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Bericht der Großloge für Deutschland · 1908-04-01 · Nr. 5 - April · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1908
Issue
Nr. 5 - April
Date
1908-04-01
Page
[Seite] (sequence 10)
Language
German
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der Gemeinde, vielmehr auch aal die wohlhabenden Kreise, welche in Fällen schwerer Krankheit ihrer Familienangehörigen die Sehnsucht empfinden, von einer jüdischen Schwester gepflegt zu werden. " i Möge! ea doch in immer weiteren Kreisen unserer Glaubensgenossen zur Erkenntnis kommen, dass dieser hohe Beruf noch-so vielen Mädchen eine ehrenvolle Existenz und vielen Tausenden von Kranken Hilfe und Aufrichtung bringen könnte. Den Frauen-Vereinen in unseren Gemeiuden fielen nach unserer Meinung in erster R-ihe die ernste Aufgabe zu, hier fördernd und aufklärend zu wirken, insbesondere deu Eltern, welche noch mit mancherlei Vorurteilen über den Stand eiuer Krankenpflegerin behaftet sind, den Ritt zu erteilen, ihre Töchter diesem Beiuf zuzuführen. . * j . - i. I Der Frauen-Verein der Berliner Logen. Am Ss März (f. J. beging der i Frauen-Verein der Berliner Logen 1". O. B. B. das Fest, seines 20jährigen Bestehens in den Räumen des „ Künstler-Hauses", Bellevuestr. 3. Die Feier wurde durch einen Festakt eingeleitet, der mit einem weihevollen' Gesang der Frau Paula Weinbaum begann. Hierauf folgte die Begrüssung durch den dem Beirat des Vereins angehörenden Herrn Geh. Sanitätsrat Dr. Maretzki. Dieser wies in schönen Worten auf die Bestrebungen und Ziele des Vereins hin und gab der Hotlnung Ausdruck, dass jedes gute Korn, das durcli die Tätigkeit des j Vereins gesät wird, auch seinen Boden rinden möge, damit es aufgehen könne; zum Lichte, zum Ruhme der Wohlfahrt und zum allgemeinen Wohle der Menschheit Die Festrede, von der Vorsitzenden, Frau Minna Schwarz, gehalten, gab in kurzen Worten und Zahlen ein Bild von dem Wirken des Frauen-Vereins während der vert! «nen^O Jahre. — Von der Gründung des Vereins im .Jahre 1H88 an bis z/im Frühjahr 1899 Jwidmetesich dieser nur der Unterstützung armer jüdische*1 Glaubensgenossen. Unter dem Vorsitz des Herrn Moritz Jabtönsky, der durch seine rührige Arbeitskraft und nie erlahmende Pflichttreue vorbildlich für die Mitglieder der Vereinigung wirkte, wuchs diese und erfreute sich allgemeiner Wertschätzung. Um seinem aufrichtigen Danke für den langjährigen Vorsitzenden Ausdruck zu geben, ernannte der Verein Herrn Jablon^ky zu seinem „immerwährenden Ehrenmitgliede" und überreichte ihm ein Diplom, gleichzeitig als Erinnerung an das 20jährige Stiftungstest. — Bis zum Jahre 1899 wurden an Unterstützungen Mk. 26727,— gezahlt. Kohlen wurden alljährlich 00-100000 Stück an Bedürftige verabfolgt. — In vielen Fällen gelang *s durch Schaffen von Arbeit in den ver- - •hiedenen Erwerbszweigen, wie durch Hergabe von Nähmaschinen und son.