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Bericht der Großloge für Deutschland · 1914-03-01 · Nr. 3 - März · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1914
Issue
Nr. 3 - März
Date
1914-03-01
Page
[Seite] (sequence 19)
Language
German
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den Männern. Nicht eine unseren Leistungen vorgezeichnete Marschroute wollen wir von den Brüdern empfangen, mit ihnen denken und sorgen, mit ihnen arbeiten wollen wir, Helferinnen wollen wir ihnen werden, die immer mehr verstehen, den Geist der Zeit und den währer jüdischer Hilfsbereitschaft zu erfassen. Denn manch ein Feld gibt es, das wir Frauen, gleich den Männern, bebauen können. Und wenn wir im Verband der Ansicht sind, daß gerade die Logen der Mitarbeit der Frauen bedürfen, die in vielen Fällen die Arbeit des Mannes so glücklich ergänzen können, so wissen wir, daß schon heute eine große Zahl von Logenbrüdern diesen Standpunkt teilt. Und darum sei dieser Aufruf gleichzeitig auch an die Logenbrüder gerichtet, uns zu unterstützen in der Gründung neuer Logenfrauen vereine und dahin zu wirken, daß schon bestehende sich dem Verbände anschließen. Betrachten wir vorerst die Fürsorge für unsere Verwitweten und Verwaisten. Sie steht uns wohl an, und sie wird gern von denen entgegengenommen, die derselben bedürfen. Durch den Einfluß des von uns begründeten Verbandes hoffen und erwarten wir bedeutungsvolle Erweiterungen unserer Pflichtgebiete. Wir hoffen, daß mehr und mehr sich in ihm das Interesse dafür konzentriere, daß er die Stelle werde, die uns unsere Zwecke und Ziele klarer vor Augen führt. In ihm soll alles zur Sprache kommen, was die Vereinsarbeit bewegt, was sie fördert und in Verlbindung bringt mit der Gesamtheit. Mögen mehr und mehr die Frauen sich zusammenschließen, daß ihre Arbeit segensvoll werde, geschlossen und ber fruchtend für die Gesamtheit. Das sei die Lebensaufgabe des Verbandes. E. Efcchelbacher. Kinderabende in der Loge. In Logenkreisen wird augenblicklich vielfach die Frage ventiliert, warum so wenig Söhne von Logenbrüdern dem Orden beitreten. Dies gibt mir Anlaß, auf einen Vorschlag zurückzukommen, welcher in der unlängst stattgehabten Vorstandssitzung des Verbandes der Frauenvereine der U. O. B. B.-Logen gemacht wurde. Er ging dahin, in den Logen sogenannte Kinderabende einzuführen — Stunden, in denen unserer heranwachsenden Jugend in gehaltvoller Form, auch mit leichteren poetischen Gaben untermischt, der hohe Wert unserer jüdischen Religion vor Augen geführt werden sollte. Der historische Entwicklungsgang unseres Volkes wie der ethische Inhalt seiner Lehre wären die Themata, die von berufener Seite, in leicht faßlicher Form zu besprechen wären. Begründet wurde dieser Vorschlag damit, daß das'jüdische Kind zu Hause oft viel -zu wenig von seiner Religion zu hören bekommt. Der vielbeschäftigte Vater, der abends müde heimkehrt, wirkt in dieser Beziehung oft leider viel zu wenig erzieherisch auf die Jugend ein, ebenso wie die durch tausend andere Dinge abgelenkte. Mutter Wie oft sogar wird das fein empfindliche Kindesohr bedauerlicher Weise durch abfällige Aeußerungen über seine Religion durch das Dienstpersonal, durch Schulkameraden getroffen. Die Jugend bringt schon dadurch häufig dem Religionsunterricht in der Schule nicht den nötigen Respekt entgegen undist leicht geneigt, ihn als überflüssig und langweilig fii betrachten. Wenig gefestigt in seinem religiösen Empfinden, tritt dann der herangewachsene junge Mensch den Versuchungen entgegen, die die Welt ihm bietet, und recht wenige Söhne unserer Brüder fühlen sich zu dem Orden hingezogen, bei dem das Losungswort, nach dem Ausspruche des hochwürdigen Großpräsidenten unserer Loge, sein soll: „Unser Glaube ist unsere Ehre!" Hilft aber Haus und Schule in oben erwähnter Weise nach, macht man unseren Kindern an bestimmten Abenden oder Tagesstunden in anziehender Form den Standpunkt klar, den ihre jüdische Vergangenheit, ihre Religion bei ihnen ein-* nehmen sollte, so könnte man sicher ^roße Erfolge erzielen. Allerdings liegt ein großer Teil der Erziehung unserer Kinder in der. Hand der Frau und Mutter! Und auf diese einzuwirken,, sie mehr zur Logenarbeit heranzuziehen, sie' fähig zu machen, i.Charaktere zu bilden, die es verschmähen, aus äußerlichen Gründen ihr Judentum, das Erbteil aus lieber Hand, aufzugeben" — das ist eine Hauptaufgabe unseres Verbandes, und hoffentlich auch unserer würdigen Logen. — Mathilde Oppenheimer. ■ '•; ■".;.* * Der Schwesternbund der Michael Sachs- Loge, Königshütte (Schriftführerin: Frau Elfriede Liebrecht) tritt in das dritte Jahr seines Bestehens ein. Nach der Uebersiedelung seiner verehrten Vorsitzenden, Frau Franziska Goldschmidt, nach Berlin, überlahm dankenswerterweise Frau Romann die Leitung . des Vereins. Qiaritative Arbeit zu leisten war dem Verein nicht möglich, da die Jahresbeiträge niedrig bemessen sind und andere jüdische Vereinigungen diese Tätigkeit längst aufgenommen naben.*) Der Verein beschränkt sich vorläufig darauf, in seinen ,*) Umsomehr sollte der Schwesternbund sich mit sozialer, Fürsorge bcscnäftigen, im Sinne des Artikels1 in unserer Januar-Nummer über „Mädchenheime" von Camilla Biirstyn und des Artikels „Wohltätigkeit und soziale Fürsorge" von Franziska Oold.*chmtdt in diesem Blatt. (Anmerk. der Schriftleitung des Frauenhlattes

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