Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1913
- Issue
- Nr. 5 - Mai
- Date
- 1913-05-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Berlin, Mai 1913. BERICHT Nummer 5. der GROSSLOGE FÜR DEDTSCflLiND VHI l 0, l i Eingetragener Verein. Eigener Verlag der Grossloge. Bureau: W. 62, Kleiststr. 12. Telephon: Amt Lzw:» No. 4619. Nachdruck sämtlicher Artikel aus diesen Berichten verboten. Inhaltt!>cr Ausbau de* Ordern in Deutschland. Zur Frage der Ahaus ilt m Kurt au der QroAitige. — Ans Amerika..— Mitn iluiiyen der Logen. trlluni; der Juden in Banken, Industrien, rTahrikantOiwhwiwngeb tl.'oVti' — Arrangement* au lladcplat/en. - Aus dem (iedachtnisjtuche der Ornllli>i;c. Der Ausbau des Ordens in Deutschland mit Beziehung auf die Verhältnisse des Ordens im Auslande von Br. Orolisekreiiir Dr. Alfred G<> Id seh m jd t-Berlin. ..Rüstig an das Werk gegangen, Das ist reeHtes Unterfangen '■" „Vorwärts und aufwärts!" so lauteten die denkwürdigen Worte, die unser hochw. Br. GrolipräsidenJ am Schlüsse der erhebenden Trauerfeier sprach, die dem Andenken unserer dahingeschiedenen Brüder Bergel und Wolff gewidmet war: Wolff, diesem Vorbild häuslichen Fleißes im Diensteides Ordens; Bergel, der Verkörperung des Expansionsgedankens dqs Ordens. Aus ihrem Lebenswerk zog der Br. Großprätsident als Resultat gewissermaßen die Mahnung, die er in jene ''beiden Worte kernig zusammenfaßte. Das Ableben dieser beiden Männer rechtfertigt es schon im hastenden Getriebe des Tages, auch des Ordenstages, einmal innezuhalten und Umschau zu halten. Der Orden hat In Deutschland eine ganz gewaltige Ausdehnung erfahren: fast 80 Logen, etwa 8000 Männer, denen Frauen und Kinder sich angliedern, gehören ihm an. Die Kraft, die in ihm liegt, auszunützen, zu steigern, muß unser aller Herzenswunsch sein. Dem Orden — als Ganzem — ist es umgekehrt gegangen, wie es sonst im öffentlichen Leben, in der Politik, zu gehen pflegt. In der Politik gilt als Machtfaktor erst die Zahl — eine kleine Parteigruppe ist. ohne Bedeutung, selbst wenn sie durch die höchste Intelligenz ausgezeichnet ist. Aus der Zahl erst entwickelt sich mit dem Anspruch höherer Geltung der in ihr liegende Gedanke. Zahl und Gedanke verknüpfen sich zu Bedeutung im politischen Leben. Als Lassalle zu Bismarck ging, wär es sein Bestreben, die hinter ihm stehenden Massen gewissermaßen multipliziert erscheinen zu lassen. Lr fürchtete nichts mehr als die Frage: „Was kannst "Du armer Teufel geben?" Beim Orden war U altruistisch genug — am An fang der Gedanke — ein Vereinsgedanke in seinen ersten Keimen sicherlich ohne das Bewußtsein seiner zukünftigen Bedeutung. Aus seiner eigenen Kleinheit aber entwickelte er sich zu ständig wachsender Geltung. Dann kam die Zahl, die überall und ständig aus den Verhältnissen des Judenschicksals dem Orden zuwachsende Zahl und bemächtigte sich der vorgefundenen Vereinsbildung gewissermaßen als „Instrument des Himmels" zu den Zwecken, wie sie sich allmählich im Laufe der Jahre herausgebildet haben. Im weiteren"Kreislauf d<r Dinge zwingt die Zahl zum A u s b a u' d e s Oetfankens. Auch außerhalb der Politik legt'die-Zahl gewisse Verpflichtungen auf. In Amerika schuf den Orden ein Heimatsgefühl der Eingewanderten, in Deutschland/gebar ihn die Not des Tages in den sturmgepeitschten achtziger Jahren lies vorigen Jahrhunderts. Ein grandioses Werk ist daraus geworden : man muß nur verstehen, es mit richtigen Augen zu sehen. Die folgenden Ausführungen werden sich im wesentlichen mit dem Ausbau des Ordens in Deutschland beschäftigen. Die Verhältnisse des Ordens im Auslande werden nur insoweit berührt werden, als an ihnen gezeigt werden soll, wie sich der Orden in den einzelnen Ländern den Bedürfnissen der speziellen Heimat anpaßt. Das aber wird wiederum für uns selbst ein Ansporn sein, den Orden in, Deutschland immer mehr unseren eigenen Bedürfnissen anzupassen.