Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1907
- Issue
- Nr. 9 - November
- Date
- 1907-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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BERLTN, im November 1907. No. 9. Bericht der Grossloge für Deutschland u. o. B. B. Nachdruck sämtlicher Artikel aas diesen Berichten, verboten. Fernsprecher: D. Wolff, VI. No. 4619, Wilhelmstrasse 118. Inhalt: Expräsident Br. Leopold Plaut. — Erinnerungen an Leopold Zunz. — Die zweite Hauptversammlung des Verbands der Deutseben Juden zu Frankfurt a. M. — Unsere Toyubeehalle. — Installation der Lcjbpold Zunz-Loge. Braunschweig. — Aus den Logen des VIII. Distrikts. — Aus dem Gedächtnisbuch der Grossloge. — Mitteilungen" der Logen. * ' "■ Expräsident Br. Leopold Plaut geb. am 7. Januar 1853, gest. am 29. August 1907. Die traurige Kunde vom Heimgänge des Br. Expräsident Leopold Plaut ist durch eine Verkettung von Umständen erst später zu uns gelangt, zu einer Zeit, in der unser Monatsbericht bereits Im Drucke sich befand. Wir wollen hier das Versäumte nachholen und geben den warmen Nachruf wieder, den der derzeitige Präsident der Sinai-Loge in der ersten Sitzung nach den Ferien dem Verewigten gewidmet hat. ' „Wir betreten heute unsere Logenhalle mit geteilten Gefühlen; freudig bewegt insofern, als wir nach viermonatlicher Pause unsere Arbeiten mit frischer Kraft wieder aufnehmen; schmerzlich bewegt insofern, als der Tod in unsere Reihen eine Lücke gerissen hat, die wieder auszufallen sicherlich schwer sein wird. Unser lieber Bruder, Expräsident Leopold Plaut ist nach langem, qualvollem Leiden in die Ewigkeit abberufen und wir alle betrauern tief den Heimgang dieses trefflichen Menschen und Bruders. Als Mitbegründer unserer Sinai-Loge war er einer von denen, die das für unsere ideale Sache abgegebene feierliche Gelöbnis bis zum letzten Atemzug treulich gehalten hat. Er wurde nicht wie so mancher fahnenflüchtig und an ihm ist somit ein Ben Briss im wahrsten Sinne des Wortes dahingegangen. Leider war es ihm durch jahrelange Leiden in der letzten Zeit nicht möglich, regelmässig an den Logen, Sitzungen teilzunehmen, aber so oft es ihm sein Gesundheitszustand gestattete, war er hier zu finden. Selbst im letzten Stadium seiner Krankheit hat er es noch im April ermöglicht, weil die Pflicht ihn rief, in der Logenhalle zu erscheinen, um die Installation der Beamten vorzunehmen. Unvergesslich sind mir seine bei dieser Feier an die neuen Beamten gerichteten herzlichen Worte, indem er diese bat, in ihrem Interesse für unsere Loge nicht zu erlahmen und alle Kraft aufzubieten, um die Sinai-Loge auf die Höhe zu bringen, die wir seid ihrer Gründung mit Ernst und Eifer anstrebten. Er fasste seine Aufgabe als Logenbruder ebenso heilig und ernst auf, wie seine Aufgabe.als Mensch und wie er diese erfüllt hat, das bewies am besten die Teilnahme und die Trauer bei seinem Hinscheiden. Leopold Plaut ist, ich glaube, dass kann ich ruhig behaupten, ohne jedweden Feind ans dem Leben geschieden. Er war ein trefflicher Mensch ohne Falsch und Fehle, eine wohltätige Natur, ein wahrer Freund seinen Mitmenschen. - Wo wir hier einen Mann mit solchen Charaktereigenschäften vor uns hatten, der einem jeden zugetan war, um wieviel besser hat er es mit denen gemeint, die mit ihm durch das Logenband brüderlich verbunden waren. Stolz durften wir sein, Leopold Plaut zU den Unseren rechn«>Htir"*äT[rfen, und berechtigt ist unsere Trauer, unser Schmerz über den Heimgang dieses edlen Bruders. J Unser verehrter Bruder Doctor endete seine trefflichen Worte am Grabe des Heimgegangenen damit, dass er sagte, Leopold Plaut hätte nicht, gewünscht, dass um ihn getrauert würde, die richtige Trauer beim Heimgang eines solchen braven und vorzüglichen Menschen sei die, dass man sich bestrebe, nach seinem Vorbild zu leben, in seinem Sinne zu wirken, und wir Brüder können das Andenken an unseren lieben Bruder Plaut in der Tat nicht besser ehren als dadurch, dass wir uns in dieser feierlichen Stunde geloben, nach seinem Vorbild zu leben, za wirken, zu handeln, damit wir mithelfen das zu verwirklichen, was er jederzeit erstrebt hat. Sein Bild, sein versöhnlicher Sinn, seine Freude am Wohltun, seine Liebe zur Menschheit, seine edle Denkungsweise wollen wir uns stets vor Augen halten, dann bewahren wir am besten das schönste Andenken ap diesen lieben braven Menschen, an diesen wahrheitstreuen und guten Bruder, an diesen echten Ben Briss. Möge ihm die Erde leicht sein!" Erinnerungen an Leopold Zunz. (Installationsrede des ßr. Timendorfer). Die Rede unseres Grosspräsidenten Br. Timendorfer bei der Installation der Leopold Zunz-Loge zeichnete sich durch die bekannten Vorzüge aus und machte durch den warmen Vortrag auf die Neueingeführten und die übrigen Festteilnehmer einen tiefen Eindruck Was aber diesmal als besonders wertvoll hervorgehoben zu werden verdient.