Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1913
- Issue
- Nr. 4 - April
- Date
- 1913-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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wünscht, wenn wohlhabende Brüder zu seiner Stärkung beitragen wollten. Dem am L Januar 1913 in sein Amt eingeführten Großsekretär Br. Dr. Alfred Goldschmidt widmet der Präsident freundliche Worte der Anerkennung für seine bisherige Amtsführung. Eine Erweiterung des Büros war notwendig, da die Arbeiten bei dem Umfang des Ordens sich ständig mehren. An dem Aulbau der Krankenschwesternorganisation und des Arbeitsnachweises wird mit besonderer Intensität gearbeitet. An diese Mitteilungen des Großpräsidenten schließt sich eine kurze Diskussion an, in der Br. Heinemann betont, die Logen möchten bei einfachen Stiftungsfesten auf Großlogenvertretungen verzichten, während Br. Timendorfer anführt, daß bei kleinen Logen gelegentliche Besuche recht erforderlich und erwünscht seien. ' Etat. Br. Maximilian Stein referiert. Das,Finanz-Komitee hat nach überaus fleißiger Arbeit eine umfangreiche Etats-Übersicht über das Jahr 191? und 1913 bis zum gegenwärtigen Augenblick hergestellt. Das General - Komitee beschließt, daß im Rahmen des Etats 1912 weiter gearbeitet werden solle. Buch Maretzki „Geschichte des Ordens" — ' Logen- oder Ordensgeschenk? Br. Timendorfer referiert. Der Geschäftsausschuß hat die Logen angeregt, sie möchten jedem neueintretenden Bruder das Buch von Bn Maretzki „Geschichte des Ordens" zwecks Einführung in das Werden und die Interessen des Ordens als Logen- > geschenk überreichen. Für diesen Fall war der Preis des Einzelexemplars auf 2 Mark ermäßigt worden. Es erfolgten sofort von den verschiedensten Seiten reichlich Bestellungen. Eine Loge trat dafür «in, daß die Großloge die Kosten der Darbietung tragen solle. Das General-Komitee stellt sich auf den Standpunkt, daß die Logen die ja nicht erheblichen Kosten tragen sollen, daß das Werk also Logengeschenk bleiben solle. Was soll zum Regierungsjubiläum des Kaisers geschehen? Die Diskussion wird verknüpft mit der Frage, wie sich die Logen zu den Jahrhundert-Erinnerungsfeiern stellen sollen. ' Br. Timendorfer referiert. Eine allgemeine Spende der Logen habe bei der jetzigen Finanzlage wohl wenig Aussicht, es würde sich also empfehlen, in irgend einer Form der Erinnerung seitens der einzelnen Logen zu den Feiern Stellung zu nehmen Von Br. Maretzki sei die Abhaltung einer Festloge angeregt worden. — Es entspinnt sich eine reichliche. D iskus'sion, an der sich die BBr. Maretzki, Kuznitzky, Merzbach, Jeselsohn, Schleyer, Beer, Ginsberg: Goldschmidt, Moritz-, Timendorfer, Heinemann beteiligen. Zwei Gesichtspunkte machen sich geltend, von einer Seite (Maretzki, Ginsberg) wird betont, daß ein Unterlassen ein Verstoß gegen unsere patriotischen Pflichten wäre, von anderer Seite (Jeselsohn, Merzbach) wird unter Hinweis auf die bestehenden Verhältnisse eine gewisse Reserve als erforderlich betrachtet. Beschluß wird: Das General-Komitee, empfiehlt den w. Logen,zu den Jubiläumsfeiern dieses JahresingeeigneterFormdurchReferate, Vorträge oder eventl. Fes flogen Stellung zu nehmen. ~ Verband der jüdischen Jugendvereine. Br. Stein tritt als Referent mit Wärmefür eine Unterstützung des Verbandes in Höhe von 1000 Mark ein. Der Rechenschaftsbericht ist geprüft worden. Der Verband, der seine Existenz auf uns zurückführt, arbeitet gut, er hat die Erwartungen erfüllt, die man an ihn knüpfte, und — er braucht das Geld dringend. Einhundertvier jüdische Jugendvereine mit 15000 Mitgliedern sind tätig. Das Verbandsorgan erscheint in, 10 000 Exemplaren. Fünfzig Veranstaltungen gehen von dem Verbände aus. Ein Defizit von 3000 Mark liegt vor, von dem man bei dem Wachsen des Verbandes und der zunehmenden Ausdehnung des Verbandsorgans nicht zu fürchten braucht, daß es sich später wiederholt. — Referent hofft persönlich auf eine Zusatzbewilligung des Komitees in Höhe von 500 Mark tür die Delegierten-Verbandssitzung, die in diesem Jahre im Mai in Frankfurt a. M. stattfinden" wird. Br. Ginsberg lehnt die Zusatzbewilligung ab. Die Jugendvereine werden von den Einzellogen unterstützt. Wir geben gewissermaßen doppelt. Br. Timendorfer macht darauf aufmerksam, daß über die Zusatzbewilligung zunächst einmal der Ausschuß sich äußern müßte. Br. Schleyer ist gegen fortlaufende Bewilligungen. Die BBr. Maretzki, Beer, Bloch treten für die Bewilligung von 1000 Mark ein, - desgleichen Br. Apfel, welcher betont, daß die Vereine nur die Hälfte ihrer Beiträge einbekommen. Br. Bloch freut sich, daß sich die jungen Leute in ihren Vereinen so für die Sache der jüdischen Jugend interessieren.