Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1913
- Issue
- Nr. 2 - Februar
- Date
- 1913-02-01
- Page
- [Seite] (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Ich hatte schon öfters Gelegenheit, von dem Eindruck zu berichten, den man um so nachhaltiger und intensiver von der inneren Kraft unsres geliebten Ordens erfährt, wenn man, wie ich, wiederholt auswärtige Logen zu besuchen in die Lage kpmmt. Und auch diesmal wieder kann ich Ihnen und speziell den neuen Brüdern im Anschluß an meinen Besuchen Kopenhagen di'e Versicherung geben, daß das heilige Wort unsrer Ördensdevise, die Bruderliebe kein leerer Wahn ist. Nur dadurch, daß diese hehre Verpflichtung lies Ordens die Brüder immermehr, irr allen Fasern ihres Denkens und Fühlens durchdringt, ist die erstaunliche, man mochte sagen geradezu mystische Wirkung zu erklären, daß Menschen, die sich eben noch unbekannt und fremd gegenüberstanden, wie mit Zauberkraft sich eng verbunden fühlen, einzig allein aus dem erhebenden Bewustsein heraus,, daß sie gemeinsam einem die Welt umfassenden, auf idealster 'Grundlage aufgebauten Bunde angehören, der seine Mitglieder in des Wortes höchster und edelster Bedeutung nicht nur zu Brüdern erklärt, sondern dauernd zu wirklichen Brüdern zu erziehen bestrebt ist, zu Brüdern nicht nur den Ordensfreunden, sondern gegenüber der'gesamten Menschheit. Schon in dem Bericht nach meinem ersten Besuchin Kopenhagen habe ich Ihnen erzählt, daß die D. L. sich mit'gewissen äußeren Formen' umgeben hat, die wir zum Teil1— vielleicht leider — s. Zt. einzuführen versäumt haben und über deren noch nachträgliche Verwirklichung bei uns sich wohl verlohnen könnte, mal nachzudenken. Denn wie man auch immer über den Wert einer gewissen äußerlichen Regie denken mag, so hat mir doch die Sitzung, der ich dies mal beigewohnt habe, zur Evidenz wieder bewiesen, welch fördernden und erziehlichen Einflußsolcher.undmagman ihn noch so sehr äußerlichen Formalismusnennen,auszulösen imstande ist. Durch SpezialStatut der D. L. ist festgelegt, daß die Brüder zu allen Sitzungen in^ der feierlichen Kleidung des Fracks und weißer Binde erscheinen, und es erscheint mir sowohl diese Bestimmung beaehtensvielleicht sogar nachahmenswert, wie speziell die geübte Praxis, daß niemand vor Beginn der Arbeitssitzung den Tempel betreten darf, und daß, wenn die Brüder in ernster Stimmung eingelassen werden, der gesamte Beamtenrat sie stehend auf ihren Plätzen erwartet. Der gute Einfluß, -den dieses Zeremoniell auszuüben imstande ist, ist wirklich, wie ich mich bald überzeugen konnte, nicht zu gering anzuschlagen — sowohl was die momentane erzeugte Stimmung betrifft, als auch besonders wegen der andauernden Wirkung, die damit erzielt wird- — denn während der ganzen Dauer der Sitzung und obwohl einzelne Referate ziemlich lange währten, herrschte eine durchweg musterhafte Ruhe und ungeteilteste Aufrnerksamkeit.die als Beispiel ausgiebig und überall befolgt;nur.von bestem Nutzen für die zu leistende Arbeit sein könnte. Ein Referat.das auch die Berliner BBr. im Allgemeinen und unsere 1. Montefiore-Loge im Speziellen berührte, hielt Br. Prof. Simonson über seine Besuchsreise in Deutschland, gedachte besonders ausführlich seines Berliner Besuches und berichtete in anschaulicher Weise viel Schönes und Gutes von unserem neuen Logeiihaiis. Ganz besonders freundlich verweilte er bei seinem . '■'•.*• ' ■ * ' * Besuche in unserer Montefiore-Löge und drückte zum Schlugse, sich direkt an mich wendend, die hoffnungsvolle Bitte aus, daß wenn* immer die junge Danmark- Loge den Rat oder die Unterstützung,. Wie er sich liebenswürdig ausdrückte, aus dem Schatze ifnserer reicheren Erfahrung benötige, sie zuversichtlich erwarte, sich stets an uns wenden zu können; eine Bitte, der ich mich für berechtigt.glaubte halten zudütfen, in weitestem Umfange Erfüllung auzusichera- Die Grüße, die ich in Ihrem freundlichen Auf-' trage überbrachte und die von den Brüdtrn dort, ebenso wie die Willkommensgrülie des w. Präs. an meine Adresse stehend angehört würden, fanden herzlicheAufnahme undbei dem nachderSitziing stattfindenden geselligen Zusamensein entwickelte.sich bis in die späten Nachtstunden ein brüderlichherzlicher Verkeur. Interessant dürfte Ihnen auch die Feststellung sein, daß bei einer Gesamtstärke der ,D. L. von etwa 130 Brüdern die Beiuchsfrequenz ari diesem Sitzungsabend etwa 90 Brüder war und eine ähnlich hohe, D; zum Teil noch höhere prozentuale Beteiligung bisher •stets festgestellt werden konnte. Daß die Sitzungen der Ds L in den zurzeit m Kopenhagen mietbaren elegantesten Räumen, wozu außerdem noch prachtvolle anschließende Gesellschaftsräume für die Brüder und deren Damen reserviert stattfinden, habe ich Ihnen wohl schon früher berichtet Den Höhepunkt des eben begonnenen Wintersemesters, sowohl für die Brüder, der Danmark-Loge wie auch für mich bildete aber zweifelsohne die am 15. Oktober erfolgte Eröffnung einer Toynbee- Halledie unter freudig erregter Anteilnahme zahlreicher Brüder und Schwestern, sowie einer großen Menge desjenigen Publikums, für das sie gedacht ist, sich zu einer stimmungsvollen und tiefen Eindruck hinterlassender Feier auswuebs. Meine 1. Brüder, die Schwierigkeiten, die wegen der Errichtung dieser Toynbeehalle bestanden — und vorläufig zum Teil sicher noch bestehen —