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Bericht der Großloge für Deutschland · 1905-11-01 · Nr. 8 - November · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1905
Issue
Nr. 8 - November
Date
1905-11-01
Page
[Seite] (sequence 15)
Language
German
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anwalt Töplitz in diesem Sinne ein neuer Entwurf ausgearbeitet und im Plenum angenommen. Diese Satzungen wurden von den Behörden nach Erledigung , einiger nebensächlichen Bemängelungen genehmigt und En 1h April eifolgte die Eintragung der Fraternitas-Loge in das Vereinsregister. E<» darf auch an dieser Stelle hervorgehoben werden, dass der Erfolg zum nicht geringst enTheile den aufopfernden Bemühungen des Br. Rechtsanwalts Töplitz z,u danken ist, der nicht nur die bedeutende Arbeit der Neufassung erledigte, sondern auch alle bei den Behörden Röthigen Schritte bewirkte und durch vielfache persönliche Bemühungen zum günstigen Abschlüsse führte. Die Loge gab ihrem Danke hierfür durch Ueberreichung einer Adresse Ausdruck. Nachdem in den letzten Jahren die Fraternitas-Loge zur Aufbesserung ihrer finanziellen Verhältnisse die für Vergnügungszwecke bestimmten Summen sehr verringert hatte, aber auch in den Aufwendungen für wohlthätige Zwecke sich starke Einschränkungen hatte auferlegen müssen, haben sich, unsere Vermögensverhältnisse soweit gebessert, dass durch die Einlösung der 1900 ausgegebenen Anteilscheine eine alte Schuld endlich getilgt und der Logen fonds wieder zu normalem Bestände gebracht werden konnte. Sehr unterstützt wurden wir hierbei durch zahlreiche Spenden unserer Brüder. Um aber die unverhältnismässig grossen Regiekosten zu verringern, kündigten wir am 1. Oktober unsere Wohnung und mietheten ein unseren Ansprüchen vollkommen genügendes, aber bedeutend billigeres Lokal. Marschallstr. 14,11. Wir ersparen hierdurch allein jährlich 400 Mk., die nun unseren eigentlichen Zwecken zugute kommen. Am 16. April fand, zugleich mit der Feier des 20. Stiftungsfestes, der Installation der neuen Beamten und der Einführung von 4 Kandidaten, die Weihe unseres neuen Heimes statt. 27 Brüder von auswärts, von denen viele in Begleitung ihrer Damen erschienen waren, verschönten dies Fest; an der Spitze der Gäste der Vertreter der hochw Grossloge, Br. Rechtsanwalt Dr. Kuznitzky, ferner die Delegierten der Deutschen Reichs-Loge, Berthold Auerbach-, Montefiore-, Saxonia-, Leipzig-, Victoria-, Germania-, Anhalt-, Frankfurt-, Märkische-Loge, der Bohemia und Praga in Prag. In offener Loge hielt der hochw. Vertreter der Grossloge die packende und zu aller Herzen gehende Weiherede, Br. Expräs Dr. Cohn gab einen kurzen, inhaltsreichen üeberblick übor die 20jährige Geschichte unserer Loge, in zahlreichen, vielfach anregenden Reden statteten die Delegierten ihre Glückwünsche ab, der Dank unseres w. Präs. schloss die von^ Gesang und Orchestermusik (gebildet und geleitet von Brüdern, und Angehörigen) umrahmte Feier. In geschlossener Loge nahm alsdann der hochw. Delegat der Grossloge die Installation der neuen Beamten vor, während bei der Einführung der neuen Brüder der w. Expräs. Justizrat Joachim von der Deutschen Reichs-Loge in gedankenvoller Rede die Zeichenerklärung gab. Ein fröhlich verlaufendes Festmahl mit Damen schloss den schönen Festtag ab. Der erhebende Eindruck dieser so überaus gelungenen Feier steht noch lebendig in unserer aller Herzen und begleitet uns als schöne Erinnerung in das nun beginnende dritte Jahrzehnt unserer Thätigkeit im Dienste unseres geliebten