Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1906
- Issue
- Nr. 1 - Januar
- Date
- 1906-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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BERLIN, im Januar 1906. No. 1. * Bericht der Grossloge für Deutschland u. o. B. B. Nachdruck sämtlicher Artikel aus diesen Berichten verboten. ■•' , •. v . Fernsprecher: D. Wolff, Tl. No. 4619, Wilhelmstrasse 118. Auszug aus dem Protokoll über die 102. Sitzung des General-Komitees der Grossfoge für Deutschland VIII. * Berlin, den 14. Januar 1906. Um 9V2 Uhr vormittags eröffnet der Grosspräsident die Sitzung. Entschuldigt fehlen die Brüder Dr. Callmann, Liebhold und Beer, letztere beide durch Krankheit am Erscheinen behindert, und wird beschlossen, denselben telegraphisch die Grösse des General-Komitees zu übermitteln mit dem Wunsche baldiger Genesung. Vor Eintritt in die Tagesordnung verliest der A. Vicepräsident Br. Joseph W i s 1 o c h ein Schreiben des Grosspräsidenten, worin derselbe nochmals herzlichst dankt für all die Liebe, die ihm anlässlich der Verlobung und Verheiratung seiner Tochter von den Logen und Brüdern in so reichem Masse erwiesen worden. Gleichzeitig stiftet Br. Timendorfer für den Jubiläumsfonds, der hoffentlich zustande kommen wird, den Betrag von 300 Merk. Als erster Gegenstand wird die Frage der Zuwahl von zwei weiteren Vice Präsidenten zur Debatte gestellt, wobei der 1. Vice-Präsident den Vorsitz übernimmt, da Br. Timendorfer sich an der Debatte zu beteiligen wünscht. Derselbe fährt aus, dass er die Absicht habe, nicht länger als 10 Jahre das Präsidium der Grossloge zu führen, es sei deshalb erforderlich, schon bei Zeiten für einen Nachfolger Sorge zu tragen, damit sich derselbe in die Geschäfte des Präsidiums einarbeiten kann, was doch am besten geschieht, wenn die betreffenden Persönlichkeiten, die in Frage kommen, sich schon als Vice-Präsident betätigen. Wichtiger aber erscheint ihm, dafür zu sorgen, dass auch dem Grosssekretär eine Kraft zur Seite gestellt werde, denn es sei gar nicht abzusehen, welcher Nachteil dem ganzen Distrikt erwachsen könnte, wenn der Grossekretär aus irgend welchen Gründen einmal nicht auf dem Posten wäre. Br. Timendorfer bittet diese Angelegenheit nicht hier und schon beute in dieser grossen Versammlung zu behandeln, er schlägt vielmehr die Einsetzung einer Kommission vor, mit der Aufgabe, die schwierige Frage zu beraten, und über dieselbe in der nächsten Sitzung zu berichten. Nach kurzer Debatte wird die Einsetzung des bezeichneten Komitees beschlossen, zu Mitgliedern derselben werden die Brüder Ad. Mayer, Joachim und der Grossekretär delegiert. Zu der Frage der Jubllätunsstiftung hatte Bruder Dr. Maretzki folgendes Referat erstattet: „Das Gen.-Kom. hat für die Beratung der geplanten Nervenheilstätte ein Komitee" eingesetzt; das am 17. Dezember getagt hat. Für eine solche Heilstätte sind 4 Bedingungen erforderlich: a) Grund und Boden, b)' Bau der Anstalt, ■ c) Innere Einrichtung, d) Betriebskosten. Ich habe mir drei Anstalten angesehen, eine für geringere Verhältnissein Lichtenrade, eine für mittlere (das Haus Schönow) eine für die besten (die Nervenheilstätte von Dr. Oliven). Drei Gutachten haben mir in dieser Beziehung vorgelegen. Terrains sind in der Nähe von Berlin zu haben, der Morgen von 150 -4500 Mark. Es würde sich der Bau für 30 Kranke mit Einzelzimmern, jedes mit der Konzession für 2 Betten, und mit allem, was dazu gehört, Gesellschaftszimmer, Lese- und Spielzimmer, Arbeitsraum für die Kranken, die nötigen Maschinen etc.. im Mindestsatz auf 110 000 Mark im Höchstsatz auf 180 000 Mark stellen. Ich bin von dem Plane, nur für Männer, abgekommen, und will die Hälfte des Gebäudes für Frauen verwendet wissen. Die innere Einrichtung, die man ebenfalls variieren kann je nach den Ansprüchen, von dem einfachsten bis zum luxuriösen, die Ausstattung der Zimmer, Gesellschaftszimmer und dergl. würde sich im Mindestsatz auf 15 000 Mark, im Höchstfälle auf 30 -40 000 Mark stellen." Will man daran gehen, die Anstalt zu errichten, so wird man, wie das im Komitee am vorigen Sonntag begutachtet worden ist, den richtigen Durchschnitt nehmen. Wie nun der Betriebt Der Betrieb stellt sich teurer bei uns wie bei jedem anderen Betriebe, weil wir eine rituelle Verpflegung einführen müssen, und diese in jedem Falle teurer wird. Man rechnet durchschnittlich für Verpflegung pro Person und Tag'-4^00 Mark, bei ritueller Verpflegung 4,50 Mark, d. h. in den 4 Mark sind eingeschlossen Zinsen, Amortisation u. s. w. Die Selbstkosten der Verpflegung sind bedeutend geringer. Man kann bereits für 1,00-1,50 Mark verpflegen. Ich habe als Durchschnitt das angenommen, was das Genesungsheim in Lehnitz gibt. Dort wird für 2 Mark pro Tag eine ausgezeichnete Pflege geliefert. Wie sollen die Kapitalien aufgebracht werden? Der Grunderwerb nebst Bau wird wahrscheinlich 200 000 Mark kosten, die Verpflegung sich auf 20—25 000 Mark stellen. Das Komitee denkt sich, dass diese Grundkosten für Erwerb und den Bau sehr wohl zu beschau en sein werden und dass sie zuerst da sein müssen, um den geplanten Bau zu er-