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Bericht der Großloge für Deutschland · 1906-09-01 · Nr. 6 - September · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1906
Issue
Nr. 6 - September
Date
1906-09-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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BERLIN, im September 190«. No. 6. Bericht der Grossloge für O. B. B. Nachdruck sämtlicher Artikel aus diesen Berichte«* vetboten.' Fernsprecher: I). Wolff, VI. No. 4ttli>, Wilhelmstrasse 118. Zum neuen Jahre. / Brfider! Zur Zeit, da unsere Gotteshäuser ihre Pforten weit öffnen und die Scharen der Andächtigen kaum fassen können, kehren auch wir in unsere Hallen zurück, um unseren Zielen zu^ leben, unserer Idee frische Kräfte zu weihen. Und wie das Fest der Jahreswende im religiösen Sinne bei uus ein hochbedeutendes, tiefernstes ist, wie es uus Abschiedsgruss und Willkommen auf die Lippen drängt, mit bangen Ahnungen und freudigen Erwartungen uns erfüllt, so veraulasst die erste Logensitzung unwillkürlich ernste Betrachtungen der Vergangenheit, Wünsche und Erwartungen für die Zukunft. Das neue Jahr, das seinen Einzug genommen, ist von hoher Bedeutung für unseren Orden. Küsten wir uns doch zur feierlichen Begehung unseres 25jährigen Bestehens in unserem Vaterlande. % Jahrhundert deutschen Logenlebens! Welche Erinnerungen mögen dabei in jener „alten Garde" wachgerufen werden, der es vergönnt gewesen, damals den Orden ins Leben zu rufen, über Fährnisse und Hemmnisse hinweg dem Leben zu erhalten; wie mag in ihnen schmerzliche Wehmut aufsteigen, wenn sie sich aller derer erinnern, die in dieser Zeit dahingegangen sind-; wie reich der Schatz von Erfahrungen, den sie gesammelt, wie erhebend das Bewußtsein bei der Erwägung, was aus bescheidenen Anfängen sich entwickelt, welch imponierenden Aufschwung das Logenwesen genommen. Eine hochbedeutsame Jahreswende wahrhaftig, gilt es doch nunmehr, wo wir in das Mannesalter eintreten, an der Hand unserer Geschichte mit Bewusstsein jene Richtung einzuschlagen, die uns die Gewähr bietet einer gesunden Wejiterentwickelung nach innen und aussen. Doch überlassen wir eingehende Betrachtungen darüber der Stimmung, die der Jubiläumstag selbst in uns auslösen wird; wir wollen uns heute damit begnügen auf das wichtige Ereignis dieses Jahres hingewiesen zu haben. So verschieden und mannigfaltig unsere Interessen und Aufgaben, so wechselnd sind auch die Empfindungen, die uns beseelen, wenn wir speziell des vergangenen Jahres gedenken und das nächste überlegen. Die Entwickelung, welche der Orden in den letzten 12 Monaten bei uns in Deutschland genommen, darf uns mit freudiger Genugtuung erfüllen Könneu wir doch überall die Wahrnehmung machen, wie wir iu der allgemeinen Anerkennung steigen, wie immer grössere und immer bedeutendere Kreise der deutschen Judeuheit sich uns erschliessen, wie das Verhältnis zu anderen massgeblichen Organisationen ein immer innigeres wird, wie mit der Fülle der Aufgaben die Kräfte wachsen, "die Erfolge sich mehren. Mit regem Eifer wird in den einzelnen Logen gearbeitet. Immer neue Gebiete der sozialen Fürsorge, der Kunst und Wissenschaft erschliesen sich - uns, und" im Zusammenhange damit Huden die verschiedenen. Eigoungen der Brüdei^jmmer zahlreichere Betätigungsmöglichkeitep. I Leider hat uus das vergangene Jahr mit Schicksalsschlägen stark heimgesucht. Immer aufs neu-j wurden wir aufgeschreckt durch die Schreckensnachrichten aus Russland, noch immer fliesst jüdisches Blut in Strömen, und noch immer will der grause 8 -hrecken kein Ende nehmem Mit ernster Befriedigung dürfen wir auf diesen Teil, unserer vorjährigen Tätigkeit zurückblicken; unverdrossen und opferwillig standen die Brüder da, stets bereit zu helfen, zu unterstützen, mit stets orteuer Hand, mit mitfühlendem Herzeh,' und welch schöne Genugtuung für uns, wenn wir bedenken, . wie;viele dankerfüllte, verwaiste Kinderherzen am Xeujahrstage unser gedacht haben mögen, die wir ihnen Heimat und Existenz zu verschallen bemüht waren. — , ■" - Wer weiss, was die Zukunft noch* bringen mag; wir jedenfalls wollen ticht ermüden in^der Hilfeleistung für uusere atmen Glaubensgenossen; wir. wollen Bruderliebe und Wohltätigkeit immer mehr und immer'stäiker uns zueigen machen, das Ideal der Eintracht wie bisher auf unser Panier schreiben, mit frischen Kräften in das neue Logenjahr eintreten, — dass es eiu gesegnetes werde — das walte Gott. Zup Reorganisation der Monats- Berichte» f Fortsetzung). Zur Reorganisation der Monatsberichte erlaube ich milder Aufforderung im Grösslogeubericht vom Mai d. J. Folge leisteud meine Ansicht zu dieser wichtigen Frage im Nachstehenden mit dem Anlügen zu äussern; dass die Beantwortung im Rahmen der Ordeusidee und im Iuteresse der Logenbewegung und lediglich aus diesem speziellen Gesichtswinkel heraus und nicht etwa aus allgemeinen wissenschaftlichen oder humanitären Ideen geschieht. . Diese Beschränkung dürfte durch den Zweck gerechtfertigt erscheinen, welchen die Grossloge mit ihrem „Bericht' verfolgt und verfolgen soll, und als solchen bezeichne ich: 1. Die Bekanntgabe aller wichtigen Beschlüsse der Organe der Grossloge und der Grosslage selbst,

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