Ordens. Sinai-Loge In Cassel. In kurzem Zeiträume haben wir den Tod von drei Brüdern zu beklagen. Den Gefühlen der Trauer und des Schmerzes gab unser Präs. Br. Gqtthelft Ausdruck in folgender Ansprache an die Brüder: ..AU ich im Monat Juni in unserer letzten Lögensitznng Ihnen für die Ferien gute Erholung wünschte und dabei die Hoffnung aussprach, das« wir uns im Herbst wieder vollzählig in diesen Hallen einfinden möchten, da ahnte ich nicht, dass der -unerbittliche To l in dieser kurzen Zeit so grosse Lücken in unsere Reiben .schlagen und uns drei so liebe Brüder nehmen würde, Brüder, deren Verlust für^uns so sehr fühlbar ist und für die wir wohl auf lange Zeit hinaus keinen Ersatz finden dürften. Der erste dieser Brüder, der uns durch den Tod entrissen wurde, Br. Rechtsanwalt L e v i e, war Mitbegründer unserer Loge und von Anfang seiner Logenthätigkeit an ein eifriger Förderer unserer Sache. Leider war es ihm infolge anhaltender Krankheit in den letzten Jahren nicht mehr vergönnt, sich an den Logeriberathungen zu betheiligen, aber sein Interesse an unseren Arbeiten war nicht erloschen, denn so oft ich ihn sah oder besuchte, erkundigte er sich eingehend nach der Thätigkeit und den Erfolgen, die unsere Loge resp. der Orden zu verzeichnen hatte; er war sichtlich erfreut, wenn ich ihm übet so manches Gute und Schöne, das wir erreicht, Bericht abstattete. . Levie's ^charfer Geist und duichdringender Verstand «uf "der einen Seite, sein gutes Herz und seine offene Hand auf der anderen, stempelten ihn zu einem rechten Ben-Briss; sein Andenken wird in unserer Loge wach erhalten bleiben. Der zweite Mitbegründer' unserer Loge, der uns leider durch den Tod genommen'wurde,'-war Br Salomon Hoffa, ein Mitglied, das in seinem Logeneifer und seiner Begeisterung für unsere Sache wohl unerreicht dastand. Er war ein einfacher und schlichter Mann, -er konnte zwar nicht, wie so viele, uns durch sein Wort begeistern, aber trotzdem war er der Besten einer; sein goldenes Herz, seine überaus grosse Güte, sein frommer. Sinn, und nicht zuletzt seine grosse Bescheidenheit, alle diese Vorzüge machten uns diesen Bruder so ausserordentlich werth und theuer und sein Heimgang bedeutet für uns einen grossen Verlust. Sie erinnern sich, in welch' zarter Weise, in welch' rücksichtsvoller Art er alljährlich wiederkam und für' seine würdigen undverschämten Armen die Spenden von der. Loge forderte, und welche Freude er empfand, wenn seinen bescheidenen Bitten Gewähr geleistet wurde. Er fühlte sich an seinem Platz, wenn es galt, mit diesen Spenden den Armen zu nützen, den Kranken in ihrem Elend Erleichterung zu. schaffen. Das Andenken dieses edlen Mannes können wir nicht besser ehren, meine lieben Brüder, als wenn wir uns geloben, in seinem Sinne weiter zu wirken. Wir wollen als Erbt heil antreten, was er zu thun pflegte, seine Schutzbefohlenen sollen von jetzt an die unseren sein. Und nun möchte ich zum Schluss eines dritten lieben Bruders gedenken, dessen Grab sich eist vor zwei Tagen geschlossen, unseres geliebten Br. Dr. Prager. Noch stehen wir alle unter dem Eindruck des grossen Schmerzes und der tiefen Trauer um den Heimgang dieses braven Mannes, noch können wir uns nicht fassen und die Schwere und Tragweite dieses Verlustes nicht ermessen. Was Prag er für unsere Gemeinde war, und wie er für das Judenthum gewirkt und geschaffen, wir haben es aus beredterem Munde an der Bahre des Verstorbenen vernommen. Aber was er als Logenbruder geleistet, wie er in dieser

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