Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1907
- Issue
- Nr. 9 - November
- Date
- 1907-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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einander einen Hauch von dem freundschaftlichen, brüderlichen Geiste, "der in ihren Herzen waltete. Etwa 30 Schwesterlogen waren durch Delegierte vertreten, und die Brüder der Nachbarlogen Hannover, Halberstadt und Magdeburg zeigten ihr besonders warmes, lebhaftes Interesse durch sehr zahlreiches Erscheinen. Nachdem einige Minuten in freundschaftlichem Geplauder mit alten und neuen Bekannten verstrichen waren, begann um 3V2 Uhr die Installationsfeier. Es war ein erhebender Augenblick, als die neuen Brüder unter den feierlichen Klängen des Harmoniums, geführt von dem Expräs. Br. Frensdorf den dem Ernst der Feier entsprechend würdig ausgestatteten Logensaal betraten und inmitten der 92 Delegierten der Schwesterlogen Platz nahmen. Vor ihnen erhob sich das Podium mit den Mitgliedern der Grossloge. Vorsitzender war der hoch würdige Grosspräsident Br. Justizrat Timendorfer, assistiert von Br. Wisloch und Br. Bergel. Vizepräsident: Expräs. Br. Sperling, assistiert von Expräs. Br. Laqueur, Protok. Sekretär: Expräs. Br. Wolff, assistiert: von Br. Dr. Finkel, Finanzsekretär: Expräs. Br. Dr. Blumenthal. Schatzmeister: Expräs. Br. Dr. Frankenstein, Mentor: Expräs. Br. Frensdorff. assistiert von den BBr. Expräs. Dr. Meyer und Lindenthal, Marschall: Expräs. Br. Joseph, Wächter: Expräs. Br. Eugen Cahen. Der hochwürdige Grosspräsident Br. Timendorfer empfing die Petenten mit einer Ansprache, in der er ihnen die Ziele und Aufgaben des Ordens Bnei Briss auseinandersetzte. In meisterhafter, nach Form und Inhalt vollendeter Rede verstand er es, die Pflichten, die der Orden seinen Mitgliedern auferlegt, die Tugenden, deren Pflege er sich zur Aufgabe macht, aus dem Leben und den Werken jenes Mannes herzuleiten, dessen Namen zu tragen die Braunschweiger Loge sich die Ehre gegeben hat, in stolzer Erinnerung daran, dass eine Brauuschweiger Schule, die Samsonschule in Wolfenbüttel, Leopold Zunz zu ihren Schülern zählte.*) Nachdem die Frage des Grosspräsidenten, ob die Petenten auch jetzt noch gewillt seien, die Loge zu begründen, von allen bejaht worden war, verpflichtete Vize-Grosspräsident Br. Wisloch die neuen Brüder für den Orden, machte sie mit dem Ritual bekannt und mahnte sie, stets an den Idealen des Ordens festzuhalten. Grossschatzmeister Br. Bergel führte.darauf die zu Beamten gewählten Brüder in ihre Aemter ein, indem er einem jeden einzelnen seine Aufgaben auseinandersetzte. . Dann verlas Expräs. Br. Wölfl' den von der Grossloge ausgestellten Freibrief, und der Grosspräsident erklärte kraft seines Amtes die Leopold Zunz-Loge als fesetzlich konstituiert. Mit herzlichen Wünschen für die neugegründete Loge überreichte er dem Präsidenten den Freibrief mit dem Ersuchen, am Tische der Grossloge Platz zu nehmen, und gab der Ueberzeugung Ausdruck, dass Br. Mielziner als Präsident der rechte Mann am rechten Platze sein werde. Nach dem Grosspräsidenten brachten 18 Delegierte bald in kürzerer, bald in längerer Rede namens der Schwesterlogen ihre Glückwünsche dar, und es war für die neuen Brüder ein eindrucksvoller Beweis für die hohe geistige Reg- •) Auszüge aus dieser