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Bericht der Großloge für Deutschland · 1907-06-01 · Nr. 5 - Juni · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1907
Issue
Nr. 5 - Juni
Date
1907-06-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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uns, wir haben Anteil an »einer Arbeit, an den dauernden Werten, die er schuf. Wir bekennen Toll Stolz, dass er mit uns gearbeitet hat, dass er unser war. Darum bleibt ihm für immer dankbare Erinnerung in unseren Herzen bewahrt. Sie liebe Brüder, haben einer Anregung Ton meiner Seite freudig Folge geleistet und haben durch freiwillige Beiträge, wofür ich Ihnen herzlich danke, eine Dr. Max Friedberg-Stiftung begründet, die in seinem Sinne tätig sein soll. Friedberg, voll heissen Mitleids mit den Elenden und Enterbten, empfand es schwer, wenn die Loge einen Unterstützung Heischenden aus materiellen oder prinzipiellen Gründen abweisen musste. In solchen Fällen soll nun die Dr. Max Friedberg - Stiftung ergänzend eingreifen und so dazu beitragen, Friedbergs Namen und Friedbergs Wirken dauernd bei uns in ehrendem Gedächtnis zu erhalten. — Verehrte Familie Friedberg! Möge dieser Akt der Pietät im Stande sein, Ihren tiefen Schmeiz und Ihre Trauer zu lindern, möge dieses von der Carl Friedrich- Loge dem Br. Dr. Max Friedberg errichtete bescheidene Denkmal zugleich das Band sein, welches Sie auch für die Zukunft eng mit der Carl Friedrich-Loge verbindet, im Sinne des Verewigten, um den wir gemeinsam trauern! — Hierauf erhielt der würdige Expräsident Br. Emil Weill das Wort zu einem Nachrufe namens der hochwürdigen Grossloge: Hochansehnliche Trauerversammlung, würdiger Präsident und werte Brüder! An Stelle des verhinderten hochwürdigen Grosspräsidenten, der sehr gern hierher geeilt wäre, um sich an der heutigen Trauerkandgebung persönlich zu beteiligen, ist mir der ehrenvolle Auftrag zuteil geworden, Ihnen Allen das Gefühl des Schmerzes und der Trauer zum Ausdruck zu bringen, welches die Grossloge empfindet bei dem jähen unerwarteten Hinscheiden ihres Mitgliedes, des würdigen Expräsidenten Dr. Max Friedberg. Werte Gäste und liebe Brüder! Wenn auch unser'so früh verstorbener Br. Dr. Friedbeig nur einmal der Plenarsitzung der Grossloge als Vertreter der Carl Friedrich - Loge beizuwohnen in der Lage war, so ist dem Beamtenkörper der Grossloge doch voll und ganz bewusst, was die Gro«löge an dem Verewigten besessen und auf immer verloren hat, was er für unsere gemeinsame gute Sache geleistet hat und wie schwer sein Heimgang nicht allein die Carl Friedrich - Loge, sondern den ganzen Distrikt betroffen hat. Ganz besonders aber bin ich beauftragt, den Hinterbliebenen unseres verstorbenen Bruders das aufrichtigste Beileid der hochw. Grossloge abzustatten und dieselbe ihrer innigsten Anteilnahme an dem Verluste, der sie so schwer betroffen hat, zu versichern. Gestatten Sie mir aber auch in meiner Eigenschaft als Amtsnachfolger des Verewigten einige persönliche Worte der Trauer, der Anerkennung und des Dankes dem dahingeschiedenen Bruder zu widmen. Würdiger Präsident und w. Brüder! Sie kennen alle den Idealismus, die üeberzeugungstreue und die schwärmerische Anhänglichkeit des Verblichenen nicht allein für unsere Sache, sondern für das gesamte Judentum. Die älteren von Ihnen, die schon zu der Zeit, als Br. Dr. Friedberg den Präsidentenstubl zielte, unserem Bunde angehörten, werden mir bestimmt beipflichten, dass er als Präsident nicht ersetzt werden konnte, dass seine Begeisterung für unsere Ziele und Zwecke auch den Gleichgültigsten mit fortznreissen vermochte. * v Seine glänzende Beredsamkeit, die nicht allein bei Erledigung unserer Geschäfte, sondern bei jeder anderen Gelegenheit, nach jedem Vortrag in offener Loge die Zuhörer entzückte, haben ihm Aller Herzen zu erobern geholfen. ■ Br. Friedberg war trotz seiner tiefinnerlichen'Frömmigkeit keineswegs ein Zelot, er Hess auch andere Ansichten gelten, er achtete jede andere Ueberzeugung, nur den Abfall, vom angestammten Glauben konnte er nicht begreifen und fand ihn verächtlich. Sein versöhnliches, -konziliantes Wesen konnte' wohl nirgends besser als hier,- in der Loge, zur Geltung gelangen; wenn er auch seine Ansichten in der Debatte mit grossem Geschick und vielem Eifer zu vei fechten verstand, so beharrte er aber nie eigensinnig darauf, sondern fand es nicht unter seiner Würde, auch nachzugeben, wenn er sich überzeugt hatte, dass vielleicht ein anderer Weg zweckmässiger zu beschreiten war. ' Es würde zu weit führen, wenn ich hier alle seine Verdienste aufzählen wollte, die er sich nm den Logengedanken und die Förderung unseres Ordens in so reichem Masse erworben hat. In tiefer Trauer werden wir alle sein Andenken in hohen Ehren halten, dankbar für die Anregung, die er uns geboten hat. Wir werden in dieser feierlichen Stunde uns geloben in seinen Pfaden weiter zu wandeln, dann wird sein Geist mit uns fortleben! Der würdige Piäsident. schlo§s die ergreifende Feier, indem er die Brüder bat, sich zum Andenken Br, Dr. Max Friedbergs von den Sitzen zu erheben. Ferienwünsche. Die hohe Temperatür in den' Sommermonaten beeinträchtigt unser Logenleben, Unsere Tempel werden geschlossen und die Brüder ziehen zum grossen Teil ins Gebirge oder an die See, um sich von den Anstrengungen und Aufregungen der langen arbeitsreichen Zeit zu erholen. Und der Jude bedarf gar sehr der Erholung. Denn der Kampf ums Dasein wird ihm sehr erschwert: viele Berufszweige sind ihm trotz der verbrieften Gleichberechtigung und trotz der fort-r schrittetol <en Zeit unseres Jahrhunderts noch immer verschlossen. Auf den Gebieten des Erwerbslebens, denen sich der Jude zuwenden kann, herrscht eine gewaltige Ueberfüllung, er muss daher infolge der grossen Konkurrenz viel intensiver arbeiten, seine geistige Kraft ungemein anstrengen, um mit kommeu zu können und auf dem Ozean des Lebens nicht unterzugehen. Darum muss er auch von Zeit zu Zeit ausspannen und ausruhen.. Unser erster Wunsch ist daher: Unsere Brüder möchten in den Ferien die erwünschte Kräftigung und Stärkung finden in den Kurorten, die sie aufsuchen und gesund an Körper und Geist zurückkehren, damit sie sich mit erneuter Kraft ihrem Berufsleben zuwenden und auch unserer hohen Mission mit gesteigertem Interesse widmen können. Die Logeuarbeit ruht, der Geist aber, der in den Logen waltet, soll auch in der Ferienzeit unserer Brüder,

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