-tigen Arbeits-Utensilien zur Aufrichtung der Existenz der Petenten beizutragen Ende März 1899 begann der Verein seine Haupttätigkeit der „Wochenpflege" zuzuwenden;- sein Wirken auf diesem Gebiet ist wahrhaft segenbringend. Es werden 15 Pflegerinnen beschäftigt, die durch diese Betätigung einen Erwerb für sich und ihre Familien gefunden haben. Bis Ende Dezember 1907 wurden 1243 Pflegen mit einem Kostenaufwand von Mk. 34 722,05 ausgeführt. In Fällen besonderer Notlage wurden an die Wöchnerinnen und deren Familien an Fleisch Mk. 980,45 für Naturalien Mk. <>79,10, für Verbandstoffe Mk. 429,70 und für Säuglings Wäsche Mk. 230 verausgabt. — Die Mitgliederzahl des Vereins beträgt jetzt 930f der Jahresbeitrag Mk. 6,—. Die Einnahmen werdeu durch jährliche Subventionen der 3 Berliner Bnei-Briss-Logen, sowie durch den »Verein zur Unterstützung armer jüdischer Wöchnerinnen" und durch Spenden der Mitglieder erhöht. — Nach den statistischen Ausführungen der Vorsitzenden und dem Dank an alle, die dazu beigetragen haben, ^den Verein zu seiner jetzigen gedeihlichen Entfaltung zu bringen, nahm der hochwürdige Grosspräsideut, Herr Justizrat Timendorfer, das Wort, um für die Grossloge und die 3 Berliner» Logen die Glückwünsche zu übermitteln. Seine vom Herzen kommenden und zu Herzen gehenden Worte, sowie die Anerkennung, die aus diesen sprach, werden dem Verein eine köstliche Erinnerung und ein fernerer Ansporn für seine ernste Arbeit sein. Für die hiesigen Schwestern-Vereine nahmen 14 Delegierte das Wort, um die Glückwünsche ihrer Vereinigungen zu überbringen. Aus den Städten Breslau, Kattowitz, Posen, Halle und Magdeburg waren Vertreterinijen gekommen, um an der Feier teilzunehmen. — Nach dem Schlusslied der Frau Paula Weinbaum endete der ebenso schöne wie erhebende Festakt, um nun die Teilnehmer zum Souper zi vereinigen. Ein in herrlichen poetischen Worteu ausgebrachter Kaisertoast des Herrn Rabbiner Dr. Eschelbacher leitete den zweiten Teil der Jubiläumsfeier ein, dem eine Begrüssung durch Frau Paula Neufeld folgte. Erhöht wurde die Festesstimmung durch ein Tafellied, verfasst von Frau Natalie Ohnstein, das in schönen Melodien die Betrebungen des Vereins' zum Ausdruck brachte. Nachdem noch Frau Dr. Eschelbacher den bisherigen Vorsitzenden und den jetzigen Vorstand in ihrer so herzlichen Art gefeiert und ein Bruder der Montefiore- Lf'ge, Herr Covq, sich in1 liebenswürdigster Weise die „Immeiwährende Mitgliedschaft" durch eine Spende von Mk. 300,— erbat, trat der Tanz in seine Rechte und hielt die Teilnehmer noch bis zum frühen Morgen vergnügt zusammen. j/Hk Der Schwesternbund der Concordia - Loge, Kattowitz. Bericht für das Jahr 1906-1907. Wir haben auch in - diesem Jahre unser Hauptaugenmerk auf den Kinderhort gerichtet. Leider reichen unsere Mittel nicht aus, um auch im Sommer diese Wohlfahrtseinrichtung weiter zu pflegen.' Anfangs Oktober eröffneten wir wieder den Kinderhort. Auf Veranlassung unseres würdigen Präsidenten haben wir in dankeswerter Weise vom Magistrat ein Schulzimmer in der höheren Töchterschule zu unserer Verfügung bekommen. Es finden sich täglich nachmittags 16—18 Kinder dort ein, die unter Aufsicht von Frl. Kochmann ihre Schularbeiten machen, zur Vesperstunde Milch und Semmel gereicht bekommen und dann durch Spiel und Handarbeiten bis 6 Uhr abends beschäftigt werden.

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