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Bericht der Großloge für Deutschland · 1908-11-01 · Nr. 10 - November · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1908
Issue
Nr. 10 - November
Date
1908-11-01
Page
[Seite] (sequence 12)
Language
German
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Festeste, wohl ICO an der Zahl, von den Einheimischen erwartet, eintreffen, und sich auf den von dirStadtgemeinde frisch hergerichteten Waldwegei zum 10 Minuten entfernten Anstaltsgehäudei begeben. Zunächst vom Kieferwald noch verdejrkt. schimmert uns bald der auf einem rlachan Hirtel gelegene, mit seiner hellen Farbe, seineii. roten Ziegeldach mit dem zierlichen Türmchen, fein dem Lamlschaftscharakter angepaieteBaq der Israelitischen Erziehungsanstalt für geistig zurückgebliebene Kinder entgegen. Vom hohen Mäste grüsst die sr-hwarz-weiss-rote Anstaltsfahne. V|er das Haus zum ersten Male erblickt, ist vbn seiner stattlichen Grösse angenehm überrascht. Bei annähernd 40 m Länge ist es l'im tief und obwohl nur ein Ober^eschoss ausser dem Dachstuhl vorhanden ist. erscheinen doch die RaumverhältnisseJbarmonisch, dank der'besonders an der Kordseite durchgeführten feinen Gliederung, die zugleich - die innere Zweckmässigkeit andeutet. BieimEintritt in dieAnstaltvondemjugendlichen Inspektorpaar begrüsst. zeichnen wir uns in die Liste derFestteilnehmerein.fürdieinsinnigerWeise. das erste Blatt der von Ludwig Philipson übersetzten, von Gustav Dortillustrierten Prachtbibel nach dem Wunsche des Gebers, Herrn Direktors Dr. Minden gewählt ist. Bevor die ernste Feier beginnt, ist eine Erfrischung willkommen. Bald drängt Alles nach dem sonst für die gemeinsamen Mahlzeiten bestimmten, heut als Festsaal hergerichteten grössten Räume des Hauses. Schon ist dies/er von nahezu 200 Teilnehmern erfüllt. Viel gern gesehene Gesichter erblicken wir. I'nseren hochwürdigen Grosspräsidenten. Herrn Geheimrat Maretzki, Gross- Sekretär D. Wolff. Siegmund Bergel. Rechtsanwalt A. Story, Sanitätsrat Steinthal und Dr. Hirschberg. Auch unter den Vertretern des D. I. G. B. fehlen unsere Brüder nicht. Es kirnen: Prof. Philippson und Frau. Direktor Minden. Prof. Schaefer und Frau, Geheimrat Boas und Frau; Geheimrat E. Stern, Baumeister Alterthum, Ernil Cohn, Dr. Nawratzki und Frau. Direktor Leszynsky. Amtsgerichtsrat Kalischer. B. Kristeller, Oscar Berlin. Oscar Tietz und Frau, Dr. Gustav Karpeles und Frau und andere. Der Magistrat und das Stadtverordnetenkollegium von Beelitz sind unter Führung ihres Bürgermeisters, Herrn Nürnberg vollzählig erschienen. Die jüdische Gemeinde Berlin ist durch Herrn Dr.WilhelmFeilchenfeld, die Potsdamer Gemeinde durch Justizrat Friedländer, die Breslauer durch Emil Sachs, die Waisendeputation der Stadt Berlin durch Erziehungsdirektor Neubauer, die in Beelitz domizilierende Berliner Lungenheilstätte durch Chefarzt Dr. Pielicke und Oberinspektor Bentzien, die Städt. Idiotenanstalt zu Dalldorf durch Inspektor Piper, die Jacob Plaut- Stiftung durch Dr. Albert Lew vertreten. Unter den Potsdamer Herren bemerken wir neben Justizrat Josephsohn Herrn Bankier Marcus, Sohn und Ehrenbürger der Stadt Beelitz; aus Danzig ist Rabbiner Dr. Kaelter, früher in Potsdam, der sich wertvolle Verdienste um die Sache erworben hat. herbeigeeilt, desgl. einige auswärtige Mitglieder unseres OrJens. z. B. Br. Präsident Lisser von der Henry Jones-Loge aus Hamburg. Ausser den Berichterstattern der jüdischen Presse ist auch ein Redakteur der Vossischen Zeitung und des Beelitzer Kreisblattes erschienen. / Um 1 Uhr lässt der im Vorraum versammelte, aus 35 Herren, Damen und Schulkindern zusammen gesetzte Beelitzer Gesangverein das Niederländische Dankgebet <Wir treten zum beten) erschallen und gibt durch den Wohlklang der jugendlichen Stimmen gleichsam den Auftakt der ernst gehobenen Stimmung, die die folgenden Reden durchweht. Professor Dr. Philippson, der geschäftsführende Vorsitzende * des D. I. G. B., gibt der herzlichen Freude Ausdruck, mit der wir die dem Wohle der von der Natur stiefmütterlich behandelten Kindern geweihte Anstalt eröffneten. Der Historiker lässt einen Rückblick auf die 3000 Jahre alte bewundernswerte soziale Wohlfahrtsorganisation des alten Israel fallen und verankert so glei< hsamdas neueste Werk jüdischer Nächstenliebe in einem sicheren Grunde. Unseren Brüdern ist aus den fortlaufenden Berichten in diesen Blättern erinnerlich, wie der Deutsch-Israelitische Gemeindebund durch zahlreiche Fragen nach einer Gelegenheit zur Unterbringung von jüdischen Schwachsinnigen veranlasst wurde, in den Jahren 1904" und 1905 jene bekannten Enqueten mit dem traurigen Ergebnis zu veranstalten, dass in 37 nicht jüdischen An- — 144 —

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