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Bericht der Großloge für Deutschland · 1906-01-01 · Nr. 8 - Dezember · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1906
Issue
Nr. 8 - Dezember
Article
Beilage zu Nr. 8
Date
1906-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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ISO. 4. Beilage U. 0. B. B. Dezember 19q6. ~m „Das zwölfte Gebot." Von Rabbiner Dr. Kaatz in Zahrzc. . . J . .• ' Diese Zeilen Wollen eine Ergänzung des interessanten: „An den Grenzgebieten der Theologie, Philosophie und Naturwissenschaft" betitelten Auf" Satzes bJWen, rpit dem uns Br. Gustav Tuch in der NoVCmbef-Beiiage erfreut hat. Der Verfasser hat darin mit Reiht hervorgehoben,, dass die Naturwissenschaft, so seht auch ihr Grenzgebiet mit der Religionsforschurig un<l der Philosophie zusammenstossen mag. mit übersinnlichen Problemen nichts'zu tun habe, und dass gerade .die hervorragendsten Naturforscher, dort wo es sich um den Urgrund der Dinge handelte; bekannt, hätten: ..Wir wissen nichts". Kr (ordert daher, dass wir als Juden den Vertretern der Natur Wissenschaft. Männern wie Darwin und Häckel, \ ' I : Gerechtigkeit widerfahren lassen und nicht übereifrig und ohne wirkliche Prüfung gegen sie Partei ergreifen. Die Neigung zu solchem Verhalten zeige sich neuerdings auch auf jüdischer Seite. Ks entzieht sich nun meiner Kenntnis, auf weiche Erscheinungen Br. Gustav Tuch im letzten Satze anspielt. Seine Mahnung wird sicherlich eine berechtigte sein. Aber ich meine, d.iss die Wirklichkeiten des Lebens auch zu der entgegengesetzten frage Veranlassung bieten, ob diese Mahnung nicht doch vielleicht nach der Gegenseite hin zu ergänzen wäre, *Ob nicht vielleicht auch'das l'mgekehrte richtig ist: i >1> nicht vielleicht gerade in jüdischen Kreisen ,,übereifrig und ohne wirkliche Prüfung" für die naturwissenschaftliche Weltanschauung, für den Monismus Häckels Partei ergriffen wird.1 Die Tatsache, dass bei den von ungeheurem Jubel undKrfolg begleiteten Vortragen, die Häckel voriges Jahr in der Berliner Singakademie veranstaltete, gerade Juden einen enorm-höhen Prozentsatz der Hörer bildeten, sollte doch zu denken geben. Man wird auch kaum in der .Annähme-fehlgehen, dass zu den Hunderttausenden von „Lesern, die Häckels .AYelträtsel" verschlungen haben;, .das Judentum ein nicht eben kleines Kontingent gestellt .hat. Ohne in dem Burgfrieden dieser Blätt.er gegen die Ausführungen des Br. Gustav Tuch polemisieren zu wollen: mir scheint aus der gekeilirzeichneten Sachlage die Folgerung zu/Hessen; dass;auch die Mahnung, ..nicht übereifrig -Und ohne wirkliche Prüfung" für Häckel . Partei zu '■ ergreifen, ihre volle Berechtigung hat. "ich mochte mir nun erlauben, inv Zusammenhang damit, über ein jüngst erschienenes Werk zu referieren, welches in besonderem Masse.geeignet sein durfte, zur Klärung beizutragen " und in" hohem Grade das Interesse der Verehrer wie der Gegner Häckels zu erregen.;, Ks haudelt sieh., um eine ..kritische Studie" des Petersburger Professors O. D. t'hw olson, der mit dem Rüstzeug strengster Wissenschaftlichkeit an dieTheorieuJInckcls heran; geht Und sie in exakterWeiseehtfirlViifung unterzieht. Der Autor ist einer der hervorragendsten Physiker der .Gegenward dessen Kehrb'ueh -der Physik in aussergowöhnlichcm Masse «lie-Aufmerlvsarhkeit der Fachgenössen erregt hat. Professor Ostwald * 5f* z. B. urteilt darüber in der ^Zeitschrift lür,physikalische Chemie": ,,Das' Werk von Chwojion ist in einem moderneren Sinne geschrieben, als irgend ein anderes dem. Referenten bekanntes Kehrbuch der Physik." Und die „Monatshefte für Mathematik und Physik" sagen: „Wir haben hier eines der besten grösseren Lehrbücher der I'hvsik.. wenn nicht das beste, welches je geschrieben -worden ist." An der Urteilsfähigkeit und Kompetenz des Autors auf physikalischem Gebiete kann also.nicht gezweifelt werden.

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