Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1913
- Issue
- Nr. 4 - April
- Date
- 1913-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Heute liegt der Kummer wie ein Schleier über unseren Worten, wir iiaben nichts als Tränen, und mühsam nur ringt sich ein Wort des Dankes, des innigen Dankes von den Lippen. So dankt Dir, Br. Ernst Luria, durch meinen Mund die Großloge, die Dich verliert, noch ehe sie Dich besessen. Wie hättest Du dort wirken können, wo die Glut Deiner Empfindung, die. Reinheit Deiner Gedanken, die edle Schönheit Deiner Sprache zu Tausenden gedrungen wäre und sie begeistert hätte, wie sie uns begeistert hat. Es dankt Dir Deine Steinthal-Loge, der Du den Stempel Deines vornehmen Geistes aufgeprägt hast, der Du ein köstliches Vermächtnis hinterlässest, das sie verwalten wird zu Deiner und ihrer Ehre. Deine großzügige Auffassung von der Solidarität des Judentums, von der hohen Mission des Ordens: Juden zu vereinigen zur Pflege der Menschheitsideale, den jüdischen Stammescharakter weiter zu entwickeln und zu heben, sie wird Gemeingut aller derer werden, die Deines Geistes einen Hauch verspürt. Es dankt Dir, lieber Br. Luria, die Henry Jones- Loge, deren treuester Freund Du warst. Wie hast Du gern geweilt ■unter den Männern, die seit Dezennien sich redlich gemüht, die Ideale des Ordens zur Geltung zu bringen; wie aufmerksam lauschtest Du den Reden der Erfahrenen und beschenktest sie im Austausch mit den großen Gaben Deines Geistes und Gemütes. ts danjten Dir die Logen von Bremen und Lübeck, deren Vertreter trauernd Deine Bahre umstehen; es danken Dif die Brüder auf dem'weiten,Erdenrund, die, wenn! die Trauerkunde sie erreichen wird, den Geist des p'ruders mit der Seele suchen. Und nun nimm ein Wort des Dankes auch von mir, Du lieber Freund. Ich danke Dir, daii Du mich Deiner Freundschaft gewürdigt hast, daß Du mich eintreten ließest in das Heiligtum Deiner feinsten und letzten Gedanken, daß Du mich reich und stolz gemacht hast dutch Dein Vertrauen. Und ich gelobe Dir im Namen Deiner Brüder: Wir wollen Dein Andenken hochhalten und ehren, Dein Vorbild sontuns aneifern, so oft wir die Halle betreten, in der Du Menschheitsdienst als Gottesdienst gepredigt und gelebt. Ein Segen zu werden den Armen und Bedrückten, ein Segen zu werden den Verfolgten und Bedrängten, die Ehre des angestammten Glaubens zu verteidigen, Edelmenschen heranzubilden durch strenge Selbsterziehung und Pflichterfüllung, dem jüdischen Stamm als dem Pionier der Menschenliebe und der sittlichen Freiheit Anerkennung zu werben, Wohlwollen, Bruderliebe und Eintracht zu verkünden, das ist Ernst Lurias Vermächtnis an seine Brüder. In Treue wollen wir stehen zu seinem verwaisten Hause, immerdar bereit für die Gattin und die Kinder— des geliebten Freundes. Wer ihm nahe stand, dem fühlen wir uns verwandt; wer ihn gelabt hat, er ist uns teuer. Und jetzt gilt es Abschied zu nehmen von der sterblichen Hülle unseres Freundes. „Was vergangen, kehrt nicht wieder,' Aber ging es leuchtend nieder, Leuchtet's lange noch zurück." Die Fackel, die Deiner sinkenden Hand, Ernst Luria, entglitten ist, sie leuchtet noch lange zunick, "so lange in unsereri Logen das Herdfeuer, an dem sie entzündet ward, leuchtet und wärmt. '; Wir wollen es bewachen, dieses Herdfeuer des jüdischen Idealismus, bis auch für uns dereinst die Stunde der Ablösung kommt. Erreichen werden wir Dein Vorbild nicht, Ernst J-uria, aber die Sehnsucht nach Vervollkommnung, die in uns wohnt, sie soll uns anspornen, Dir ahnlich zu werden. Secher zaddik livrocho. " Dein Andenken, Du guter, und 'gerechter Mann, Du hochsinniger Freund, Du lieber Bruder, sei gesegnet! Amen! General- Komitee. 122. Sitzung am S. und 9. Marz. I<MJ, ' Von den 28 Mitgliedern des. General-Komitees waren leider 8 verhindert an der Sitzung teilzunehmen — sämtlich durch dringende Gründe fehlend. Gerade mit Rücksicht auf diese Tatsache darf mit Anerkennung ausgesprochen werden, daß die Mitglieder des General- Komitees im allgemeinen Zeit, Mühe und Strapazen nicht scheuen,, um ihrer Pflicht der Anwesenheit zu genügen. Es fehlten die Brüder: Cerf, Heymann, Lewinsky, Liebhold, Lisser, Peiser, Wähl — zum Teil durch Krankheit, zum Teil durch Todesfälle ihnen nahestehender Persönlichkeiten, zum Teil durch dringende berufliche Interessen verhindert. Wenn diese Zeilen im Druck erscheinen, hoffen wir unsere herzlichen Wünsche auf Genesung der Erkrankten erfüllt zu sehen. Tagesordnung (Abendsitzung) am 8/ März er. r f. Mitteilungen: Ref. Br. Timendorfer; 2. Etat: Ref. Br. Stein; 3. Buch Maretzki — Logen- oder Ordensgeschenk: Ref. Br. Timendorfer;