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Bericht der Großloge für Deutschland · 1907-10-01 · Nr. 8 - Oktober · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1907
Issue
Nr. 8 - Oktober
Date
1907-10-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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BERLIN, im Oktober 1907. No. 8. Bericht der Grossloge für Deutschla U O. B. B. Nachdrack sämtlicher Artikel aus diesen Berichten verboten. Fernsprecher: D. Wolff, VI. No. 4619, Wilhelmstrasse 118. Inhalt: Zum Todestage des Br. Adolph Mayer. — Die Wurzeln des Uebels (Srhluss). — Die Entyt'ickelung unseres Ordens in 1905 C6. — Vom Gesamtarchir der Deutschen Juden. — Aus dem Bureau der Grossloge. — Eine neue Logenstiftung. — Das Erziehungsheim in Beelitz. — Aus den Losen des VIII. Distrikts. — Aus dem Kreise unserer Brüder. — Aus dem Gedäclitnishuch der Grossloge. Zum Todestage des Br. Adolph Mayer. (19. Oktober 1907.) Man setzt keine Denkmäler den Gerechten, ihre Taten erhalten ihr Andenken bei der Nachwelt. An diese Worte der alten jüdischen Lehrer erinnert ans der nahende Todestag des unvergeßlichen Br. Adolph Mayer. Ein Jahr'ist dahin, seitdem das Grab sich über die irdische Hülle dieses Bruders geschlossen hat; das was sterblich an ihm war, ist unseren Augen entrissen worden. Wir können nicht mehr die Liebenswürdigkeit sehen, die seine Persönlichkeit ausstrahlte, wir können nicht mehr den herzlichen, warmen Händedruck fühlen, mit dem er uns begegnete, er ist von uns geschieden, aber nicht getrennt; im Geiste bleiben wir eng mit ihm verbunden. Denn die Sparen, die er hinterlassen, sind unverwischbar, die Saaten die er ausgesäet, unzerstörbar. Vor einem Jahre haben bei der Trauerfeier unsere Brüder geschildert, was wir au dem Verewigten verloren, jetzt nachdem der Schmerz einigermassen gelindert, das Gemüt ein wenig beschwichtigt ist, wollen wir hervorheben, was uns von ihm geblieben ist: die Schöpfangen seines Geistes, die Taten seines Herzens, die Werke seiner aufrichtigen Menschenliebe. Der Verewigte gehörte nicht za denen, die sich durch faszinierende Rednergabe aaszeichnen; an die Stelle des Wortes trat bei ihm die Tat, er befolgte den Grundsatz eines unserer Lehrer: „Sprich wenig und tue viel', und in edlem Tan and Schaffen war er gross. An den verschiedensten Zweigen der Wohltätigkeit, die in Logenkreisen gepflegt werden, nahm er regen Anteil. Und die neuen Aufgaben, die sich der Orden gestellt, um den Kreis seiner Tätigkeit zu erweitern, spornten den Tatendrang des Br. Mayer immer mehr an. Freudig fibernahm er die von der Grossloge ihm anvertraute Organisation der jüdischen Krankenpflegerinnen und führte sie trotz der vielfachen Hindernisse und Schwierigkeiten mit Energie und Entschlossenheit durch. Die ansehnlichen Erfolge, die wir bis jetzt erzielten, sind als Unterpfand seiner Menschenliebe und seiner Tatkraft zu bezeichnen. Besonders aber waren es die Ferienkolonien, denen er mit seinen reichen Gaben des Geistes und des Herzens zu dienen sich entschlossen hat. Ja er war es, der den Logen dieses neue Gebiet der praktischen Nächstenliebe zugewiesen hat. Als im Anfang der achtziger Jahre auf Anregung des anvergesslichen Kaisers Friedrich die Frage in Fluss. kam: wie schaffen wir den1 in denkbar ungünstigsten Verhältnissen heranwachsenden Kindern unserer armen Mitbürger eine Erholung, welche es ermöglicht, den siechen Körpern eine Kräftigung, den kranken Organen eine Heilung zu geben, da widmete »ich unser Bruder Mayer im Verein mit den besten und edlen Mitbürgern diesem neuen Zweige humaner Arbeit. Und nach elfjähriger segensreicher Tätigkeit, ausgerüstet mit den Erfahrungen, die er auf diesem Gebiete gesammelt hatte, trat er im Jahre 1801 an die Logen heran und unterbreitete in einem schlichten, warm gehaltenen Referate dem General-Komitee den' Antrag: „DenLogen des VIII:Distrikts ist überall zu empfehlen, Ferienkolonien ins Leben eu rufen oder da,^ wo dies nicht Angängig ist, für Unterbringung von Kindern in geeigneten Ferienheimen besorgt zu sein.* Und mit welcher Hingebung und Schaffensfreude hat er diese neue Schöpfung der Logen gefördert? Seinen rastlosen Bemühungen verdanken die Ferienheime in Eimen, Misdroy, Schrecksheide und andere Kinderheilstätten ihre Entstehung, seiner Energie und seinem weisen Rat sämtliche Ferienkolonien der Logen ihre Organisation. Er war Pfadfinder und Wegweiser auf diesem Gebiete, als er unter uns weilte, und nach seinem leuchtenden Vorbilde und in seinem Geiste arbeiten wir auch jetzt nach seinem Tode. Ueberau wo das Banner des O. U. B. B. stolz in den Lttiten flattert, sind, wie der Verr ewigte es erstrebt und geholte hat, Ferienkolonien entstanden und unsere Brüder sorgen für die Erholung und Kräftigung der schwachen Kinder nach dem berühmten Muster des Br. Adolph Mayer. Unvergesslich bleiben seine Verdienste, sein Andenken wirkt segenbringend fort in unserer Mitte. Denn die Weisen leuchten wie des Himmels Glanz, und die andere zum Wohltun angeregt, wie die Sterne für und für. wie der Dichter diesem Gedanken Ausdruck verleiht: „Der edle Manu lebt" nie vergebens, Er geht einst, hemmt sich hier sein Laut. Nach Sonnenuntergang des Lebens Als ein Gestirn der Nach weit auf." . . *

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