Mannheim
Compact Memory

Bericht der Großloge für Deutschland · 1908-12-01 · Nr. 11 - Dezember · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1908
Issue
Nr. 11 - Dezember
Date
1908-12-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/4864325-6028974-6074181--1371-4865505
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Berlin, Dezember 1908. BERICHT Nummer 11. der GIIOSSLOIIE Pill! DEL TSC Eingetragener Verein. Eigener Verlag der Grossloge. Bureau: Wilhelm-Strasse 1'8. Te'ephon: Amt VI, No. 4619. .' ■ '• ' '. * r ' v'■. '' •„ ' f! ' Nachdruck sämtlicher Artikel aus diesen Berichten verboten. Inhalt: Kin l'nrtljilduiijjslieini für die russisqhen luden in Offenbac.li, — G.ilizien, iSetdu--i.?—•;W.ihU.'-hulen.-— ' * 1 1 *^ , . ' ■ "... * '.'.<■ Jüdischer Orden oder ein Ofden jüdischer Männer. — III. Sitzung des General-Komitee*. Die nein Kiuln m er!.»—nntf der Israeliten in Württemberg. - ' Arbeitsnachweis. — Aus dein Gcdachtnisbueh der Gr<>*glogc. Ein Fortbildungsheim für die russischen Juden in Offenbach a. M. Von Br. Rechtsanwalt Dr. Guggenheim, v- ■ Offenbach am Main. ■ : r." ■ . ] Als im 17. Jahrhundert die Juden aus Frankfurt vertrieben wurden, da suchten sie Schutz in dem benachbarten Ottenbach. Heute spielt sich vor unseren Äugen ein ähnliches Schauspiel ab/ trotz der hohen Kultur; in der wir es seither so herrlich weit gebracht haben. Die Judenverfolgungen in Russland in Verbindung mit der Ausweisungspolitik l'reusjsens und speziell auch unserer Nachbarstadt Frankfurt sind die Ursachen einer Vermehrung der jüdischen Einwohnerzahl Orlenbachs, die uns mit grosser Besorgnis in die Zukunft blicken lässt. Wenn man bedenkt, dass bei der Volkszählung im Jahre 10,00 12! 3 Juden in Offenbach gewohnt haben, d.iss diese Zahl sich bei der Volkszählung von .1905 auf 1763 erhöht halte, und' dass sie heute, nach kaum 3 Jahren mindestens 251x1. wahrscheinlich aber 3000 betragt, so ist durch diese Zahl jede weitere Begründung der vorerwähnten Besorgnis überflüssig. Nur darauf will ich hinweisen, dass bei weiterem Zuzug ausländischer Juden auch bei uns in Bälde Ausweisungen kommen, die nicht nur in der christlichen Bevölkerung, sondern auch in jüdischen Kreisen als eine willkommene Re aktion gegenüber einem Missbrauch des Asylrechts angesehen werden, zumal die Arbeitslosen, die IJausierer und insbesondere,die, auch ausser- L lieh als Ausländer kenntlichen1 Galuier — letztere J ., ■ * durch ihre gegenseitigen Denunziationen — , unseren Behörden viel Arbeit 'machen/' Ich selbst bin der Auffassung. . dass unter aütfli Umständen Mittel und Wege gefunden, werden müssen, um jeden weiteren Zuzug fern l/.U halten, da sonst die Stimmung der ein-' heimischen Bewohner, einerlei welcher. Kon fession. derartig feindlich gegen die ausländischen Juden werden wird, dass sie auch bei jetzt noch toleranten und wohlgesinnten Leuten eine Gefahr bedeutet f'ir diejenigen ausländischen Juden, die sich hier ansässig gemacht haben ,iuhd in der Lage sind ihr Brot zu verdienen. Wenn uns nun auch diese Kalamität ernstlich beschäftigte und den Wunsch zeitigte,-dass möglichst viele dieser Ausländer, wieder < »ffenbach verlassen/möchten, so konnten wir trotzdem bc-1 züglich der hier ansässigen ausländischen Glaubensgenossen nicht untätig sein und mussten üns die Krage vorlegen: was soll mit diesen auf niedrigster Kulturstufe stehenden Leuten . geschehen, die weder deutsch schreiben, lesen noch rechnen können, ja die nicht einmal < russisch sprechen, sondern nur den Jargon? Da ist es das Verdienst unseres Rabbiners Dr. Israel Goldschmidt,, ein* I ortbildungsheim ins Lebeiw gerufen zu haben, - welches, diesen Armen nach des Tages Mühe und Last Erholung und geistige Anregung bieten soll.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.