Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1913
- Issue
- Nr. 6 - Juni
- Date
- 1913-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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Die jüdische Sage verleugnet nicht den Kulturkreis, in dem sie entstanden ist. Sehr richtig sagt der Verfasser im Vorwort: Die Bibel hat den Juden die Natur ersetzt. So schließt sich die jüdische Sage an die Bibel an, deren Er7ählungen sie ausschmückt und erweitert. In dem bisher erschienenen ersten Bande sind die Sagen von der Urzeit zusammengestellt; wir hören von der Schöpfung, von Adam und seinem Oeschlechte, von der Sintflut, von der Oberwelt und Unterwelt. In buntem Wechsel ziehen die Mythen und Märchen an uns vorüber. Sie sind mehr erhaben als schön, vielfach grotesk, mehr.philosophierend, ethisch gerichtet als spielend-phantastisch. Der Wechsel der Zeiten kommt sehr deutlich zum Ausdruck. Die kabbalistische Mystik des Mittelalters prägt der späteren jüdischen Sage deutlich ihren Stempel auf, und auch in den älteren Sagen wird der Forscher unschwer orientalische u' d griechische Einflüsse erkennen. Der Verfasser will uns nur das Material liefern, und auch das nur, soweit es uns in hebräischen und aramäischen Quellen erhalten ist; das jüdisch-hellenistische Schrifttum schließt er aus. obwohl die darin enthaltenen Sagen nicht nur von Juden herrühren, sondern zum Teil auch nachweislich vor ihrer Uebersetzung ins Griechische in hebräischer oder aramäischer Sprache geschrieben waren. Dieser Beschränkung, die sich der Verfasser auferlegt hat, kann man nur zustimmen. Das hellenistische Material ist bekannt, leicht zugänglich (z. B. in der Sammlungder Apokryphen und Pseudepigraphen) und vielfach bearbeitet- Der Verfasser betritt Neuland. Ueber die wissenschaftliche Arbeit, die der Verfasser geleistet hat, kann an dieser Stelle nicht gesprochen werden; in dieser Hinsicht sind die Quellennachweise am Ende des Buches, die mancher Leser kaum beachten wird, außerordentlich wichtig Die Uebersetzung' ist sinngemäß und im allgemeinen sehr gut. Dem Wissenschaftler, der den Zusammenhängender Kulturen nachgeht, dem Folkloristen, jedem endlich, der sich für den jüdischen Volkscharakter interessiert, wird das Buch reiche Anregung geben. Hoffentlich lassen die weiteren Bände nicht lange auf ihr Erscheinen warten. Erst wenn das Werk vollständig vorliegt, ist eine rechte Würdigung möglich. Ein Wort noch, um Mißverständnisse zu. vermeiden. Das Werk ist für Erwachsene bestimmt, es ist kein Märchenbuch, das wir unsern Kindern in die Hand geben könnten. Dazu ist vieles zu mystisch, unverständlich, nicht..kindlich genug, es fehlt an Handlung; die Wiederholungen, die für den Forscher unentbehrlich sind, würden ein Kind ermüden. Aber do.'h enthält das Werk viele Bestandteile, die für die Pädagogik in Betracht kommen, gelegentliche ethische Lehren, die.um so mehr auf ein Kind wirken können, als sie so ganz und garnicht im Tone schulmeisterlicher Ermahnung gehalten sind. (Ich verweise beispielsweise auf S. 60 und 8(K) Vielleicht könnte der Verfasser, wenn erst das ganze Werk vorliegt, eine geeignete Auswahl treffen, die Wiederholungen vermeiden und so eine Ausgabe jüdischer Sagen für die Jugend herstellen, die gewiß eine Notwendigkeit für unsere Kinder wäre, geeignet, sie von frühester Jugend an im Geiste des Judentums zu erziehen. So eröffnet auch nach dieser Richtung hin das Werk neue Perspektiven. Rudolf Lesz>nsky. Die Rrrangements an Badeplätzen sind zu einer ständigen Einrichtung unseres Distrikts geworden und haben sich nach den uns in jedem Jahre zugegangenen Berichten sehr bewährt und zur Annäherung der Brüder aus den verschiedenen Logen und Distrikten vielfach beigetragen. Die Arrangements sollen wie im vorigen Jahre auch für die diesjährige Saison derart geregelt werden, daß in allen in Frage kommenden Badeorten durch Vertrauenspersonen Plakate an geeigneten Stellen. angebracht werden mit der Angabe, wo und wann sich die Mitglieder des U. O. B. B. treffen. — Es wird Sache der Brüder sein, sich an angegebener Treffstelle einzufinden, und für die erforderlichen Veranstaltungen Sorge zu tragen. Die w. Logen in den Kurorten oder in der Nähe der Badeplätze werden hierdurch gebeten, uns die Brüder namhaft zu machen, die gewillt sind, an den Badeplätzen die gemütlichen Zusammenkünfte zu arrangieren. In ZODDOt veranstaltet die w. Borussia-Loge, Danzig, während der Badesaison an jedem Sonnabend 9 Uhr Efa in einem Lokale, welches durch Logenplakat an der Hausfront kenntlich gemacht wird, Zusammenkünfte von Brüdern. — Außerdem erteilt Br. Max Hirschberg, Zoppot, Bergstraße 15, den dort zur Kur weilenden Brüdern Rat und Auskunft. In NordßmßV werc'en die ^Br. Landesrabbiner Dr. Mannheimer und S. Zacharias von der w. Kaiser- | Friedrich-Loge für gesellige Zusammenkünfte der Brüder sorgen. In KiSSinOBII W'rd ^r Sigmund Federleih, Villa Gleisner, gemeinsam mit den dort wohnenden Brüdern "- der w Frankenloge gesellige Zusammenkünfte arrangieren. Ml _