Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1908
- Issue
- Nr. 10 - November
- Date
- 1908-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 13)
- Language
- German
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stalten sich 237 jüdische Schwachsinnige befanden, dass noch weit giösser die Zahl dor ohne sachgemässe Behandlung in der Familie Verpflegten war, darunter ein grosser Prozentsatz noch bildungsfähiger Minderjähriger im schulpflichtigen Alter. An das Referat auf dem 10. DoutscHsraelitischen Gemeiudetage vom 13. Juli 1903 zu Frankfurt a. M. schloss sich dann jene Aktion an, bei der sich die Fachleute. Geheimrat Sander und Dr. Nawratki den öffentlichen Dank des Redners verdient haben: Ji-r grossen Spenden der Gemeinden Berlin. Breslau, Frankfurt a. M.. Posen. Potsdam. Nürnberg, und zahlreicher Privater, wie Oscar Tietz und anden-r wird gedacht, dem hochherzigen Entgegenkommen der Stadt Beelitz, das bo .fördernd gewirkt hat, wohlverdiente lebhafte Anerkennung gezollt und dem Kaiseipaare, das aus Anlass seiner silbernen Hochzeit der Anstalt die Namen Wilhelm-Auguste-Victoria-Stiftung verliehen hat. gebührende Huldigung dargebracht. Für die Ausführung war eine Summe' vcn nahezu 69000 Mark beisammen, als die Grossloge ai. dem denkwürdigen 17. März vorigen Jahres den Beschluss fasste, sich durch die Zahlung von 40000 Mark als gleichberechtigter Partner dem D. I. G. B. zu gesellen. Was Redner weiter über die tatkräftige und schnelle Ausführung des Unternehmens durch die gemeinsame Kommission der beiden Gründarkörperschaften, über die selbstlose und in ihrem Resultat hochbefriedigende Leistung des Baumeisters Alterthum, über die Gründung des Vereins Beelitz, der übrigens in diesen Tagen ins Vereinsregrster eingetragen ist, über die Ergebnisse der Propaganda zur Ergänzung des Baufonds und Beschaffung der Mittel für die innere Einrichtung zu berichten hat, was er über die Grundsätz e die bei der Auswahl der Zöglinge obgewaltet, haben, ausführt, was von guten Freunden in letzter Zeit in dieser Sache geleistet wurde, dass eine namhafte ■Summe zur Deckung des Etats fehle, ist aus früheren Referaten in diesen Blättern bekannt. Bei der Eröffnung der Anstalt sind bereits 19 Knaben uhd 11 Mädchen aus allen Teilen des deutschen Reiches von Ostpreu8sen bis nach Lothringen vorhanden; bald wird die Vollzahl 40 erreicht sein. Mit der Hoffnung, dass das unter so günstigen Auspizien begonnene Werk den erwarteten Segen verbreite, erklärt der Vorsitzende des Gemeindebandes die Eröffnung der Anstalt für vollzogen. Namens unserer Grossloge begründet der hochwürdige Br. Grosspräsident Timendorfer in herzenswarmen Worten, was unseren Orden bewogen habe, ^ls Mitbegründer des Werkes einzutreten. Br. Dr. W. X., der .sich-'den bisher] von der jüdischen Wohlfahrtspflege übersehenen Zweig humanitärer Betätigung zur Sonderpflege gewählt hat, lenkte die- Aufmerksamkeit des Ordens auf die-zahlreichen unglücklichen Kinder. deren Körper und Geist im frühesten Entwickelungsstadium durch nachteilige Einflüsse an «1er natürlichen Enthaltung gehindert worden ist. Wio die warme Sommersonne aus den Keimen und Knospen, die ein grausamer Reif in der Fiiihllngs.nacht der Verkümmerung geweiht hat, noch die verborgenen Wai nstumskräfto weckt und treibt, so soll die warme Menschenliebe die in unserem < >rdon glüht, sich dieser vergessenen kümmerlichen Met si henkinder annehmen und in ihnen die tief, tief schlummernden Geisteskräfte" anfachen. Dem Leitor der Anstalt und seinen Helfern liegt ■ O ■••^icse schwerste^ karge Erfolge für hingebende Anstrengung bietende Aufgabe, dje einer Mission gleichkommt, ob. Der warme Appell an die Anstaltsbeamten wird diesen in den schweren Stunden der Entmutigung und menschlich begreiflicher Erregung über nicht ausbleibende Misserfolge zur rechten Zeit vor-die Seele treten. Unsere Logen aber und nicht zuletzt die* einzelnen Brüder werden, so weit sie es noch nicht getan haben,.durch den hochwürdigen Grbsspräsidenten herzlich ermahnt, dem Vereine Mitgliederbeiträge zu gewähren und sein zurzeit noch schwaches finanzielles Fundament zu stützen. * Der Stadtgemeinde Beelitz, die die Anstalt so liebevoll aufgenommen und ihr jede Förderung bereitet hat,'spricht er die Bitte aus, dies Haus in Schutz und Obhut zu nehmen: Herr Cantor Friedmann a"us CharlottenbuFg stimmt kraftvoll das Halleluja von Hummel an und leitet zu der Weiherede über. Herr Rabb. Dr. Schreiber aus Potsdam, der in vollem Ornat erschienen ist, bezeichnet diese Stätte als ein Gotteshaus, begründet von einem neuen Geschlechte im Geiste einer neuen Fröm-