Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1913
- Issue
- Nr. 12 - November II
- Date
- 1913-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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fond geschaffen werden? — Die Versammlung erklärt sich mit allen gegen 6 Stimmen dafür. An zweiter Stelle wird über die Deckungsfrage abgestimmt. - Es soll 1 M. pro Kopf der einzelnen Logen dem Katastrophenfond zugeführt werden. Den einzelnen Logen wird vollkommenste Freiheit in der Aufbringung des Geldes gelassen. Der zu erwartende Ertrag des Ordenstages kann in beliebiger Weise von den Logen evtl. auch für die Zwecke des Katastrophenfonds verwendet werden. Diese zweite Position wirdmit allen gegen 4 Stimmen angenommen. Br Ginsberg berichtet über die Frage der jüdischen Wanderarmenfürsorge. Die Sorge für die jüdischen Wanderarmen, diese fahrenden Gesellen der Landstraße, die ein Jammer für sich und eine Last für diejenigen seien, zu denen sie kämen, werde von 4 Organisationen gemeinsam getragen: dem D. 1.0.8., der Großloge, dem Hilfsverein, der Atliance. Die Zentralstelle sei Berlin. — Es handele sich um eine höchst dringliche Frage. Referent bittet - wie bisher — um die Bewilligung von 1000 M. ßr. Tim endorfer erkennt dies völlig an und erinnert, daß auch-er in seiner Arbeit über die jüdische Wohlfahrtspflege, die zum Regierungsjubiläum des Kaisers verfaßt sei, diese Frage als die wichtigste jüdische Aufgabe bezeichnet habe. , Der gleichen Auffassung schließt sich Br Cohn an. Die Position wird einstimmig genehmigt. Die Frauenfrage ------ ist aus der letzten Großlogentagung im Mai l'Jll für die nächste Sitzung weitergereicht worden. Br. Timendorfer berichtet darüber und bemerkt, daß in den Frauenkreisen eine gewisse Beruhigung eingetreten sei. Die Frauen hätten selber die Empfindung, daß die Frage: Sollen die Frauen in die Logen eintreten? jetzt noch nicht endgültig gelöst werden könnte. Er empfiehlt auch diesmal die Vertagung, jedoch möchte er anregen, daß vor der offiziellen Absetzung ein zusammenfassendes historisches Referat über die Frauenfrage im Orden von Br. Dr. Apfel-Cöln gegeben werden möge. Br. Beer erinnert, daß er auf der Jetzten Großlogentagung ein Referat bezw. Korreferat über die Frage erstattet habe, daß aber das von Br. Cohn- Dessau angekündigte nicht erstattet worden sei. Br Li ss er meint, daß erst die Frage der Mischehe vor der Frauenfrage behandelt werden müßte. Er ist schon aus diesem Grunde für Vertagung. Die Versammlung entscheidet sich im Sinne von Br. Timendorfer. Br. Jeselsohn regt an, das Referat von Br Baumann: Sollen die Logen thesaurieren? zu vertagen. Br. Apfel empfiehlt den Logen, mit kleinen Anfängen zur Thesaurierung vorzuschreiten. Br. B a u m a n n ist damit einverstanden, daß sein Referat allen Logen zugesandt wird. Br. Timendorfer regt an, daß die Finanzsekretäre gebeten werden sollen, möglichst bald folgende 4 Fragen zu beantworten: Wieviel gibt die Loge aus pro Jahr a für Regiekosten, Miete pp. eingerechnet, b für Unterstützung von Brüdern, c für Unterstützung von Einzelpersonen und Vereinen, di für ständige Institutionen der Loge selbst. Die Versammlung und Br. Baumann sind damit einverstanden. — - | ' Zu dem üblichen Schlußpunkte „Sonstiges" fragt Br M e rz b a c h an, ob die Mitglieder des Geschäftsausschus&es, die im G. A. in der Mindetheit geblieben seien, im General-Komitee bezw. in der Großloge ihre gegenteilige Meinung zum Ausdruck bringen dürften. Br. Timendorfer bejaht diese Frage und erklärt, daß nur dann eine Ausnahme zu machen sei, wenn der Geschäftsaiisschuß vorher unter Zustimmung aller Mitglieder eine geschlossene Anschauung zum Ausdruck bringen wolle. Br. P ei ser bittet, daß bei der Besprechung gewisser Vorlagen der Großlogentagung möglichst auswärtige, d. h. nicht Berliner Brüder herangezogen werden möchten. Br. Timendorfer erwidert, daß dieser Grundsatz nach Kräften Berücksichtigung finde. Der Geschäftsausschuß erfahre aber recht häufig Absagen. Br Ginsberg erinnert daran, daß seitens der Brüder private und geschäftliche Zwecke nicht mit Ordensinteressen verknüpft werden dürfen. Gegen diesen Grundsatz werde hie und da noch immer verstoßen. Die Versammlung stimmt mit Br. Ginsberg inder von ihm vertretenen Auffassung uberein. — Dämit ist der Schluß der Sitzung erreicht. Br. L i e b h o 1 d spricht als ältestes Mitglied in dieser letzten Sitzung der ablaufenden Amtsperiode den Beamten der Großloge, insbesondere dem hochw. Großpräsidenten den Dank der Versammlung für die Führung der Geschäfte aus. ~ Br.Timendorf er dankt seinerseits für die Worte der Anerkennung, die: er in gleicher Weise auf die Mitglieder des General-Komitees, des Geschäftsausschusses und die BBr. Goldschmidt und Finkel verteilt sehen möchte. \ ' i Das letzte Wort gilt dem harmonischen Zusammenarbeiten des General-Komitees und des Geschäftsausschusses. Schluß der Sitzung kurz vor 2 Uhr. Dr. Goldschmidt. Ver.miwori:ich fflr den Inhalt: Dr. E.Kinkel, Berlin, Kleisutrafle Ii. — Drucke Max Cohn, Berlin SW. 68, Hollmanniu. 10