dienstag Konzerte abgehalten. '1 Die Danmark-Loge hat dis zweite Jahr ihres Bestehens würdig abgeschlossen mit Herausgabe einer gediegenen und schön ausgestatteten Festschrift anläßlich, des lOOjähr. Jubiläums der Emanzipation der dänischen Juden. Die Festschrift wurde auch den deutschen Logen zugesandt und wird, wie uns mitgeteilt wird, in mehreren Logen ausführlich besprochen werden. Mit Ablauf des zweiten Logenjahres ist der Logenrat, der in den beiden ersten Jahren die Loge geleitet hat, zurückgetreten, und der neugewählte Logenrat hat nur zwei Mitglieder des ersten Rates in seiner Mitte. Der Logenrat für 1914/13 besteht aus den BBr.: Schuldirektor Hartwig Cohn, Präsident, Großkaufmann A.M.Metz, Vizepräsident, Großkaufmann t H.Melchior, Protokollsekretär, Bankier Axel Vollmond.Finanzsekretiir, Bureauchef Alexis Behrendt, Schatzmeister, Warenmakler Expr. Just Cohen, Mentor, Großkaufmann Louis Schottlands r, Marschall, Direktor Carl Levysohn, Wächter. Der Bericht der Loge schließt mit folgenden Worten : „Hiermit hat der erste Logenrat seinen letzten Bericht ersiattet. Wir hoffen, in diesen zwei Jihren einen genügenden Grund gelegt zu ha'ien, auf welchem der kommende Logenrat weiter arbeiten kann, um die gedeihliche Entwicklung der Loge zu sichern. Wir danken den Brüdern für das Interesse, welches sie jederzeit bewiesen haben, und fordern sie auf, unermüdlich weiter zu arbeiten an dei Zielen der Loge: „Wohltätigkeit, Bruderliebe und Eintracht." Bücherschau. Die Weltanschauung des Judentums. VonRabbiner Dr Ludwig Picky, Verlag von C. Boas, Berlin C. 2. Preis 1,75 M. Der in Amerika von unserem Orden soeben'ins Leben gerufene „Verband zur Abwehr von böswilliger Verleumdung" hat es sich zur Aufgabe ^gestellt, alle öffentlichen Bibliotheken der Vereinigten Staaten mit Werken über das Judentum, seine Lehren, seine Geschichte. Zeremonien und Weltanschauung zu versehen; hatte es sich doch herausgestellt, daß keine dieser Anstalten auch nur eine von einem jüdischen Schriftsteller herrührende Jüdische Geschichte aufzuweisen hat! Wollte man in Deutschland derartigen Instituten Bücher jüdischen Inhalts zuwenden, so käme in erster Reihe das vorliegende Werk des Br Rabb.Dr. Pick-Berlinln Betracht.*) In einer knapp gehaltenen und doch erschöpfenden Darstellung hat der^jelehrte, ach so bescheidene Verfasser, aus dem reichen Schatze seines Wissens schöpfend, das Judentum nach allen Richtungen hin untersucht und be^ leuchtet, dessen Unterschiede von den Tochterreligionen' scharf und sorgfältig herausgearbeitet, und sich zugleich der „Forderung des.Tages-' entsprechend — mit dem Darwinismus, dem Monismus und der sozialen "Ethik der Gegenwart auseinandergesetzt. Das angenehm und leicht faßlich geschriebene Buch, das frei ist vom Ballast tönender Phrasen und gelehrten Apparats, würdigt liebevoll auch die sinnigen Zeremonien des Judentums, objektiv, ohne irgendwie für die Liberalen oder Traditionellen Partei nehmen zu wollen. . Der billige Preis des recht gut ausgestatteten Buches ermöglicht jedem gebildeten Juden, vor allem den Logen und Vereinen, dessen Anschaffung. "Viele Glaubensgenossen werden erst durch dies Buch ihre Religion gebührend zu würdigen lernen und es demgemäß auch allen jüdischen und interkonfessionellen Büchereien einverleibt wissen wollen. Hierzu sei es aufs wärmste empfohlen. Oberlehrer Dr. Eugen Weihe. Victor, Dr. ju'r.: Die Emanzipation dtr Juden in Schleswig-Holstein. Der treundlichen Aufforderung, der Großloge, die Schrift des Herrn Dr. Victor über die Emanzipation der Juden in Schleswig-Holstein zu besprechen, komme ich gern 'nach. Ich habe dem Herrn Verfasser das Bild Steinheims, meines Großonkels, als Titelbild zur Verfügung gestellt und bin mit dem Inhalt der behandelten Dokumente allerdings seit Jahren sehr vertraut. Eine gelegentliche Ergänzung der Darstellung behalte ic"h rnir vor. DieSchrift, welche anläßlich der fünfzigjährigen Wiederkehr der Emanzipation der holsteinischen Juden verfaßt worden ist, geht'in ihrer Bedeutung weit über den Rahmen einer Gelegenheitsschrift hinaus. Die ganze Frage, erhebt sich auch weit über das Niveau der Lokalgetchichte und zwar nicht nur deshalb, weil Herr Dr. Victor di; Materie mit großer Sorgfalt,, feinsinnigem Verständnis und Akribie behandelt, sondern auch darum, weil jn dem Mittelpunkt der Abhandlung die überragende Persönlichkeit Ludwig Salomon Steinheims steht. Der Verfasser schreibt S. 13: '„und kein Geringerer als Ludwig Salomon Steinheim, der berühmte' Arzt, Dichter. Philosoph 'und Naturforscher in Altona war cs,*'i der sich ah die Spitze der Emanzipationsbestrebungen in Holstein setzte." , f Dtr Verlauf der Begebenheiten ist folgender: Nachdem die ersten Debatten in der holsteinischen Ständeversammlung 1835, durch Steinheim der dem Vorstand de': Gemeinde als einflußreichstes Mitglied angehörte — veranlaßt, ohne erwünschten Erfolg verlaufen waren, ver- ') Wir haben bereit» auf dieses Buch vor seinen? Erscheinen hin gewiesen und einen Abschnitt aus dfiuii'lbVu:. „Die ÜTuudsat/e des Judentums** im Monatsbericht \W2 Ntt. 7 /um Abdruck gebracht. *rt ••) Näheres über Stcinhciin siehe bei Steckrhnaclrer: S. L. Steinhcim ats Dichter und Rchnionsphilosoph, Fr.inM'up >t. M. ISNs BQjJ ]n K\en (jcsclfichtswerkeu von Graet/ und Philippson. - -

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