Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1913
- Issue
- Nr. 11 - November
- Date
- 1913-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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c!araus vorlesen und knüpfen häufig, besonders an Feiertagen, ihre Betrachtungen an die hier erschienenen Aufsähe an. Aus den entferntesten Gegenden kommt ständig Nachfrage nach dem „Weg- \veiser", und es ist besonders erfreulich, daß auch solche Kreise, die unseren Logenbestrebungen sonst fern oder gar feindlich gegenüberstehen, von dem Wegweiser gern Gebrauch machen. Zu Punkt 11 der Tagesordnung der Großiogensitzung werde ich die Ehre haben, den w. Repräsentanten eingehendere Mitteilnng über die Arbeiten der Jugendschriftenkommission zu machen und es ihnen und den w. Logen besonders auch ans Herz zu legen, die Kommission in ihren Bestrebungen nach Kräften zu fördern Mit dem Etat, der seit der letzten Großlogen-Tagung bewilligt wurde, ist die Kommission b sher stets ausgekommen. El bogen. Verband der jüdischen Jugendvereine. Die Jugendvereine haben sich in der Berichtszeit auf das kräftigste entwickelt. Der. vor vier Jahren begründete Verband der jüdischen- Jugendvereine Deutschlands zählt nach seinem letzten Geschäftsbericht 110 Vereine und im ganzen 14 500 Einzelmitglieder. Als Untergruppen haben sich eine Reihe von Bezirksverbänden gebildet, um eine intensive Propaganda in ihrem Bezirk entfalten zu können und die Vereins- It_ irer untereinander näherzubringen. Nachdem sich infolge des bekannten Erlasses des Kultusministers überall Ausschüsse für Jugendpflege uebüdet haben, die eine Zusammenfassung aller auf vaterländischem Boden stehenden Jugendorganisationen erstreben, haben auch4 die jüdischen Jugendvereine Anschluß an die allgemeine Jugendpflege gesucht und sind den Ortsausschüssen beigetreten. Eine Rohe von Vereinen hat unter Anerkennung ihrer V erdienste um die Jugendpflege aus den vom Staat bereitgestellten Mitteln finanzielle Beihilfen erhalten. An neuen Arbeitsgebieten, die deu Verband in letzter Zeit besonders beschäftigt haben, sejenhervorgehoben: Die stärkere Betonung der körperlichen Ertüchtigung der Mitglieder. Es bestehen bereits in ca. 50 Vereinen besondere Turn-, Wander¬ und Sportabteilungen. Der Ausschuß für körperliche Jugendpflege im Verbände treibt eine planmäßige Agitation für dieses Arbeitsgebiet und unterstützt die einzelnen Vereine bei der Einrichtung von Turnab^ teilungen etc. Die Organisation der weiblichen Jugend ist rüstig vorwärts geschritten. Die Mädchen bilden bereits :; der gesamten Mitgliederzahl. Um den besonderen Interessen der weiblichen Jugend gerecht zu werden, bilden sich innerhalb der gemischten Vereine besondere Arbeitsgruppen für die weibliche Jugend. Von besonderer Bedeutung ist die Agitation unter der Jugend in Kleingemeinden. Der Verband geht dabei von der Ansicht aus, daß gerade die jungen Leute, die oft fast vereinzelt an kleinen Plätzen wohnen, der Anregung und Beeinflussung bedürfen. Die Versuche, die jungen Leute dem nächstgelegenen Jugendverein anzuschließen oder Zweckverbände für eine Reihe von kleineren Gemeinden zu begründen oder schließlich durch ein ausgebreitetes Netz von Vertrauensleuten die Vereinzelten zu erfassen, haben überraschend gute Erfolge gezeigt. Der Frankfurter Delegiertentag, der Pfingsten d. J. unter außerordentlich starker Beteiligung stattfand, hat fernerhin Beschlüsse zur staatsbürgerlichen Erziehung, Erfassungderjugendlichen urtter 18Jahren, Förderung derFreitaga b e n d e und einer Reihe anderer wichtiger Arbeitsgebiete gefaßt. , Dem eigentlichen Delegiertentag ging ein Begrüßungsabend vorauf, an dem mehr als 600 Personen teilnahmen. Neben sämtlichen großen jüdischen Organisationen brachten der Magistrat der Stadt Frankfurt sowie die interkonfessionellen und anders- 0 konfessionellen Jugendorganisationen dem Verbände ihre Glückwünsche dar. Für die Großloge nahm außer dem ständigen Vertreter im Verbandsvorstand, Herrn Kommerzienrat Maximilian Stein, auch der Großsekretär, Herr Dr. Goldschmidt, an der Tagung teil. Das Neutralitätsprinzip hat sich als unverrückbare Basis für eine gedeihliche Jugendarbeit glänzend bewährt. Der Verband darf heute ais d i e Organisation der jüdischen Jugend angesehen werden. * Alfred Apfel. Iii* 48C^> ■