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Bericht der Großloge für Deutschland · 1908-01-01 · Nr. 11 - Dezember · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1908
Issue
Nr. 11 - Dezember
Article
Beilage zu Nr. 11
Date
1908-01-01
Page
[Seite] (sequence 10)
Language
German
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werden unsere Ideen und Bestrebungen schneller als wir ahnen in unsere jüdischen Massen dringer und sich dort durchsetzen. "Ist nicht unsere Toynbeehalle ein sichtbares Zeichen dafür, d iss wir mit unseren Grundsätzen auch dort Prora ganda machen- In unserer seltsamen Zeit voÜ unausgeglichener Gegensätze geht ein Zug s ib tilster Vertiefung des Sozialismus, ein Streber nach Versöhnung, nach Heranziehung der Mensche: aus allen Schichten zur Verbrüderung, zur enr gischen Betonung des Humanitätsgedankens vor der höchsten Spitze bis zu den Niederungen de" Menschheit. Das ist der ruhende Pol in der Er "schemungen Flucht. Von uns soll das Licht dei Veredlung ausgehen, bis in die geringste Hütte dringen, sie mit wohltuender Wärme erfüllet die Niederen erheben, sie erleuchten und für die Schönheit des Menschentums erwärmen. B. Das unterschreibe ich gern: es ist nur;j wünschen, dass wir keine Störungen erlebe Sollen wir vorbildlich wirken, so müssen wtr recht vorsichtig in der Aufnahme sein. A. Darauf kommt viel an. Auch hier haben wir die Hohe norh nicht erreicht. Wir müssten uns mehr suchen lassen als werben. Wir nuiss viel strenger in.der Aufnahme verfahren, ^.cir Mclitcn. Das lasKredilieii uns. wenn wir M*ii ~ aufnehmen, die sich bald nachher als Sclrädlin'ge erweisen. Wir müssen eine Phalanx unanta X barer, ehrenhafter Männer bilden, auf die nicht der Schein eines hasslichen Benehmens, schlecht« r m ■ ' r ' Handlungsweise oder sittlichen Makels falle 1 kann. Die Loge soll Charaktere ausbilden, i: r Einfluss soll auf die Erhöhung der Persönlichke ' jedes Bruders gerichtet sein. Darum sollen w r Männer aufnehmen, die für diese Ideale aus volle: 1 Herzen und tiefer Neigung empfänglich sind, A\z fähig sind, egoistische Triebe zurückzudrängen, dt-; einen starken Willen zur Veredlung haben, d:; in dem Order, etwas Höheres suchen als Ze: Streuung und Vergnügungen. Die letzteren sü. : im Orden'nicht ausgeschlossen, a"ber auch s-• sollen von einer höheren Warte aus geleit« . werden, einen höheren Anstrich haben, von feinem ästhetischem Gefühl durchströmt sein. Die Vo, aussetzung, dass der Kandidat vermögend genr , sei. um die Beiträge regelmässig zu zahlen Spenden zu stiften, ist für die Aufnahme njeh: das massgebende nicht das wesentliche, sonder, der ganze Mensch muss in Betracht gezogen, be urteilt werden. Darum bin ich auch dafür, das. jeder Kandidat mit seinem Gesuch einen selbs Huch'druckerei Max Cuhn :'ftih. A. "f. verfassten Lebenslauf beibringt, damit man sehen kann, wes Geistes Kind er ist. Die jetzige Art der Anmeldung genügt nicht, sie gibt kein klares Bild voni dem Wesen und Charakter des Kandidaten. Durch den Lebenslauf wird die Prüfung ei leichtert, die Umfrage auf zuverlässigere Ouellen geleitet. B. Auch meine Erfahrungen gehen dahin, dass auf die Prüfung des Kandidaten recht grosse Sorgfalt verwendet werden möge. Mir ist doch manches zu Ohren gekommen, das unliebsame L'eberraschungen verursacht hat. Wir sind doch keine Besserungsanstalt. Wir müssen entschieden schlechte Elemente fernhalten. Aber ich sehe, Sie sind schon müde, Vir gehen schon lange auf und ab. Noch eines schwebt mir auf den Lippen. . - * ■ I V * Was wir besprochen haben, ist sozusagen das allgemeine Gerüst, Erwartungen allgemeiner Art für die Brüder. Gibt es in unserem Orden Ehren, die der einzelne Bruder erlangen kann: A. Wenn Sie unter Ehren besondere Auszeichnungen, welcher Art sie auch seien, verstehen, solche gibt es nicht, und soll es auch nicht geben. Die Anerkennung für geleistete Dienste ist das ungeteilte Vertrauen und die herzliche Liebe der Brüder. Wohl aber gibt es bei uns Ehrenstellungen, die mit grosser .Autorität verbunden sind. Das ist die tieamtenschatt. Die Beamtenlaufbahn steht jedem Bruder offen, die Anwartschaft darauf muss erst erworben werden. Nicht Jeder wird zum Beamten berufen, und wer dieses hohe Ziel erreichen will, muss seine Persönlichkeit offenbaren, sich als Führer erweisen durch jahrelangen Dienst. Daraus i entspringen auch die Pflichten der Beamten. An gehobener Stelle stehend müssen sie einen weiten Blick haben, (eines Taktgefühl zeigen, und alle jene Eigenschaften aufweisen/ die der Würde und der Hohpit des Amtes entsprechen: LTnd diese muss sich -wesentlich nach zwei Richtungen äussern, in Pflichtgefühl und gutem Beispiel. Die Ehrenstelle des Beamten, namentlich des Präsidenten ist die Krone dessen, was den Bruder, erwartet. Ein jeder trägt den Präsidentenhammer in der Tasche, sorge er dafür, dass er sich ausweist als der rechte Bruder, als treuer, unermüdlicher Diener des Ordens. Da haben Sie mein ganzes Bekenntnis. Es ist spät geworden, ich habe Sie länger aufgehalten, als ich wollte. Aber wenn man aus voller Seele von unserem Orden spricht, findet man sobald kein Ende. Maretzki. Br.ui >. /,.. Berlin S\V., Ritterstras*e 7S.

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