Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1913
- Issue
- Nr. 11 - November
- Date
- 1913-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/4864325-6029030-6074231--1590-4865711- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Wir haben also seKon jetzt einen Reservebetrag von 10000 Mark zur Verfügung, falls uns unterstützungswerte Vorschläge für Grrlizien gemacht werden sollten. Bei den Ar>iral>en der einzelnen Logen zur,Großloge wird abec immer zu betonen sein, daß die Grossloge die Abgaben doch wieder zu einem nicht unerheblichen Teil für die Logen seihst verwendet. So sind im Jahre 1912 folgende Ausgaben der Grossloge im Interesse der Logen entstanden: Vorträge hei L gen . . .....'900.— M. Krankenpflege . . . ........ 7871.04 .. Beiträge an die Logen zur Unterstützung ihrer Brüder......, . . 3446.55 .. Beiträge an die Logen zur L'nterstützuug ihrer Witwen und Waisen.....0520. - .. Besuche l>ei den Logen . ,......2353.70 .. _ Ausgaben für Drucksachen.....3189.4-1 .. Der Grund für den unbefriedigenden Ausfall der Grosslo-gensirzung im -Jahre 1911 wurde aber auch in einem lesenswerter! Aufsatze darin gefunden, dass mehr allein Drittel der Repräsentanten Neulinge waren, die alle, vom beiligsten Eifer erfüllt, der Sache zu nützen, der festen L'eberzeugung waren, dass lediglich ihre Anschauung das Heil und die Kettung bringen könne. So v.tm es. dass eine unendliche Anzahl von Heden gehalten worden sind, von denen ein grosser Teil sicher als ülterflüssig bezeichnet werden könnte. Ich kann mir diese Gründe nicht zu eigen machen, möchte aber doch an' meine wiederholte Mahnung erinnern, in der Grosslogensitzung nur dann das Wort zu enrreifen. wenn man wirklich den anwesenden Mitgliedern, die doch wohl zu de« bestunterrichtetsten des Ordens gehören, etwas Neues zu sagen hat. Die wünschenswerte Wirkung der Verbandlungen in deu Logenverbänden habe ich selbst immer besonders darin erblickt, dasbei der (irosslogensitzung nie Verbände für die Angelegenheiten, die sie selbst zum (legenstand eigener Beratung gemacht haben, nur immer einen Hedner -teilen sollten. Würde es möglich sein, die Anzahl der Reden bei der Grosslogensitzung zu verringern, dann dürfte wohl der -ich bei jeder (irosslogensitzung wiederholende Antrag vermieden werden können, die Redezeit auf tu oder gar 5 Minuten zu beschränken; ein Antrag, den ich persönlich jederzeit als peinlich empfunden habe. Kine Beschränkung in den Reden wird tun so mehr geboten sein, als die Grossloge jetzt 415 Mitglieder zählt, unter welchen sich 126 Repräsentanten befinden gegen 392 Expräsidenten mit 117 Repräsentanten im Jahre 1911. 101 Repräsentanten im Jahre 190s „und 04 Repräsentanten im Jahre 1906. Die Beschränkung wird aber sehr wohl möglich sein, weil wir jetzt im deutschen Distrikt 12 Logenverbände haben, welche 72 Logen umfassen, so dass mit Ausnahme der vier Berliner Logen fast jede einzelne Loge ein^n Verbände angehört. Von einer mir sonst sehr maßgeblich erscheinenden Seite ist der Vorschlag unterbreitet worden/die Grosslogensitzung so auszugestalten, wie etwa die Generalversammlung des Hilfsvereins der Deutschen Judeuoder des Vei bandes der Deutschen Juden, d. h. also nur den Bericht über die Ereignisse der Berichtszeit vorzutragen und 2 oder 3 grosszügige Vorträge zu halten, welche die Interessen des Ordens respektive des gesamten . udentume zum Inhalt haben. Ich glaube, mau wird den Vergleich mit den andern Körperschaften abzulehnen haben. Die Grosslogensitzung ist doch wohl dazu da. um neben der Kritik des Geschehenen alle Wünsche vortragen zu lassen, welche die Mitglieder der Grossloge im Interesse des Ordens für die Zukunft auf dem Herzen haben, und man wird nur solche Heden zuzulassen haben, welche für die Ausgestaltung der zukünftigen Ordenstätigkeit von Intere-se si id. so daß an jeden sedchen Vortrag sich bestimmte Thesen anschliessen lassen müssen. ' . 0 l — Dieser Standpunkt ist auch bei Ausgestaltung der Tagesordnung für die diesjährige OTosslogensitzung beibehalten worden. Die Tagesordnung ergibt jedoch, daß Fragen zu behandeln sind, welche sehr wohl grosszügige Vorträge nicht nur wünschenswert erscheinen lassen, sondern geradezu bedingen. Die Frage der Schaffung des Katastrophenfonds wird sehr ruhig und sachlich behandelt werden können. Der von uns allen nicht nur verehrte, sondern auch geliebte Ordenspräsident K r a u s hat in verschiedenen Zuschriften kein Hehl daraus gemacht, dass die Schaffung eines solchen Katastrophenfonds zu seinen Lieblingswünschen gehört, um die Einheit des Ordens in der ganzen AVeit zu erweisen, Der Wunsch eines solchen Mannet darf im deutschen Distrikt nicht angehört bleiben, zumal der Gedanke, der dem Katastrophenfonds zu Grunde liegt, ein durchaus sympathischer ist, der Gedanke nämlich, bei katastrophalen Unglücksfällen schnell helfen zu können nach dem bewährten Grundsätze, dass derjenige doppelt gibt, der schnell gibt. Demgegenüber müssen die Schwierigkeiten der Ausführung dieses Gedankens überwunden werden. Die Ausführung wird auch möglich sein müssen, ohne da-s unser herzliches, jetzt gewissermassen schon bundesgenossenschaftliches Verhältnis mit dem Hilfs verein der Deutschen Juden leidet. Gelegentlich der