Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1908
- Issue
- Nr. 4 - März
- Date
- 1908-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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dass das eingegangene Geld auch verbraucht wird, aber man wird doch nicht den Gedanken unterdrücken können, dass zu einer wahren Macht auch Geldmittel gehören, und dass es ein wünschenswerter Zustand wäre, einmal längere Zeit zu sparen, um dann sehr viel grössere Ausgaben aus den Zinsen machen zu können. Vielleicht wäre auch die Mahnung am Platze, dass die Logen ihren Ausgabe-Etat etwas mehr sichten sollten Die einmal bewilligten Ausgaben, sie werden debattelos weiter bewilligt, ohne dass für jedes Jahr das Bedürfnis geprüft wird. Ich möchte auch, dass die Logen besonders zusammenstellen, was sie an Regiekosten, für Repräsentation und für Vergnügungen ausgeben. Hierbei nach Möglichkeit zu-sparen, wurde sicherlich empfehlenswert sein. Die Begründung eines neuen Logenheims während der Berichtszeit hat nicht stattgefunden. Eiae solche Neogrändung von Logenheimen scheint vollständig ins Stocken gekommen zu sein. Bei der wiederholten Aussprache über die Ausgestaltung der Monatsberichte hat sich als übereinstimmende Ansicht ergeben, das als Inhalt, der am meisten interessiert, noch immer die Berichte der Logen zu gelten haben. Und doch kommen die Logen trotz aller eindringlichen Bitten der Grossloge diesem allgemeinen Wunsche nicht entgegen. Veröffentlichungen über die innere Tätigkeit der einzelneu Logen sind von unschätzbarem Werte, und nur wenn unsere Monatsberichte solche in grosser Zahl enthalten, können sie ein Spiegelbild des Lebens, des Strebens und des Wirkeos in unserem Distrikt sein. Aus solchen Berichten können die Logen erfahren, was ihre Schwestern treiben, welche Aufgaben sie sich gestellt, welche sie gelöst, welche Wohlfahrtseinrichtungen sie begründet und in welcher Weise diese sich bewährt haben oder nicht. Wenn die Logen diesen oft ausgesprochenen Wünschen nachkommen, dann, aber auch nur dann, werden die Monatsberichte ihren Hauptzweck erfüllen und zur gegenseitigen Belehrung, zur Anregung und Befruchtung dienen. Ueber die Sonstigen Wünsche behufs anderweiter Ausgestaltung der Monatsberichte wird die Grossloge nach den vorliegenden Referaten zu beschließen haben. Mir selbst liegt der von mir ausgesprochene Wunsch am meisten am Herzen. '. Im Jahre 1906 sind 8 Nummern der Monatsberichte mit 4 Beilagen und im Jahre 1907 10 Nummern mit 1 Beilage erschienen. Die geringe Zahl der Beilagen i»t auf den verschiedentlich ausgesprochenen Wunsch zurückzufuhren, das, was in den Beilagen steht, doch in dem Hauptblatt zu veröffentlichen. Der „Wegweiseru, an den wir uns gewöhnt haben, ihn als Beilage zu den Monatsberichten zu sehen, soll nach den Beschlüssen der Jugendschriften-Kommission -zu einer Jugendzeitschrift ausgestaltet werden. Ausser dtm kritischen Teil soll er anregende Artikel für die Jngend bringen. Der geschäftsführende Ausschuss hält es nicht für praktisch, dass der kritische Teil des „Wegweiser" zusammen mit den belehrenden Aufsätzen erscheinen soll, wünscht vielmehr getrennte Nummern. Auch hierüber wird sich die Grosaloge auszusprechen haben. Die Gewinnung der Jugend für das Judentum und für die Ordensidee bildet augenblicklich eine besondere, vielseitige Tätigkeit innerhalb des Ordens. Kein Wunder, denn wer die Jugend für sich hat, der hat die Zukunft für sich. Es haben sich an vielen Orten Vereinigungen gebildet, die Vorträge für die Jugend veranstalten; die Bildung von Jugendvereinen gilt als erstrebenswertes Ziel vieler Logen. Die Grossloge hat im Jahre 1906 für die Jugendliteratur 3240.85 M. und im Jahre 1907 2472,15 M. ausgegeben. Sehr ertreulich ist die Zuwendung eines Bruders der Berthold Auerbach-Loge von 1500 M. zur Prämiierung geeigneter Schriften für die jüdische Jugend. Grade aber mit Rücksicht auf die Bedeutung dieser Bestrebungen gilt bei dieser Frage eindringlich der Mahnruf: „caveant consules". Die jüdischen Eltern gelten als besonders zärtlich. Sie bewahren ängstlich ihre Kinder vor l.' Überladung des Magens. Um wieviel mehr muss man die Kinder vor Leberladung des Herzens bewahren, denn der Magen hilft sich oft genug selbst, das Herz aber treibt das, was es empfängt, durch den ganzen Körper. Wenn der Körper anfängt, eine schiefe Richtung zu gewinnen, wenn eine Verwachsung zu befürchten ist, wie schnell laufen die jüdischen Eltern nicht zum Arzt, um das Kind davor zu bewahren. Nun,' eine einseitige Richtung des Herzens und [ des Gemüts ist auch eine Art Verwachsung nnd davor sollten die Kinder noch weit mehr bewahrt werden. Und deshalb, so anerkennenswert die Bestrebungen sind, die Logentätigkeit auszudehnen auf die Einwirkung auf die Jugend, grade in diesem Punkte müsste die sicherste Gewähr geboten werden, dass diese Tätigkeit auf Bildung des Herzens, Gemüts und Charakters sich nicht einseitig vollzieht. Die Einrichtung der Logenbesuche durch die Mitglieder des General-Komitees hat sich vortrefflich bewährt, und von allen Logen wird der Wunsch nach Wiederholung dieser Besuche ausgesprochen. Während im Jahre 1906 37 Logen — die Berliner Logen werden hierbei nicht mitgezählt — besucht worden sind, wurden im Jahre 1907 47 Logen besucht und in beiden Jahren einige Logen wiederholt. Einige Mitglieder des General-Komitees haben die übernommenen Besuche nicht ausgeführt. Die meisten Besuche hat in dankenswerterweise Br. Bergel abgestattet. * Die Berichte der Delegierten sind überwiegend erfreulich. Es fehlt aber auch nicht an gegenteiligen Berichten. Der Inhalt dieser Berichte kann unmöglich öffentlich besprochen werden, und doch wäre ein ausführliches Referat durchaus notwendig; denn es gibt direkt notleidende Logen, bei denen eine Verbesserung der Zustände herbeigeführt werden muss, wenn die Logen überhaupt erhalten bleiben sollen. Vielleicht setzt die Grossloge eine Kommission ein, welche dem General- Komitee über diese Berichte zu referieren und Anträge in Vorschlag zu bringen hat. Von einer Anzahl Logen ist die Grossloge nach wie vor zu Beiträgen für Vortragszwecke in Anspruch genommen worden. Die geforderten Beiträge sind in keinem Falle abgelehnt worden, und werden auch voraussichtlich in der'Zukunft nicht abgelehnt werden. Die Ausgaben der Grossloge