Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1907
- Issue
- Nr. 5 - Juni
- Date
- 1907-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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BERLIN, im Juni 19D7. No. 5. Bericht der Grossloge für Deutschland U. O. B. B. Nachdruck sämtlicher Artikel aus diesen Berichten verboten. Fernsprecher: D. Wolff, VI. No. 4619, Wühelmstrasse 118. Inhalt: Expr'is. Br. Max Vriedberg. — Ferienwün-ehe. — KJ8.Sit7.uDf' doia Gen.-Kom. — Erziehung»;:in>!*I«'. für schwachsinnige jüdisch« Minderjährige in Beelitz. — Aus dem Bureau der Gro>sloge. — Di" jüdische Lehrerin. — AVohlfahrtsbesf rebtmg.id. - Mitteilungen des D. I.G.B. — Aus dem Gedächtnisbuch der Grossloge. — Vu's den Logen des VI I L*] »i.stri kt>. _ V Mitteilungen der Logen. Expräsident Br. Dr. Max Friedberg geb. am 6. Mal 1847, gest. 8. Februar 1907. I Am 11. Marz 1907 hielt die Carl Friedrich - Loge eine Gedächtnisfeier für ihren verstorbenen Expräsidenten Br. Dr. Müx Ff&dbefg ab, /au welcüer neben der Familie des Verstorbenen zahlreiche Brüder mit ihren Angehörigen teilnahmen. Der w. Präsident Br. Adler begrüsste die Trauerversammlnng, insbesondere die Familie Friedberg, und rief dem Verblichenen warme Worte persönlichen Dankes nach. Sodann hielt Expräsident Br./Dr. Max R o s e n b e r g die Trauerrede: | ' Verehrte TraueiVersammlung! In dieser ernsten Stunde, welche die Cirl Friedrich-Loge den Manen ihres verewigten Gründers und ersten Piäsideuten Br. Dr. Max Friedoergf weiht, durchflutet unsere Herzen der gleiche warme, voll4 Akkord, wie in jener anderen weihevollen Stunde dei 11. Februar, als eine überaus grosse TrauerversammluDg zur ewigen Ruhe bettete, was sterblich war an Dr. Max Friedjberg; ein mächtiger Akkord aus Dank. Verehrung und Trauer!, der immer neu aus jedem Woite erklang, das au der Raine gesprochen wurde. Fachgenosseu, Vertreter staatlicher uud städtischer Einrichtungen, Sprecher von Vereinen und be:j" sonders aller der Organisationen, welche im Interesse der Judenheit wirken, sie Alle ehrten in ihm den erfahrene*!, opferwilligen Mitarbeiter, sie dankten ihm für seine Pflichittreue, für seine unermüdliche Arbeit im Dienste der Allgemeinheit, .sie Alle betrauet.ten seinen allzutrühen Heimgang. Auch unser w. Präsident verkündete beredten Mundeis, was Friedberg uns war, wie unsagbar viel wir verlieren und dankte ihm voller Wehmut und Trauer. Und wenn wir ups heute nochmals zum ehrenden Gedächtnisse Br. Dr. Max Friedbergs vereint haben, so folgen wir nicht nur einem pietit- I . vollen Ordeusgebi auch, nein, es ist uns ein tiefempfundenes, I von Herzen kommendes Verlangen, nochmals das Bild des i verewigten* vor" uusr erstehen zu lassen, dami'' c&J&k und unauslöschlich in uhsrer Ecinnerung hatte. Verehrte Traüer'vers^mmlung:' Die lautere Quelle, aus! welclier Max Friedberg seine umfassende Liebe zur Menschheit und ganz besonders zum Judentum schöpfte, diese Eigenschaft, die ihn so hei von agend 7 tim Führer in unserem < ird-a 1 befähigte, entsprang in seinem Elternhause t Geboren am 0. Mai 1T47 als Sohn des in Mosbach und spiiter in Bruchsal amtierenden Rabbiners Friedberg, genoss er eine gründliche Erziehung, die ihm ausser d^m ganzen i Rastzeug humanistischer Bildung auch die reichen Schätze! unseies jüdischen Schrifttums und" die Schönheiten unserer erhabenen Dichtungen ers.chhxss,: e>ne E|teiehung, die darauf angelegt war, neben dem Geist auch das Herz zu bilden und ' dem Knaben tiefe Heimat liebe und/freiheitliche Anschauungen | einzuprägen und die — nicht' zuletzt •.— Wert daraut legte, den Sabbat und die Feiertage durch die Uebung althergebrachter .gemütvoller Brauchezu verklären uud dadurch ihren .stimmungsvollen Rerz, den die «Jüngeren von heute kaum mjehr ahnen,, tief in Herz und Gedächtnis einzuseukeu. Ausgestattet mit edlen Idealen steuerte der Jüngling mit vollen Sögeln hinaus ins Leben.. und studierte auf den Hochschulen Heidelberg;, München' und Freiburg, an welch letzterer. Universität er sich -dem Korps Sutvia anschloss. Als der deutsch-lranzöi-che Krieg ausbrach, zögerte er in seiner glühenden Vaterlandsliebe keinen Augenblick, sich als Kriegsfreiwilliger zu stellen und folgte der siegreichen deutschen Fahne im Dragoner-Regiment No. ±2 Nach dem Kriege beendete er seine juristische Aun-