Bede sind an anderer Stelle abgedruckt. samkeit, die in dem Orden herrscht, dass jeder der Glückwünschenden seinem Thema neue Seiten abzugewinnen, sei es durch die Persönlichkeit Leopold Zunzens, sei es durch geschichtliche Ereignisse und Verhältnisse irgend eine Beziehung zu dem Geburtstagskinde herzustellen wusste. Berechtigte Freude, der Familie der Grossloge ein neues Glied gewonnen zu haben, klang aus den Worten des Delegierten der Mütterloge „Zion", des Br. Frensdorff, der zugleich als Zeichen der besonderen Teilnahme der Hannoverschen Brüder an unserem Wiegenfeste ein Paar silberne Leuchter als Angebinde überbrachte. Nachdem all die guten Worte und Wünsche verklungen waren, erhob sich, sichtlich gerührt, der Präsident der L. Zu- L., Br. M i e 1 z i n e r, und gab in nachstehenden Worten den Gefühlen der Dankbarkeit Ausdruck: „Unter den mächtigen und erhebenden Eindrücken der verflossenen Stunden vermag ich kaum die rechten Worte zu rinden, den überquellenden Gefühlen der Dankbarkeit, die mich vornehmlich in diesem Augenblick beseelen, angemessenen Ausdruck zu geben. Es geht mir wie einem im frohen Anlass überreich beschenkten Kinde. Es fühlt, dass ihm über Erwarten und Verdienst Liebe und Wohltaten zuteil geworden sind und vermag in seiner übergrossen Freude und Aufregung nur ungelenk einen Dank zu flüstern. Auch ich habe die Empfindung, und sicherlich wird sie geteilt von allen heute in den Orden aufgenommenen Brüdern, dass uns herrliche köstliche Gaben der Liebe und des Wohlwollens von allen Seiten dargebracht sind, zunächst, wenn ich im Bilde bleiben darf, von dem teuren Vaterhaus, der hochwürdigen Grossloge, der wir unser Dasein verdanken, die unsere ersten Schritte behütet und geleitet und uns heute als kostbares Geburtstagsgeschenk den. Freibrief in die Wiege gelegt hat, der uns als vollwertiges Familienmitglied mit allen Rechten und Pflichten ausweist. Im Namen der Mitglieder der Leopold Zunz-Loge verspreche und gelobe ich, dass wir eifrig und redlich bestrebt sein werden, unserer Kindespflicht zu genügen, indem wir allezeit in Liebe und Treue dem Vaterhause anhängen, Hilfe and Schutz auch fernerhin bei ihm suchen, seine Zustimmung und Anerkennung zu erringen stets bemüht sein werden. Nicht minder herzlich und aufrichtig richtet sich unser Dank an das hochwürdige Oberhaupt der Familie, dessen milden und weisen Lehren und Ermahnungen wir andächtig und ergriffen lauschten. Insbesondere danke ich dem hochw. Grosspräsidenten wie den assistierenden Beamten der Grossloge im eigenen wie im Namen des Beamtenrats für die liebevolle Einführung in unsere Aemter. Ich darf für meine eigene Person hieran das Gelöbnis knüpfen dass ich innerhalb der Grenzen meiner schwachen Kraft nnd meiner Fähigkeit bemüht sein werde, das mir anvertraute, verantwortungsvolle Amt pflichtgetreu und gewissenhaft zu verwalten, und ich glaube die gleiche Versicherung namens der übrigen installierten Beamten abgeben zu dürfen. Nächst dem Vaterhause und dem Familienoberhaupt gebührt unser Dank den lieben Brüdern, die zu unserer grossen Freude so zahlreich hier erschienen sind. Wir danken Ihnen für Ihr Erscheinen, für Ihre brüderliche Teilnahme, wie iür die herzlichen Glück- und Segenswünsche, die Sie namens der Schwesterlogen uns dargebracht haben. Eingedenk des .Schrift-