Mannheim
Compact Memory

Bericht der Großloge für Deutschland · 1906-12-01 · Nr. 8 - Dezember · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1906
Issue
Nr. 8 - Dezember
Date
1906-12-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/4864325-6028968-6074140--1047-4865203
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

— 99 zutragen, Freudigkeit unter die Mitglieder zu verpflanzen und regen Wetteifer zu erzielen. i Mach diesen allgemeinen Erläuterungen und Hinweisen auf die Aufgaben des Sozialen Komitees wird man fragen, was hat diese Institution in den 11 J Jahien ihres Bestehens getan; es kann doch nicht immer nur von Aufgaben und Zielen gesprochen werden, wo bleibt die positive Wirksamkeit, wo sind die Resultate. Die Antwort auf diese Fragen liegt schon in dem reichen Inhalte des Aitikels in unserem Monatsberichte vom 5. August 1905, den Br. Maretzki, der Vorsitzende des Sozialen Komitees, zum Verfasser hat. Br. Maretzki entwickelte damals das umfangreiche Programm, das fast alle Gebiete sozialer Fürsorge uud Bestiebungen umfasste und völlig missverstanden sind die Ausführungen Maretzkis von denen, die da meinten, nun müsst Ihr auch all das gründen und schallen, und natürlich' ohne dass wir Logenmitglieder hierzu Geld' herzugeben haben, was Ihr so schöu erstrebt und vorgeschlagen habt. Nein, nicht gründen, ohne nach rechts und links zu sehen uud ohne Bücksicht darauf, ob andere Faktoren und Organe schon bei der Arbeit sind, sondern zu forscheu und Umschau zu halten nach Bestehendem, nach Werdendem und nach Gelegenheiten, die Logeukreise nicht nur für Logeuängelegenbeiten, sondern für allgemeine soziale Dinge zu interessieren/ das war die Absicht des Komitees J Gleich iu der ersten Sitzung anno 1905 war es die mehrfach berührte Frage der Säuglings- und Kinderfürsorge, die das Soziale Komitee andauernd beschäftigt hat; von wem hier der Finger in eine offene Wunde gelegt ist, soll uneiörtert bleiben, genug, dieses Kapitel sozialer Fürsorge schwand nicht mehr von der Tagesordnung. Und merkwürdig, gerade die Mitglieder des Sozialen Komitees, denen das Tempo der Erfolge ein viel zu langsames schien, mussten sich inzwischen überzeugt haben, dass hier Ungeduld nicht am Platze war und dass es zunächst völlig ausreichte, von Zeit zu Zeit, wie das jetzt geschieht, die Frage der Kinder- und Säugliugsfürsorge unter den Juden zu erörtern. Das Soziale Komitee hat festgestellt, dass die verschiedenen hier bestehenden Institutionen, deien Fürsorge-Tätigkeit nur das Gebiet der unter ubringen oder für einen neuen Erwerb geeignet zu machen, ist das Komitee bemüht, seinen Einfluss geltend zu machen und auch durch Heranziehung geeigneter Untenehmer, die wir in unseren Logen in erheblichem Masse besitzen, sich Unterkunft und Erwerbsquellen zu verschaffen und zu sichern Tatsächlich ist nach dieser Richtung hin schon viel Gutes geschehen und man ist im Atbeitsrtachweise am Werke, durch Bildung von Fach-Ausschüssen Hand in Hand mit dem Sozialen Komitee Absatzgebiete zu .finden, .die, vielen vom Schicksal verfolgten Existenzen Arbeit und Erweib bringen werden. Weiterhin hat es das Soziale Komitee übernommen, die vielfach angeregte »Vereinigung der. in Deutschland verstreuten Arbeitsnachweise herbeizuführen. Das mit der Bearbeitung dieser Materie betraute 'Mitglied' ist dabei, sich mit dem Mäteiial, das der deufscliisratl. Gemeindebund, bekanntlich das Mädchen lür alles, besitzt, zu beschäftigen uud dieser Referent