Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1913
- Issue
- Nr. 3 - März
- Date
- 1913-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Berlin, März 1913. BERICHT Nummer 3 Eingetragejn Eigener Verlag der Grossloge. Bureau: W. 62, Uli I (I. II. II. er Verei Kleiststr. 12. Telephon: Amt Lzw., No. 4619. Nachdruck sämtlicher Artikel aus diesen Berichten verboten. Inhalt: Li^nct sich der deutsche lüde zur LanduHrlsirlu Zrntiale lilr jüdische Mündefpflc^e. - Au» Am|c Mitteilungen Aufruf aufgenommen werden? - der BBr. (Das Irieditch.Luisenli .*;ji/ in -Had Dürrheini) ^ft? Sollen die Frauen :ils Gleichberechtigte Mitglieder fn die Loire (Das I xekutiv-Komitcc heim Präsidenten Tat t.) Aus dein Kreise r Logen. - Aus dem Gedachtnisbuch der OroOlo^e. ' 1 Di Auf r uf. rde „Eine große kunst- und kulturgeschichtliche Auss eilung zur Jahrhundertfeier der Freiheitskriege ve anstaltet die Stadt Breslau, die Stadt des „Aufrufs An rn;m Volk", im Jahre 1913 von Mitte Mai bis Enc Oktober unter dem Protektorat des Kronprinzen des De utschen Reiches. Die Ausstellung, mit der die. Stadt ein ständiges Ausstellungsgebäude im Sclieitniger Park ei öffnet, ist den Fürsten, Heerführern, Staatsmännern, Dichtern, Künstlern und bedeutenden Frauen jener.Zeil gewidmet, umfaßt das damalige Heereswesen und vor allem Bilder der Ereignisse, als Rahmen aber die Kunst und das Kunstgewerbe der Zeit vot hundert fahren. Ein Aufruf, den eine große Zahl von bekannten Größen der Politik, der Wissenschaft und Kunst, des Handels und der Industrie, hohe Staats- und Gemeindebeamte and Nachkommen von Helden der Freiheitskriege aus ganz Deutschland als Mitglieder des Ehrenausschus«es unterzeichnet haben, erbittet Leihgaben für die Ausstellung nicht nur aus Deutschland, auch aus den nit Preußen damals verbündeten Staaten und aus Frankreich. Die Geschäftsstelle der Ausstellung befindel sich im Schlesischen Museum für Kunstgewerbe und Altertümer in Breslau, dessen Direktion die Gesamtl :itung übertragen worden ist." — — — '■ * T 1 ■ \! ■'. -.:" Es wäre wünschenswert, daß auch die Juden Deutschlands diesem von der Gesamtleitung <ler Ausstellung ausgehenden Aufruf nachkommen und an dieier patriotischen und •kulturhistorisch interessanten Veranstaltung großen Stils sich in hervorragendem Maß: beteiligen, und. daß jeder, in. dessen- Besitz sich Gegenstände der oben bezeichneten Art befinden, sie dejm Schlesischen Museum für die Dauer der Ausstellung leihweise zur Verfügung stellt. Wir ersuchen daher alle unsere Glaubensgenossen, für die geplante Ausstellung sich eignen, sofort eine Mitteilung hierüber nebst einem genauen Verzeichnis der in Betracht kommenden Sachen an Br. Dr. E. Zivier, Fürstlich Plessischen Archivar in Pleß (Oberschlesien), zu schicken, der die weiteren Verhandlungen mit der Gesanitleitung der Ausstellung in Breslau .übernommen hat. 1 Von dem Ergebnis, das dieser Aufruf zeitigen w rd, wird es abhängen, ob die Breslauer Gesamtleitung ersucht werden'soll, die von Juden herrührenden und auf Juden bezüglichen Stücke gesondert aufzustellen, oder ob es ratsamer sein wird, von einer geso nderten Aufstellung Abstand zu nehmen. die in dem Besitze von Gegenständen sind, die Großloge für Deutschla Timendorfe nd VIII U.O. B. B. Präs. - Eignet sich der deutsche Jude zur Landwirtschaft? Von Br. Prof. Otto W a r b u r g-Charlotlenburg. Es sollte eigentlich nicht mehr nötig sein, diese Frag; in den Logenbenchten zu diskutieren, und nichts zeigt deutlicher, welche schwere Arbeit unsere Logen zu leisten haben, als die Tatsache, daß selbst Logenbrüder sich Schlagwöiter, wie der Jude eigne sich nicht zur Landwirtschaft, kritiklos aneignen und sie weiter verbreiten. Wenn irgend etwas die traurigen Folgen einer allzuweU gehenden Assimilation an die Umgebung zeigt, so ist es das Schwinden des Vertrauens deutscher Juden zu ihrem eigenen Stamm, jdem man nicht einmal mehr die Fähigkeit zur Betätigung derjenigen Funktionen zutraut, die bei gesunden Völkern die weit überwiegende Majorität der Bevölkerung von Jugend an erfüllt." Wäre die Ansicht richtig, so wäre damit der Weiterbestand der deutschen Judenheit sehr ernst in Frage gestellt, denn selbst ohne Mischehen und Taufen wäre dann eine Selbsterhaltung auf die Dauer kaum möglich, tla bekanntlich ■ — as —