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Bericht der Großloge für Deutschland · 1913-10-01 · Nr. 10 - Oktober · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1913
Issue
Nr. 10 - Oktober
Date
1913-10-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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der Tradition und der Religion wieder zu heben, andererseits Umstände, wie den größeren Bedarf des Einzelnen an Mitteln und die daraus logisch folgende Verhinderung einer Aufzucht von mehr Individuen, zu mildern, möchte ich nicht entscheiden. Das ganze Problem scheint mir darauf hinauszugehen, ob es möglich ist, den Kampf ums Dasein, der trotz unserer technischen Fortschritte von Jahrzehnt zu Jahrzehnt schwerer wird, dem einzelnen zu erleichtern. In dem Moment, wo dieser Kampf ein leichterer, der Verbrauch an finanziellen Mitteln für das einzelne Individuum geringer wäre, würde ganz gewiß wieder eine Produktion von mehr Individuen einsetzen. Denn darüber darf man sowohl bei der nichtjüdischen, wie speziell bei unserer jüdischen Bevölkerung nicht im Zweifel sein, daß das Vergnügen an der Familie, soweit keine materiellen Hindernisse bestehen, heute so groß ist wie vor Tausenden von Jahren. Der jüngst von der Großloge eingesetzte Ausschuß für Eugenik sei, soweit er das Buch nicht schon kennt, besonders auf dasselbe aufmerksam gemacht. — Einige Worte zur Winterarbeit der Logen.*) Der Sommer, die Reise- und Ruhezeit, ist vorüber und mit neuen Kräften werden auch die Logen, die in den Sommermonaten feiern, wieder ihre regelmäßige Tätigkeit aufnehmen. Möge mir darum der Appell gestattet sein, daß sie bei Aufstellung des Winterprogramms auch der Pflichten, die sie den Frauen innerhalb ihres Kreises schulden, gedenken mögen. Es gibt heute nur noch wenige Logen in Deutschland, in denen sich die weiblichen Angehörigen der Brüder nicht zu Vereinigungen zusammengeschlossen haben. Ausnahmslos arbeiten diese Schwesternvereine gut und gewissenhaft imSinnederLogenideen,teilsin charitativer, teils in sozialer Fürsorge. In vielen größeren Logen ist diese Frauenarbeit ein gewichtiger Faktor geworden, mit dem gerechnet wird, und manch wichtiges Unternehmen könnte ohne die gewissenhafte Mitarbeit der Frauen gar nicht bestehen. So gut und so wertvoll nun diese Art des Zusammenarbeitens von Männern und Frauen ist, wir Frauen haben noch weitergehende Wünsche, die ausgesprochen werden 'sollen, auf die Gefahr hin, Widerspruch zu erregen. ' Die Ideen und die Arbeit der Logen werden von einem hohen Idealismus getragen. Es ist eine Hauptaufgabe der Logen, ihre Mitglieder zu diesen hohen, ethischen Anschauungen zuerziehen. Ist das aber zu •).Von finer Scli»t-ter.-(!>. R.-K.i ermöglichen, wenn man die Frauen einfach draußen läßt? Sind diese sittlichen Ideale, denen die Logenbrüder nachstreben, nicht gleich erstrebenswert auch für ihre Frauen? Und würde nicht das Interesse an der Logenarbeit wachsen, bei Männern und Frauen, wenn sie gemeinsam an ihr teilhaben und teilnehmen können? Deshalb gehen unsere Wünsche für die neue Atbeitsperiode dahin, daß die Logen mehr wie bisher ihre Frauen nicht nur zu den geselligen Veranstaltungen und zur praktischen Arbeit, die beide durchaus nicht zu unterschätzen sind, sondern auch in die Welt der geistigen Arbeit hineinbeziehen mögen. Denn die geistig sittlichen Werte der Logenarbeit sollten auch jhren Frauen zugänglich gemacht werden, zum Besten der Gesamtheit. Wie? Das möge jede Loge nach ihren örtlichen Verhältnissen einrichten, gut wäre es jedoch, wenn die Großloge Richtlinien geben könnte. Sofort sollte es aber möglich sein, daß häufiger wie bisher, gemeinschaftliche Vortrags-und Diskussionsabende als ständige Einrichtung eingeführt werden. Den Einwand, daß die meisten Frauen kein Interesse dafür haben werden, nehme ich vorweg. Unsere Frauen sind durch ihre Organisationen, die sich im vergangenen Jahre zum Verband der Logenfrauenvereine zusammengeschlossen haben, stark für die Logenideen interessiert und werden ihrem Interesse durch lebhafte Anteilnahme gerne Ausdruck geben. Wir hoffen sogar, daß das geweckte Fraueninteresse so weit gehen wird, die vielleicht ermüdeten oder gleichgültigen Ehegatten für den Besuch des Vortrags¬ oder Diskussionsabends anzuregen, anstatt sie davon abzuhalten, wie es vorgekommen sein soll. Wollen also die Logen in der Erziehung ihrer Brüder zur Ethik Erfolg haben, so dürfen sie nicht vergessen, daß zum Aufstieg zu einer höheren Kulturstufe sich stets die ganze Menschheit einsetzen muß, und daß zu dieser nicht nur die Männer, sondern auch die Frauen gehören. J. S. . Verband der Arbeitsnachweise. (Aus dem Protokoll über die Sitzung des Verbands- Vorstandes vom 13. Juni d. Js.j Um Zeit und Schreibarbeit zu ersparen, wird die Einführung gedruckter Personal- und Fragebogen beschlossen, die bestimmte Rubriken für Alter, Lebenslauf, Schulbildung, gewünschte Beschäftigung, Referenzen etc. enthalten. Diese Fragebogen sollen dem jeweiligen Bewerber zur Ausfüllung übermittelt, bezw.

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