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Bericht der Großloge für Deutschland · 1908-05-01 · Nr. 6 - Mai · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1908
Issue
Nr. 6 - Mai
Date
1908-05-01
Page
[Seite] (sequence 12)
Language
German
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Aus dem Bureau der Grossloge. Mit Rücksicht auf ausserhalb Nordhaasens lebende Mitglieder hat die w. Jacob Plaut-Loge beschlossen, im nächsten Tennin ihre Sitzungen abwechselnd Sonntag und Dienstag um fi Uhr und zwar in Htägigen Pausen abzuhalten. Sonntag, den 26. April fand die feierliche Installation der Moritz Lazarus-Loge in Göttingen statt, zu der sich eine stattliche Zahl von Delegierten der Schwesterlogen eingefunden hatte, lieber den Verlauf der erhebenden Feier wollen wir in der nächsten Nummer einen ausführlichen Bericht bringen. Für heute genüge es festzustellen, dass die an der Feier Beteiligten Göttingen mit dem schönen Bewusstsejn verlassen haben, dass die neuen Brüder den besten Willen haben an der Verwirklichung unserer Ideale mitzuarbeiten und dass es somit zu hoffen ist, dass sie auch erfolgreich wirken werden. Der derzeitige Präsident ist Br. Rechtsanwall Julius Rosenberg.< Die Sitzungen rinden .jeden t. Montag und B. Dienstag im Hotel National, Aileestras>e, statt. Die Witwe eines Bruders eröffnet hier ein vornehmes Familienpensionat, in welchem Kinder von Brüdern liebevolle Aufnahme und Pflege rinden sollen. Gleichzeitig ist den Zöglingen Gelegenheit geboten, ihre Kenntnisse auf deu verschiedenen Gebieten des Wissens zu erweitern, da diese Witw1 in der Leitung dieses Pensionats von ihrer Tochter,, einer ausgebildeten Sprach- und Gesauglehrerin unterstützt wird. Nach unserem Prinzip: ..Arbeit nicht Almosen", dürfen wir hoffen, dass unsere Brüder, deren Kinder zu Studienzwecken oder wegen ihres sonstigen Berufes hier weilen, sie diesem Pensionate gern zuführen werden. Dadurch werden sie nicht nur einen Akt der Brüderlichkeit und Pietät gegen ein verstorbenes Mitglied unseres Ordens ausüben, sondern auch ihre Kinder in guten und zuverlässigen Händen wisseu. Nähere Auskunft erteilt das Bureau der Grossloge bereitwilligst. Die Starkenburg - Loge teilt mit, dass sie mit Rücksicht auf lokale Verhältnisse die Sitzungstage vom 2. und 4. Montag jeden Monats auf den 2. und 4. Dienstag verlegt hat. Wegen unliebsamer Vorkommnisse, die infolge Hazardspielens nach den Logensitzungen in einer unserer Logen entstanden sind, wurde im geschäftsführenden Ausschusse angeregt, die Frage der'Ausgestaltung des geselligen Zusammenlebens der Brüder nach Schluss der Logensitzung in den Monatsberichten eingehend zu erörterfi. Die Brüder werden hierdurch ersucht, dieser Angelegenheit ihre Aufmerksamkeit zu schenken and sich über dieselbe zu äussern. Das eingelaufene Material wird baldigst in unserm Logenorgan veröffentlicht werden. v/^^^^^lr^L^ fi:*>/&. üiistr „Arbeitsnachweis". Der soeben erschienene zwölfte Jahresbericht des „Vereins für Arbeitsnachweis", der sein Entstehen dem Edelsinn und der weisen Initiative der drei Berliner Logen verdankt, bietet abermals ein wohltuendes Bild wahrhaft segensreicher Wirksamkeit, die geradezu vorbildlich genannt zu werden verdient. Die vor Jahresfrist bezogenen neuen Räumlichkeiten haben eine Reihe von Neueinrichtungen ermöglicht, die sich vortrefflich bewährten. In vier gesonderten Bureaus werden, von einander getrennt, kaufmännische und gewerbliche Bewerber abgefertigt; ein besonderer Raum dient der Vermittlung weiblichen Personals, und an diesen schliesst sich die Schreibstube an, deren Aufgabe es ist, stellenlosen Kaufleuten und Gewerbetreibenden beiderlei Geschlechts in den Zeiten bitterster .Not das tägliche Brot zu geben, bis sie in Stellung gebracht sind. Unter Aufsicht einer sachverständigen Vorsteherin werden Arbeiten wie Adressenschreiben, Abschriften mit Hand und Maschine, Maschinen-Vervielfältigungen, Massenversand von Katalogen und Preislisten ausgeführt. Um, jedoch auch Personen, die für derartige Beschäftigungen nicht-geeignet sind, einen an- | gemessenen Broterwerb zu verschaffen, hat der Verein das j Iukasso von Mitglieder - Beiträgen hiesiger Wohltätigkeits-; Vereine übernommen und im Berichtsjahre Quittungen im . Betiage von ca. 100OO0 Mk. eingezogen. Die von den Auftraggebern für die verschiedenen Arbeiten eingehenden Beträge kommen natürlich den die Aufträge ausführenden Per- : sonen zugute, da der Verein ein ausschliesslich der Wohl* : tätigkeit dienendes Unternehmen ist. Im letzten Jahre sind für Arbeiten der erwähnten Art 7562 Mk. an zeitweise Beschäftigungslose zur Auszahlung gebracht worden. Die Inanspruchnahme der Schreibstube und des Inkasso-Bureaus sei nachdrücklichst empfohlen. Bietet sich ja hier Gelegenheit, durch Uebertragung der einschlägigen Arbeiten wahrhaft wohltätig zu wirken! Nicht weniger als 2579 Personen sind i. J. 1907 durch den Verein dauernde Stellungen, 698 vorübergehende Beschäftigung vermittelt worden, darunter fünfundsechzig Bewerbern, denen die Sabbath - Heiligung Herzensbedürfnis ist und diesem ihren Empfinden zusagende Posten verschafft wurden. Das ist ein Erfolg, den nur die über die hiesigen Verhältnisse genau Unterrichteten richtig einzuschätzen vermögen. Die Erweiterung des Betriebes hat naturgemäss eine Steigerung der Ausgaben zur Folge gehabt, die sich im Berichtsjahre auf insgesamt 18225 Mk. beliefen. Bedauerlicherweise haben, die Einnahmen damit nicht gleichen Schritt gehalten, sodass die Jahresrechnung mit einem Fehlbeträge von 1013 Mk. abschließt, trotzdem die hiesige jüdische Gemeinde, 1 in richtiger Erkenntnis, dass durch die Tätigkeit des Vereins der Armenetat wesentlich entlastet wird, ihre Subvention auf 3000 Mk. erhöht, die Grossloge für Deutschland, die Berliuer Logen einen Beitrag von 1700 Mk. und andere Körperschaften („Hilfsverein der Deutschen Juden", Alliance israelite universelle etc.) Spenden gewährt haben. Der Bericht schliesst mit nachstehendem Appell:

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