wird sich alsdann für oder gegen die Herbeiführung dieser Art Vereinigung aussprechen und so die weitere Tätigkeit des Sozialeu Komitees in dieser Fiage zu bestimmen suchen. - * . f Die Behandlung einer weiteren bedeutungsvollen Frage, die Untersuchung der Wolinungsvei hältnisse der ärmeren jüdischen Bevölkerung, die tlahin führen soll, das vielfach geplante Asyl zu schaffen, liegt in dem Programm des Sozialen Komitees. Unsere ungeduldigen Freunde fragen ungeduldig, wo bleibt das Asyl? -Ja, 40 einfach ist es doch nicht, und so schnell können wir nicht vorangehen, namentlich, wenn es uns nichts kosten soll. Auch hier muss versucht wei den, vorhandenes Material herbeizuschaffen, neue Untersuchungen anzustellen und Aufklärung zu verbreiten. Es sollen durch Verteilung von Fragebogen an die dem Verbände für jüdische Wohlfahrtspflege angeschlossenen Vereine, an die Einzelabteilnngen der Armenverwaltuug, etwa in 2—300 Fällen Erhebungen augestellt werden, welcher Alt die Schäden beispielsweise in den jüdischen Massenquartieren sind und wie man am besten zur gründlichen; Abhilfe und schliesslich zur Errichtung eine* jüdischen Asyls gelangen kann. Einen besonders breiten Raum bei den Verhandlungen der letzten Zusammenkunft nahm die Besprechung ein über die kleinen, njcht schulpflichtigen Kinder umfasst, in Verbindung| Frage, wie erfüllen wir die* erzjeherische Aufgabe, Jünglinge getreten sind, um gemeinsam dem Mangel einer geeigneten Uuterkunitstelle für eheliche und uneheliche Säuglinge, deren arme jüdische Mütter, für kleine jüdische Kinder bis zum 5. Lebensjahre abzuhelfen. Diesen Bestrebungen hat sich der Verband für jüdische Wohlfahrtspflege angeschlossen, der wieierum unsern Gemeiudevorstand und andere private Wohltäter für die Errichtung der geplanten Sammelstelle zu inter essieren sucht. Die Arbeiten, die zur Verwirklichung dieser wichtigsten aller Einrichtungen führen, sind im Gange' und die Mitglieder des Sozialeu Komitees, denen speziell die Behandlung dieser Frage übertragen ist, werden zu gegebener Zeit unseren Logen auch speziell über die Resultate Auskunf erteilen und Beiicht erstatten. .' Weiterhin beschäftigt sich das Soziale Komitee mit der Ausgestaltung unseres Arbeitsnachweises, d. h. da, wo die Wirksamkeit des Arbeitsnachweises versagt, wie bei den Ver suchen, ältere Leute von gutem Herkommen, die als Juden nur schwer ein Fortkommen finden, in passende Stellungen zu vereinigen, ihnen ans denreichen Quellen der jüdischen Geschichte und Literatur Belehrung, Anregung und vor allein Iuteresse für das Judentum zu'verschaffen und als Endziel, etwa durch Zusammenfassung bestehender Vereine, ein oder mehrere Heime für jüdische junge Männer.— ohne religiöse und politische Tendenzen — 'zu begründen. Ein reiches Feld für unseren Orden, eine grosse Zahl junger intelligenter Kräfte zu erziehen und heranzubilden, ist hier in der natürlichsten ■ ' . *. Weise vorhanden. Wenn auch die Bezeichnung Jünglingsverein unter Umständen Befremden erregen oder Missdeutungen hervorrufen kann, so darf nicht verkannt werden, dass es kaum eine andere Möglichkeit als die Vereinsorganisation. gibt, einen fastgefügten Mittelpunkt zu bilden. Die Bezeichnung dieses anzustrebenden Vereins bleibe zunächst im Hintergrund. Wichtig ist die Bedürjnisfrage zu klären und den Gedanken selbst in den Logen intensiv zu propagieren. Ob nur Söhne und nächste jugendliche Verwandte i

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.