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Bericht der Großloge für Deutschland · 1913-11-01 · Nr. 11 - November · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1913
Issue
Nr. 11 - November
Date
1913-11-01
Page
[Seite] (sequence 13)
Language
German
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Br. M. Philippsoii bat als Vorsitzender des D. I. <;. Ii. in Herrn Professor Dr. Karischer einen Nachfolger erhalten. Die Persönlichkeit dieses Herrn bürgt dafür, dass unsere gegenseitigen Beziehungen die gleich unten bleiben, wie unter seinem Vorgänger. Selbst mit den liberalen Jugendvereinen, die doch 1 gewissermassen unsere Gegner sind, hat sich ein gutes Verhältnis herausgebildet und ganz besonders erfreui lieh ist es. dass dieselben Hedner — meistens Brüder sowohl in unseren, den neutralen Jagendvereinen,' als auch in den liberalen Jugendvereinen Vorträge halten. Man sieht daraus, wieviel gemeinsame Zwec ke und Ziele diese beiden sich scheinbar entgegenstehenden Jugendvereine doch verfolgen. Die Ueberzeugung. dass wir mit unserem neut r a 1 en Standpunkt in den Jugendvereinen das Richtige und Zweckmässige treffen, kann Bei mir nicht erschüttert ' werden.' und gerade auch der neutrale Standpunkt im Orden selbst dürfte wohl die Hanptürsache für unsere herzlichen Beziehungen zu allen jüdischen Institutionen und Gemeinden Deutschlands bilden. Ich würde es für ein grosses Unglück erachten, wenn an diesem neutralen Standpunkt innerhalb des Ordens gerüttelt werden sollte. An Versuchen hierzu fehlt es leider nicht. Auf dem hanseatischen Logenverbandstag war ein Referat auf der Tagesordnung: „Neue Ziele und Wege für die Grossloge". Ich war anwesend und sehr umspannt und wurde enttäuscht, als die neuen Wege und Ziele für die Grossloge von dem Referenten darin gefunden worden sind, dass die Grossloge zu den grossen jüdischen Tagesfragen, zu den Differenzen zwischen liberalem und konservativem Judentum und zum Zionismus Stellung nehmen und ihre Sympathie für die eine oder andere Richtung bekunden sollte. Der Referent nannte den Frieden, der nur dadurch erreicht wird, dass man keine bestimmte Stellung nimmt, einen faulen Frieden. Es war mir eine lebhafte Genugtuung, als unser trefflicher Bruder Gumpertz aus'Hamburg vor diesen neuen Wegen und Zielen warnte und ausführte, dass unsere Versammlungen sich dann in nichts von den Parteiversammlungen der einzelnen Vereine und Verbände unterscheiden würden. Ich glaube im Interesse des deutschen Distrikts zu handeln, wenn ich hiervon in moine.ni Berichte Erwähnung tue mit der ausdrücklichen Mahnung, alle Versuche zur Aufgebung unseres neutralen Standpunktes auf das entschiedenste zu bekämpfen. Die Differenzen innerhalb des deutschen Judentum können niemanden zur Freude goroiclien und ich glaube fast, dass die Führer der einzelnen Richtungen selbst keine Freude darüber empfinden. Deshalb war mir der Inhalt des Neujahrsartikels unseres Bruders Philippson 'so überaus sympathisch, da auch -ich, so oft ich dazu öffentlich Gelegenheit habe, zum Friedep innerhalb der l'arteiungen rate, der nur durch gegenseitige Kompromisse und namentlich durch sachliche jund persönlich nicht verletzende Verhandlungen herbei geführt werden kann. , '■' ' •' ' } Eine unserer Logen hat an die Grojssloge den formellen Antrag gestellt, den .Vermittler innerhalb der l'arteiungen der deutschen Judenheit zii spielen. Der (leschäftsaüsschuss hat natürlich ohne weiteres diesen Antrag abgelehnt. Vielleicht aber gereicht es dieser betreffenden Loge zur Genugtuung, dass jich selbst, und zwar wiederholt aus verschiedenen Lagern um Vermittlung gebeten worden bin. Ich habe auch| diesen Privatbitten nicht entsprochen — schon deshalb| nicht, weil, wie es in einem Sprichwort heisst,, derjenige!, der zwei Parteien versöhnen will, sich beide zu Feinden macht; und der Orjden will sich niemanden zum Feänd^ machen. Seine Lebensexistenz beruht darauf, dass er neutral bleibt.; In seiner Mitte müssen die Anhängt r der verschiedenen religiösen und politische^ Richtungen des Judentums Platz haben. Wer da nach seinem eigenen Stand' punkt glauben sollte, dass der Anhänger der einen oder anderen Richtung in unserem Orden nicht Platz habe, und/sich bei der Abstimmung über, die Aufnahme eines Kandidaten ven solchen Gesichtspunkten leiten lässt, verstösst nach meiner j Auffassung gegjsn das Fundamentalgesetz des Ordenä. Die Verhandlungen än der letzten Generalkomiteesitzung haben eine Anzahl Anträge, welche sonst zur Grosslogensitzung gekommen wären, erledigt. So namentlich die Unterstützungen für das Soldatenheim in Metz, für die Deutsche Zentrale für jüdische Wanderarmenfürsorge, an den D. X G. "B. für die Zwecke des Religionsunterrichts, so dass die Grossloge Raum und Zeit hat lediglich für die grossen Frageni Auch der Bericht des Finanzkomitees ist im Generalkomitee eingehend beraten worden. Ich bin diesmal fest davon überzeugt, dass die i ri osslogensitzuhg in einer alle befriedigenden Weise verlaufen wird. Möge jedes einzelne Mitglied der Grossloge hierzu das Seinige tun! •. . Timenilorfer. it;j —

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