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Bericht der Großloge für Deutschland · 1905-08-01 · Nr. 6 - August · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1905
Issue
Nr. 6 - August
Date
1905-08-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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BERLIN, im August 1905. v No. 6. Bericht der Grossloge für Deutschland \ j ' U. O. B/B. Nachdruck sämmtlicher Artikel aus diesen Berif tten'verbo'ten. ' ■ ' 1 ■ ' " * < •' .,; ... /■ ■;{•-. -■, , i y,--u.'Vr::^' - . .. : i . . 9 ' ■ '■ * ■ v . .1 ■ ■ . ' *; 1 . r- ■ ' ■ ■ Fernsprecher: I). Wulff, VI. No. 4«11>, Wilhelmstrasse IIS. Das sociale Comite der Berliner Logen. Von Br. Dr. Maretzki. * * Es ist nicht etwa Inthätigkeit oder Mangel an Verständniss für Wohllährtsbestrebungeu, welche die Logen veranlagt haben, ein sociales Comite,einzusetzen. Seit Jahren bestehen schon [Ausschüsse für sociale Fürsorge, die gut arbeiten und vie geleistet haben, als da sind Ferienkolonie, Arbeitsnachweis, Toynbee-Halle, Frauen verein. Es hat also bei der Bildung des socialen Coniites nicht die Absicht vorgeschwebt, dies;n genannten Verbänden hindernd in den Weg zu treten, ihre Thätigkeit gar aufzusaugen, Vielmehr dachte man daran,, dass das sociale Comite helfend, ergänzend, anregend, unterstützend ihnen zur Seite stehen, dass es sich zur Vorbereitung, in deren Dienst stellen solle, gewi»nmasseu eine n eale Verbindung aller einschlägigen Comites darstellen soll. Gerade die eifreuliche Thatsache, dass auf dem Gebiete s( cialer Fürsorge so energisch, so erfolgreich, so fruchtbringend von uns gearbeitet worden isf, hat die Logen zur Erkenntniss geführt, wie viel noch auf diesem Felde zu thun ist, hat Kenntnisse socialer Aufgaben und Probleme in w^ite Kreise unseres Ordens gebracht, hat das Verstäudniss ui verbreitet und schaftlich den bearbeiten j und es geschehen, hier jede Loge ausbleiben, sie keiner rechten oder durch prn d Iuteresse für sociale Pflichten geweckt und zu dem Ergebniss geführt, dass die Berliner Logen je eiu sociales Tonnte erwählt haben, welche gemeinsocialen Gedanken aufnehmen, die Aufgaben durchführen wollen. — Gemeinschaftlich soll damit die Kräfte der einzelnen Logen sich nicht zersplittei n, die Arbeiten sich nicht verstreuen. Wenn für sich arbeitet, würden Widersprüche nicht würden sich gegenseitig hemmen, es käme zu vrafteutfaltuug. Und dann küunen die Berliner Logen nicht g^uug gemeinsame Aufgaben auf sich nehmen, gemeinsame Thi.tigkeit entfalten. Das stärkt den Zusammenhang, bringt i reudigkeit den Mitgliedern und verleiht den Arbeiten ein ungleich giösseres Gewicht. '• .'• Dabei wi :d immer wieder die Frage aufgeworfen, ob es richtig und zweckmässig ist, für die Juden in Berlin noch in besonderem Maasse Fürsorge zu schaffen, wo doch in unserer Stadt 1 on der Verwaltung, der jüdischen Gemeinde, ate Vereinigungen und Stiftungen eine grosse Anzahl AVohlfa irtseinrichtungen bestehen, welche ihre Wohlthaten ertheilei ohne jede Beschränkung, ohne konfessionelle Rücksicht, oder in reicher Weise nur .Juden bedenken. Es ist das oliue Weiteres.zuzugeben und'anzuerkenneu,' dass ein so humaner Geist in der. städtischen Verwaltung und anderen Verbänden herrscht. Aber wiederum lasst es sich nicht bestreiten, dass wir .luden die••Verpllichtung haben, in noch besonderer Weise Fürsorge , für unsere Glaubensgenossen zu tretten, namentlich bei Zuständen, wo der Staat und die Gemeinde uiclit eingreifen kann,und auch dazu nicht verpflichtet* ist. Wir können und dürfen uns dieser Pflicht nicht entziejieu. das ist seit Jahrtausenden traditionell bei uns, und eine gewisse Eigenart unserer. Glaubensgenossen (icherinnere an die über 10000 bei Ulis, ansässigen osteuropäischen Juden) erfordert es geradezu. | Jch glaube nicht, dass dein widersprochen werden kann, es ist «in Naturgesetz für uns geworden. Lad unser <)rdeu wurzelt ja fest in diesem Boden, dieser Boden hat sein Wacusthum: gefördert und hochragend eniporsciiiesseu lassen uud ist zu einem. viel\ eiä>telteii, Weitverzweigten, herrlichen Baum geworden, — Wenn ich nun därau vjjebe, die Zwecke, Ziele. Aufgaben, Kichtungslinien zu zeichnen,. die Arbeiten zu skizzieren, welche das Goaut« zu lwsten haben wird, so möchteick zunächst einige allgemeine Gesichtspunkte aufstellen, die das Comite als Führer auf den Weg nehmen soll, um dann die speciellen Aufgaben zuj schildern, s— Iii erster Reihe muss es die Aufgabe deS'.CoBBitfe sein, sich Kenntniss von dem Vorhandensein, Umfang uud Tiefe eines socialeu Schadens zu verschallen, es muss sich iüWmiereir* durch genaue Untersuchung statistischer, ökonomischer Art, um sich eine zuverlässige l nterlage für etwaige Massnahmen zu verschallen. Nichts ist schädlicher für eine sociale.Arbeit, als wenn man ohne sichere Grundlage, ohne genaue Kenntniss der Materie, ich möchte sagen ius Blaue hinein redet, beschliesst und ausführen will; sie wird jedes Mal fehlschlagen. — Sind diese beschallt, so wird in zweiter Reihe eine Organisation eintreten müssen. Es wird das'Beduilniss, die Notwendigkeit, die beste und leichteste Ait der Griiudung zu prüfen sein.? Werden mehrere Vorschläge .gemacht, so muss erwogen werden, welcher zu allererstuud "zumeist in Angriff zu nehmen sei, nicht minder die Ausführbarkeit, die I i w^rung uud Schnelligkeit der Ausführung;, der Ko>tenauschlag muss , genau bedacht werden. Kurz, es muss in systematischer Weise organisiert werden, will man sicher und rasch zum Ziele gelangen. Und schliesslich wird "mau, nachdem Alles %

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