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Bericht der Großloge für Deutschland · 1906-12-01 · Nr. 8 - Dezember · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1906
Issue
Nr. 8 - Dezember
Date
1906-12-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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102 — Steinthal, H.' T'eber Jaden und Judentum. Verträge und Auf >ätze. Herausg. von G. Karpeles. M. i^— geb. M. L- Tschirikow. E., Die Juden (Schauspiel) M. 2. - Wünsehe Aug., Die Bildersprache des Alten Testaments M. 4 60 derselbe, Die Schönheit der Bibel. Band I: Die Schöu leit des Alten Testaments II 8.- Moritz Lazarus. L"bense:runerungen. 2 Bände. Berlin 1006 Es ist ein reiches, gesegnetes Leben, das aus ien Lebenserinnerungen des Begründers der Völkerpsychologiej zu uns spricht. Wohl bilden die Aufzeichnungen, die Nabida Lazarus nach den Mitteilungen ihres Mannes machte, keine zusammenhängenden biographischen Darstellungen im landläufigen Sinne, sondern bringen nur die Hauptmomente jaus seinem Leben. Aber diese Skizzen sind um so wertvoller, als sie uns eine Fülle interessanter Nachrichten über hervorragende Persönlichkeiten, dann aber auch über das gesamte geistige Leben in Deutschland in der zweiten Hälfte des 10. Jahrhunderts darbieten. Erstaunlich reich war sein Leben an Beziehungen, die der grosse Gelehrte zu allen Kreijseu der Wissenschaft, Literatur und Kunst unterhielt. Wir tinIen darunter die bedeutendsten Männer seiner Zeit, yiie E. vdn Hartmann, Ranke, Raumer, Renan, Ritsehl, Talne, Treitschke, Lasker, Gust. Freytag, Bronsart, Cremieux. Be sondere Freundschaft verbindet Lazarus mit Rückert, G. Keller, Berthold Auerbach und Paul Heyse; in Kttnstlerkreisen begegnet er Adolf Menzel. Der Weltmann verkehrt mit gekrönten Häuptern sowohl (Kaiser und Kaiserin Friedrich) wie mit Politikern, Aristokraten, Literaten, Weltreisenden und Stubengelehrten in einer weit verzweigten geistig >e« lebten Geselligkeit. Als schlagfertiger Redner sowohl ila auch als feinfühliger Beobachter versteht Lazarus oft atch einen köstlichen Humor miteinzuflechten, sodass sich seine Erinnerungen interessant und unterhaltend lesen. Bedauerlich ist, dass in beiden Bänden nur wenig von seinen Be Ziehungen zu seinen Glaubensgenossen zu finden ist. Es hätte uns das um so mehr interessiert, als wir ja wissen, dass Lazarus dem Glauben seiner Väter bis an sein Ende treu geblieben ist'. Doch hiervon abgesehen, kann die Lektüre der Lebenserinnerungen jedem gebildeten Juden aufs wärmste empfohlen werden. Aus dem Gedächtnisbuch der Grossloge. Seit unseren letzten Angaben haben wir den T<^d folgender Brüder zu beklagen. Es starben: 85. Am 8. November lliCM» Br. Max Meier, Mitbegründer der Herder-Loge in Heilbronn — 15. März 1003 — gtb. den 31. Januar 1^41 in Eichtersheim. 86. Am 8. November 1906 Br. Jonas Schindler, Mitglied der Mamreh-Loge in Beuthf n seit dem 9. April j 1891. geb. den 10 Januar J859. 87. Im November 1906 Br. Samuel Olfick, Mitbegründer der Michael Sachs-Loge in Köaigshutte — 14 Juni 1903 — geb. den 6 Oktober 1847 in Kaschau. 88. Am 26. November 1906 B -. JBorltz Karo, Mitglied der Deutschen Reichs - Loge in Reil in seit dem 3 Mai 1885, geb. den 28. Dezember 1836 in Soldin. 89. Am 26. November 1906 Br. Albert Deller, Mitbegründer der München-Loge in München — 21. März 1897 — geb. den 2. Juni 1854 in Fischach. 90 Am 27. November 1906 Br. Eduard Darnbacher, Mitglied der Breisgau-Loge in Freiburg i. B. seit dem 17 November 1900, geb. den 23. August 1836 in Brühl. 91. Am 11. Dezember 1906 Br. Joseph Beer in St Ingbert, Alitbegiünder der Saar-Loge in St. Johann — 7. Dezember 1902 —, geb. den 7. November 1831 in St. Ingbert. Aus den Logen des VIII. Distrikts. Lesslug-Loge in Breslau. In der Septembernummer dieser Zeitschrift haben wir unseren Finanzbericht veröffentlicht, der sicherlich manche unserer 1. Schwesterlogen, insbesondere diejenigen interessiert haben wird, welche sich auch schon ein eigenes Heim geschaffen haben oder sich mit dem Gedanken eines eigenen Baues tragen. Wir haben dabei nicht ohne Absicht die Tätigkeit unserer Loge nur obenhin gestreift in der Annahme, dass selbst eine Aufzählung der Darbietungen an Vorträgen oder geselligen Vergnüguungen nicht geeignet ist, ein rechtes Bild von der Arbeit und Entwicklung einer J^oge zu geben; dagegen legt manchmal ein Beschluss der Loge, auch wenn er nicht gerade von grosser Tragweite ist, ein beredteres Zeugnis von der Gesinnung ab, welche die Loge erfüllt. Damm möchte ich an dieser Stelle auf einen Beschluss hinweisen, den unsere Loge in einer ihrer etzten Sitzungen einstimmig gefasst hat, nämlich: ein soeben erschienenes Schriftchen unseres beliebten Br. Expräs. Dr. Alfred Goldschmidt den Söhnen der Brüder zur Konfirmation auf den Weg zu geben, weil er nicht nnr zeigt, da«s das Interesse an dem Erfolge eines Bruders ein allgemeines ist, sondern mehr noch Zeugnis davon gibt, dass unsere ioge mit Freuden die Gelegenheit benutzt, schon die Jugend mit der Liebe zum Judentum, die ihr selbst eigen ist, zu erfüllen. Denn in dieser Schrift, welche betitelt ist „Auf dem Wege der Gleichheit zur Freiheit und Brüderlich-

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