Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1913
- Issue
- Nr. 12 - November II
- Date
- 1913-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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f Berlin, November II 1913. BERICHT Nummer 12. der S ROSSLOG BF ER DEUTSCHLAND 11EI.R.B. Eingetragener Verein. Eigener Verlag der Grossloge. Bureau: W. 62, Kleiststr. 12. Telephon: Amt Lzw., No. 4619. Nachdruck sämtlicher Artikel «üb diesen Berichten verboten. Inhalt! Br. Exprä-iiltnt lia.ic Kamtritzrr. Zur 7waruiKM<n rin ltlc-i n-st/uni; D.n* vericblcicfl« Itild /it Sai». —' TaKesordnimi; dir OrnlSlOKf ini. 123. Sitjuni» de* Oiiicra Koiniurv Br. Expräsident Dr. Isaac Kamnitzer Geb. den 25.6.1859 ■ ■ ■ gest. den 11.10.1913. Am Schlüsse des Versöhnungstages sank unser lieber Br. Sanitätsrat Dr. Isaac Kamnitzer dahin. Ein Herzschlag hatte ein tatkräftiges Leben beendet, dessen Energie neben der Familie der Oeffentlichkeft gehörte. * Es starb ein Menschenfreund, der in allem, was er anfaßte und tat, die Spuren seines Wirkens hinterließ. Man braucht Aemter und Funktionen nur aufzuzählen, in denen der Verstorbene tätig war, um sich von dem Umfang seiner Arbeit im Dienste der Menschheit ein Bild zu machen. Seit 1884 wirkte er in Alienstein als Arzt, 16 Jahre gehörte er der Stadtverordnetenversammlung an, seit 18 Jahren war er Vorsteher der Synagogengemeinde. Er gründete das jüdische Altersheim und Siechenhaus für die Provinz Ostpreußen in Alienstein, die Allensteiner Freiwillige Sanitäfeskolonne, den Aerzteverein Allenstein-Rössel. Dem Verein für jüdische Geschichte und Literatur,. dem Kriegerverein gehörte er als Vorstandsmitglied an. Sein Herz gehörte der Ostpreußischen Loge; deren Mitbegründer und zweimaliger Präsident er gewesen. Sein Geist lebte in dieser Loge und sein Wirken war auch in ihr vorbildlich. Die behördliche Anerkennung fand sein Streben durdi Verleihung des Koten Adlerordens 4. Klasse und der Koten; Kreuzmeiaille. In überwältigender Weise, kam die; Trauer und Liebe für den Verstorbenen bei seiner Bestattung zum Ausdruck. In dtr Trauerloge, die zu Ehren des Verstorbenen abgehalten wurde, zeichnete Br. Expräs. Jacobus noch einmal ein leuchtendes. Bild seines Jugendfreundes und Schwagers. Ein wackerer Bruder ist dahingegangen, dessen Andenken -in Erinnerung und Liebe dauern wird. i Zur zwanzigsten Großlogensitzung. E. F. Ein Hochschullehrer in alter Zeit — so über: liefert uns das jüdische Schrifttum — pflegte beim Eintritt in das Lehrhaus zu beten, daß durch seine Vorträge und Entscheidungen kein Irrtum entstehe, der für seine Zuhörer oder die Gesamtheit von Unheil sein könnte. Dieses schlichte und kurze Gebet, das uns die Reinheit und Empfindungstiefe der jüdischen Volkspsyche offenbart und zugleich von der hohen Auffassung zeugt, die dieser Weise von seinem Lehramte hatte, möchten wir unseren würdigen Repräsentanten und Expräsidenten beim Beginn der Großlogentagung empfehlen. Sie, die berufenen Vertreter unseres Distriktes, zu denen wir Brüder und Logen in Liebe und Verehrung emporblicken, sie, die „Wächter unserer Gesetze und Hüter unserer Einrichtungen", mögen wie jener Lehrer von ihrer hohen Verantwortlichkeit und von der Heiligkeit ihrer Aufgäbe durchdrungen sein! Die Großlogenversammlung ist während der kurzen Dauer ihrer Tagung eine Art Hochschule für uns, die Delegierten der Logen die Hochschullehrer. Sie haben über das Wohl, die Entwicklung und Leitung des Distriktes zu beraten; ihre Referate und Kritiken, ihre — 181 —