Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1908
- Issue
- Nr. 12 - Dezember II
- Date
- 1908-12-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Berlin, Dezember II, 1908 B E R. I C H T "Iii dor 10 Ein sre trage ner Verein. Nummer 12. mm viii s ii ii Eigener Verlag der Grossloge. Bureau: Wilhelm-Strasse 118. Telephon: Amt VI, No. 4619. Nachdruck sämtlicher Artikel aus diesen Berichten verboten. Iahalt: /ur Krage dei Errichtung von Arbeitsnachweisen durch die Gryniloge' \ III l.< in Palästina und die jiid Zentialhibliothek in Jerusalem. — NöchrriaU AV. B. u. E.-* j- Sitzung <!«r Au» Amerika.. — Einige Bemerkungen zur Hebung de- LojjenleKens. — Anden Logeft des VIII dächtnisbuch der tlrossloge - Mitteilungen der Logen Ii. B. I n-eitf Kulturarbeit igendschriftenkommission. — lli-trikt. r - Am dem Ge- Zur Fragte der Errichtung von Arbeitsnachweisen durch die Grossloge. U. O. B. B. Eine iler Hauptursachen der Armut ist die .Arbeitslosigkeit. Will man der. Armut steuern, so muss man zunächst denjenigen, welchen es an Mitteln und Gelegenheit ermangelt, den Unterhalt für sich und die ihrigen selbst zu verdienen, Beschäftigungen anweisen, die ihren Kräften und ihren Fähigkeiten entsprechen. Die Bibel, der wir, wie es allgemein anerkannt wird, so manch wertvolle soziale Idee verdanken, hat uns einen Hinweis gegeben, wie man die Armut verhüten solle. ,AVenn Dein Bruder verarmt und es sinkt seine Hand neben dir, so sollst du ihn stützen, den Fremdling und den Beisassen, dass er neben dir lebe."; M. 25,35 Hier ist nicht die Rede, von Almosengeben und Armenspenden, von Vereinen und Kassen gegen Verarmung und Bettelei, an denen die Hille suchenden mit einer kleinen Gabe abgefertigt und weiter abgeschoben werden, sondern von einem Aufhelfen, von einem Stützen des sinkenden Bruders, dass er nicht ganz falle, sondern neben den andern leben könne. Es wäre nicht uninteressant, das jüdische Schrifttum daraufhin zu untersuchen, ob zu Zeiten umfangreicher Arbeitslosigkeit, wie sie in den grossen Städten besonders während des Winters in den letzten Jahren wiederkehrten, im alten Israel Vorkehrungen getrbffen waren, -um den Arbeitslosen Arbeitsgelege iheit? zu-schälten, und <>b nicht manche Prachtbauten; die grade in den Zeiten der Not entstanden sind, von den Fürsten und Grossen in Israel rnit Absicht ausgeführt wurden, üm der Arbeits Wir wollen uns aber heu trachtungen und gewagter osigkeit zu. begejnen. e mit .historischen Bc- •' Hypothesen* Hiebt beschäftigen, sondern in aller Kürze die Angelegenheit die die Grossl<»ge gebeschäftigt. Wandlungen . die die den Brüdern unterbreiten, genwärtig gan/ besonders Xach mannigfachen' Armcnpfleye durchmachen musste, ist man zur Einsicht gelangt, dass man auf dem Wege des Almosengebens die Armut nicht bekämpfen könne. Man begann daher mit der Einrichtung vrfn. Xotstandsarbeiten, mit der Errichtung .von Arbeiterkolonien und Arbeitsstätten. Das geflügelte Wort des ersten Reichskanzlers!: ...Geben Sie dem Arbeiter das Recht auf Arbeit", hat einen tiefen und w eiten Widerhall in dein I leryen der sozialdenkenden Menschheit gefnnden. Es konnte nicht ausbleibe:? dass auch unser Orden, der die Wohlfahrtspflege als eine seiner vornehmsten Aufgaben betrachtet, der Frage der Arbeitslosigkeit nähertrat [und: die Errichtung von jüdischen Arbeitsnach weisen aufs wärmste empfahl.:': Die judenfeindliche Strömung, die grade auf dem *) Vgl. Maret/ki. Geich, des ferner »ein Referat im Monatsber et _ mir _ Ordens Unti Hri—, hl 1904. S. 50: