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Bericht der Großloge für Deutschland · 1913-01-01 · Nr. 1 - Januar · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1913
Issue
Nr. 1 - Januar
Date
1913-01-01
Page
[Seite] (sequence 16)
Language
German
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einen grobsinnlichen Menschen, aber einen Kro'kügigen Politiker, der den Widerstand der Landstände und der Geistlichkeit auch gegen berechtigte Ausgaben des Herzogs zu brechen weiß ufld dessen Sturz durch die Rachsucht persönlicher und politischer Gegner, deren Feindschaft ihn nur ehren kann, hervorgerufen wird. Mehr noch interessiert ihn die innere Entwicklung seines Helden, deT sich anfangs von dem judischen „Modejvolke" verächtlich abwendet, dann aber durcPl ein-jüdisches Mädchen, das ihn zum ersten wMale rein lieben lehrt, den We» zu dem Glauben seiner Kinderjahre wiederfindet und gestärkt duu'h den Segen desselben Rabbi, der ihm vorher geflucht hatte, das Blutgerüst besteigt. So streiten sich denn um den jüdischen Minister (das ist er bei Runkel zwei Milieus, die unser Dichter sehr lebendig darzustellen weiß: das Hofmilieu des Ancien Regime mit seiner tollen Lebenslust, seinen Diplomaten, Hochstaplern und Mätressen, und d£r Kreis des Ghetto, das durch ein I'urimspiel geschickt und wirkungsvoll gekennzeichnet wird. In diesen lebenswahren Bildern liegt wohl der Hauptvorzug des Werkes; viel schwächer ist die Charakteristik, namentlich der Personen des Gegenspieles, unter denen sich ein paar richtige Theaterbösewichter befinden. Immerhin ist die künstlerische Begabung des Verfassers unverkennbar, und es wäre wohl' zu wünschen, dafi er seine Fähigkeit, vergangene Zeiten zu beleben, auch in historischen Romanen jüdischen Inhalts zur .Geltung brächte. Hn. Danksagung. 1 i Für die uns anläßlich des Hinscheidens unseres lieben Br. Leopold Ettlinger in vielfach erwiesenen herzlichen Beileidskundgebungen, insbesondere für die Entsendung eines Delegierten seitens der hochwürdigen Großloge zur Trauerloge beehren wir uns hiermit unseren tiefgefühlten Dank auszusprechen. KarUnihe-Baden. den 19.. Dezember 1912. Max Knopf, Präsident Die Carl Friedrich-Loge. M. N. Homburger, prot. Sekretär Aus dem Gedächtnisbuch der Großloge. Seit unseren letzten Angaben hatten wir den Tod folgender Brüder zu beklagen. Es starben: P2. Am 23. November 1912 Br. Siegfried Cohn, Mitglied der Humanitas-Loge in Gleiwitz seit dem 26. Mai 1SS5, geb. IS51 in Staedtel. 123 Am 28. November 1912- Br. Siegmund Regensburger, Mitglied der Frankfurt-Loge in Frankfurta. M. seit dem 18. Mai 1904, geb. den 3. September IS50 in Sulzburg. 124. Am 25. November 1912 Br Sally Hirschfeld, Mitglied der Fraternitas Loge in Dresden seit dem 7. Oktober 1S85, geb. den 3. April 1S3S in Mark -Friedland. 125. Am 3. Dezember 1912 Br. Paul Chan, Mitglied der Montefiore-Loge in Berlin seit dem 18. November 1909, geb. den 16. März 1855 in Franzburg. 126. Am 16. August 1912 Br. Isidor Hirschberg, Mitglied der Montefiore-Loge in Berlin seit dem S. November 1904, geb. den 16. März 1855 in Ferdinandshof. 127. Am 7. Dezember 1912 Br. Leopold Ettlinger, .Mitbegründer der Carl Friedrich-Loge in Karlsruhe — 8. Mai 189S — geb. den 24. Dezember 1844 in Karlsruhe. 12S. Am 8. September 1912 Br jakob Elkusch, Mitbegründer der Silesia-Loge in Liegnitz — 19. März 1899 - geb. den 9. Juni 1847 in Lüben in Schlesien. Aus dem Krankenschwestern-Komitee der Großloge. Durch Gewinnung verschiedener Ausbildungsstätten sind wir in der frage, jetzt neue Lehpschwestern einzustellen, und zwar; in Posen sofort eine, in Cöln im Frühjahr zwei, in Breslau im I-Yühjahr zwei. Wir bitten die verehrlichen Brüder, uns geeignete Schülerinnen zuzuführen, da wir, wie Ihnen bekannt ist, die Schwesternsache jetzt gross- ZÜgig durchführen möchten. Beiliegend: „Beilage, Januar 1913". Verantwortlich für den Inhalt: Dr. E. .Kinkel Berlin, Kleiststraße 12. — Druck: Max Cohn, Berlin S.W. 68, Hollmannsu. 10

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