Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1908
- Issue
- Nr. 10 - November
- Date
- 1908-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/4864325-6028974-6074177--1354-4865489- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
f Berlin, Noverfcber 1908 BERICHT der Nummer 10. i I). Ii. Ii. Eingetragener Verein. Eigener Verlag der Gijossloge. Bureau: Wilhelm-Strasse 118. Telephon: Amt :VI, No. 4619. _L Nachdruck sämtlicher Artikel aus diesen Berichtenverboten. Inhalt: ln»cre Kertenlcolonitsi. — GaBzien. — Kin Brief der fi Uch. Rer.-Kat N.diid.» Lazarus.— Aua dem hWeau dir Orossloge. - Die iunwcihungslcicr der Beelitzer Anstalt, Aüä Amerika; — Logetilcbeii m Badeortcl). «Avis dem Gf dachtnishitch der Grouloge. "! ■ Unsere Ferienkolonien. Ueber den Nutzen der 'Ferienkolonien ein empfehlendes Wort zu sagen ist überflüssig. Jeder einigermassen sozial denkende Mensch weiss zur Genüge, welchen reichen Segen sie stiften, wieviel körperliche und geistige Geslind- 'heit sie bringen, wieviel Frohsinn und Freude an der Natur sie in die kindlichen Seelen pflanzen, wieviel Glück sie in .die Familien tragen, wie ungemein erziehlich sie auf Eltern und Kinder wirken, wie sehr sie geeignet sind, die Kluft zwischen den Schichten der Gesellschaft auszugleichen. Die Idee der Ferienkolonien ist nicht neu.*) Sie ging in Deutschland Ende der sech ziger Jahre von Hamburg aus, wo Frau Wüstenfeld an wohlhabende Landleute ,der Umgegend die erste öffentliche Bitte richtete, arme Schul kinder der Stadt als Feriengäste aufzunehmen. In Hamburg wurde im Jahre 1S75 zu dem Zwecke der wohltätige Schulverein gegründet und im folgenden Jahre gab der Verein die ersten 11 Kinder in verschiedene Familien aufs Land. In demselben . Jahre gründete Pfarrer Bion in Zürich die erste geschlossene Kolonie. Von ihm stammt der Gedanke, die Ki ider auf dem Lande gruppenweise unterzubringen und ihnen in so ausreichender Zahl Erzieher mitzugeben, dass jedem einzelnen Kinde die nötige Aufmerksamkeit geschenkt werden *) Diesen historischen teil entlehne ich dem Aulsatz des Herrn Dl. Lohte {Hamburg) ans den Schriften de» deutschen Vcteins für Armenwesen und Wohltätigkeit »Uber Kinder -Erholungsstätten.« kann. Im Jahre 1S7X gelang es dem Geh. -San.- Rat Yarrentrapp in Frankfurt a. Mi nach dem Muster der Züricher Kolonie J<j Kinder aufs Land'zu entsenden. Bald folgten andere Städte. 1879 D.res'den. Stuttgart, i8qV) Berlin, Leipzig, Karlsruhe, Bremen und liafnien. -Schnell hintereinander folgtet, die anderen,Städte mit dieser Einrichtung. — Im Laufe der Zeit bildeten sich .> Alten von Versorgung der Kinder -in Ferienkolonien: 1. ständige, eigene Ferienheime. 2. zeit: weilige Unterkunftsräume an der See oder auf dem Lande, >. FamiLienpflege. 2p' Vereine besassen [<X)r>- 25 eigene Ferienheime, 11* >■ Vereine sandten in geschlossene Kolonien i 7< >«S5 . Kinder, "H>j Vereine in Landaufenthalt gl* 16 Kinder, darunter I.S41 in Familien,?i Vereine in Halbkojomen mit 733^ Kinder, so dass im ganzen ijjIiJ Kinder die Wohlfahrt der Ferienkolonie genossen'haben. Unser Orden hat sich schön.frühzeitig an dieser sozialen Fürsorge beteiligt. Die Berliner Logen richteten 1 .XN4 die erste Ferienkolonie ein. Mehr und mehr fasste diese Woblfahrtsbestrebung bei den deutschen Logen Wurzel,- sodass wir.heute von einer reichen Entfaltung der Ferienkolonien in unserem Distrikt sprechen können. In diesem Jahre haben 33 Logen Ferienkolonien ausgestattet. Viele Logen, vornehmlich im. Westen (16); aber auch im (>sten (8) haben keine eigenen Kolonien ins Leben gerufen. Das liegt aber nicht, daran, dass sie den Dingen gleichgültig,gegenüberstehen.. In vielen grösseren Städten bestehen schon lange, noch vor Gründung der Logen, Vereine für diesen