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Bericht der Großloge für Deutschland · 1908-12-01 · Nr. 12 - Dezember II · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1908
Issue
Nr. 12 - Dezember II
Date
1908-12-01
Page
[Seite] (sequence 12)
Language
German
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doch würde ich mich bescheiden und freuen, wenn sie allerorten recht bald in unseren Logen in praxi verwirklicht würden!; r'urt Block! Ratibor. Aus den Logen des VIII. Distrikts. Concordia-Loge-Kattowitz. Die heutige Sitzung ist eine Festloge und gilt der Feier unseres 25jährigen, Bestehens. Vor Beginn der Festlege wird die von Br. Dr. Braunschweiger verfassti- Festschrift verteilt, welche in gedrängter übersichtlicher Form unsere Entwickelung wiederspiegelt. Die hochwürdige Grossloge. alle Logen des deutschen Distrikts. Br. Expr. Hüniger als Mitglied des Generalkomitees und die benachbarten Logen des österreichischen Distrikts sind luerzu geladen. Die hochw. Grossloge, die anfangs den hochw Br. Grossexpräsidenten < ieheimrat Dr. Maretzki mir ihrer Vertretung betraut hatte, delegierte infolge Behinderung des hocliw. Grossexpräsideirten. Br. E\pr. Berge!. Im Uebrigen sind zu unserer Freude die.Logen des deutschen und österreichischen Distrikts durch Delegationen ,so zahlreich vertreten, dass unser Sitzungssaal fast zu klein erscheint. Die Festlege wird von dem w. Präsidenten Baumeister ireorg Schalscha um 6 Uhr eröffnet. In weihevoller Stimmung wird nunmehr ein Psalm Hallelujah von Händel, vorgetragen von dem Tenoristen Herrn Gollanini aus Berlin und von Br. Finanzsekretär Wachsmann am- Klavier begleitet, entgegengenommen! Darauf begrüsst der w. Präsident die lieben <räste und Brüder, zunächst den hochw. Delegaten der Grossloge *) So weit>unü bekannt ittj besitzen wühl die meisten unserer I.ogen einen Lesesaal, in welchem jüd Zeitungen Verschiedenster Kichrung'äurliegeu. Nichtsdestoweniger haben wir die gutgemeinten Ausführungen des Br. Block Sbracht,* damit diejenige]] Logen, die jüd. Blatter nicht IPoitzen -ollten. das Versäumte nachholen sollen. Wir wollen aber daran auch den \Vunscb knüpfen, dass . . » diese Zeitungen nicht blcs ausliegen, sondern auch gelesen werden möchten. Am besten wäre es, wenn die Brüiler abwechselnd es übernehmet! würden, jede Woche ■ine Zeitnngsschati zu halten. Die populär-wi-senschaftlichen Artikel sowie solche aus dem Gebiete der Ethik und der -ozialen Kürsorge konnten von dem Referenten besprochen werden und auch Gegenständ einer Diskussion bilden Dagegen müsste über Artikel, die vjn Politik und Religion handeln, nur referiert werden ohne anschliessende Diskussion, weil dies gegen unsere Ordensregeln Verstössen würde. Das Ked.-FCom. Br. Expr. Bergel, alsdann die Vertreter der Logen des deutschen und des österreichischen Distrikts und dankt ihnen für ihre Teilnahme. Daran schliesst sich die Einführung der aufgenommenen acht Kandidaten u. z.: Professor (loldsehmidf. Dr. Bloch, Rechtsanwalt Dr. Süssmann. Kaufmann Rehbock, Norbert jOttensoser, Max Burinski, Berthold Altmann und Arnold fc'ohn. Bruder Mannheim Grünberg, bisher Mitglied der Michael-Sachs-Loge zu Königshütte, hat seine Abgangskarte übergeben und wird nunmehr durch Handschlag gleichfalls eingeführt bezw. aufgenommen. Bis zur Zeichenerklärung hielt der w. Präsident die Ansprache an die acht Kandidaten, darauf übernimmt es der. hochw. Delegat Br. Bergel die Zeichen zu erklären, was in überaus eindrucksvoller, erliebender Art und Weise geschieht. Nach der Einführung nimmt Br. Expr. Dr. Preiss das Wort zur Festrede, aus deren Inhalt-hier einiges hervorzuheben sei. Er weist darauf hin. wie die Concordia-Loge gleich dem Orden selbst aus kleinen Anfängen heraus allmählich gewachsen sei und an Bedeutung wie an Ansehen in der Reihe der Jahre, gewonnen habe. In knappen Zügen entwirft er ein Kulturbild jener Zeit, in welcher die Loge gegründet wurde-: er zeigt, weshalb gerade hier im östlichen Deutschland — an der. Grenze Russlands und Galiziens — diese Gründung notwendig und wie sie durch die äusseren Verbältnisse bedingt war: galt es ja doch, in der Hochrlut des Antisemitismus eine Kulturmission zu erfüllen, die sich zwar in eister Linie auf die sittliche und geistige Hebung der hiesigen jüdischen.Bevölkerung erstrecken sollte, aber doch an den Grenzpfählen nicht Halt machen durfte: denn die zweifellos vorhandenen Schäden waren bei dem' niedrigen Kulturzustande der meistsn Glaubensgenossen der' Nachbarländer dort noch grösser, eine ungünstige Rückwirkung auf die hiesigen Juden bei dem regen wirtschaftlichen Verkehr nicht, zu leugnen und die Notwendigkeit der Sanierung deshalb dort noch dringender als bei uns In kurzen Umrissen schildert Redner den Weg. auf welchem die < 'oncordia-Loge den Kardinal forderungen des Ordens gerecht zu werden versuchte, wie sie den höchsten und idealsten Interessen der Menschheit zu dienen sich bemühte, und wie sie trotz mancher Kämpfe und Krisen dieses hohe Ziel nie aus den Augen 17« —

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