Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1905
- Issue
- Nr. 5 - Juni
- Date
- 1905-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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— 6>2 — erwähnt, dass er schon vor 15 Jahren bei einer Convention, die damals in Shreveport im 7. Distrikt stattgefunden, einen Toast auf die .,Religiöse Freiheit" zu halten die Ehre hatte. Die Rede des Gouverneurs war von dem Geiste echter Brüderlichkeit durchdrungen, er wies auf die vielen Vortheile des Staates für die kommende Einwanderung hin. und sagte, er freue sich, dass ihm die gute Gelegenheit gewoiden. die Anwesenden „willkommen zu heissen. Langanhaltender Beifall folgte der Rede des Gouverneurs, lür welche Br. Simon Wolf namens des Ordens Bnei Briss herzlichst dankte. Hierauf sprach der stellvertretende Bürgermeister von New- Orkans, der da erklärte, gekommen zu sein, .den Brüdern des Ordens Bnei Briss von Seiten der Stadt ein herzliches Willkommen entgegenzubangen. Der dritte Redner war der Kxgrossmeister drs Urdens der Freimaurer des Staates Louisiana, der in einer zu Herzen gehenden Weise der Versammlung mittheilte. dass es für ihn ein besonderes Vergnügen und ür den Freimaurerorden eine grosse Ehre sei. einer Institution, die gleichgesinnte Tendenzen verfolge, die :ait.ne Ubdicbaft entgegenbringen zu können. Die Anwesenden würden nicht nur durch den Inhalt der Worte des Redners, sondein auch durch den innigen, herzlichen Vortrag desselben entzückt, und die Beantwortung durch -den Gross-Prä:-. I!r. Wolf stand vollkommen im Einklang mit dem. was die beiden Vorredner ausgeführt hatten. Das Bureau constkuierte sich durch die Wahl des Br. Julius Hirsch aus Vkksburg zum.zeitweiligen Vorsitzenden, und des Br. Adam Wiener von New-Vork zum Secretär. Eine grosse Anzahl Telegramme wurden verlesen, darunter auch ein solches von der Wittwe des verstorbenen Ordens- 1' .3. Br. Leo- X. Levi. welch letzteres die Convention unter den Ausdrücken herzlichster Antheilnahme erwidert. — In der Xachmittagssitzur.g wurde Br. Godchaux A. Levi. von Victoria (Texas), Bruder des verstorbenen Leo N. Levi. als permanenter Vorsitzender der Convention erwählt, und auch die Wahl der Vicepräsidenten, und zwar für jeden Distrikt eine», erfolgte einstimmig. Für. uns ist es von Interesse, aus dem Bericht zu ersehen, dass die TJelegierten des österreichischen Distrikts, weil sie nur ernannt." und nicht, .wie ' das Gesetz es vorschreibt, erwählt worden sind, zu den Sitzungen der Convention wohl zugelassen wurden.- indessen ohne Stimmrecht. Mit der Prüfung der Delegierten-Mandate ist die Nachmittagssitzung bis spät Abends ausgefüllt worden. Nun begab sich alles nach dem Tempel Sinai, um die Rede, oder richtiger den Bericht des Ordenspräs. Br. Simon Wolf zu höyen. Der grosse, gewaltige Tempelbau war dicht' gefüllt, wenn nicht überfüllt, als Br. Simon Wolf, der als vorzüglicher Sprecher allgemein bekannt ist, über die Bestiebungen und heilsamen Werke des Ordens Bericht erstattete: über die Auslührungen des Br. Wolf selbst aber bringt der Bericht zu. unserem Bedauern nichts. Alsdann wird des längeren geschildert, welche Arrangements getroffen wurden zu Ehren und zur Unterhaltung der Delegierten und deren Damen; es würde zu weit führen, all diese Einzelheiten hier zu registrieren. In der folgenden Nummer der ..New-Orleanser Deutschen Zeitung" wird berichtet über die Besuche der Delegierten und deren Damen im jüdischen Waisenhause, dem Julius Weiss-Altenheim. in der Touro School, am ausführlichsten aber beschäftigt sich der Bericht mit der Isidor Neumannschen Gewerbeschule, der die Delegierten gleichfalls einen Besuch abgestattet haben. In letzterem Institut hielten die Brüder Simon Wolf und Rabbiner Leucht Ansprachen, die von dem Philanthropen, dessen Namen diese Schule trägt, in etwa folgender Weise beantwortet wurde: ..Hier in New-Orleans ist schon vieles geschaffen worden, mehr aber noch bleibt zu thun. Von früher Jugend an arbeitete ich für Eltern und Geschwister, und späterhin trachtete ich. irgend jemanden, sei es mit Geld oder gutem Rath zu unterstützen, denn Gott hat mir die Gnade erwiesen, mehr als ich bedarf, zu erringen. Wie ich zu nützen vermöchte, habe ich viel nachgedacht. Viel Schmuck und Ornamente für meine Frau anzuschaffen, die mir während der Zeit der Arbeit treu zur Seite gestanden, hiesse ihr mehr Mühe verursachen durch die Obhut, die solche Werthe erfordern. Da kam mir der Gedanke, diese Anstalt zu errichten, und in derselben auch vornehmlich Musik zu lehren, da ich solche von Kindheit an überaus liebte. Die von unseren Waisenkindern gestern vorgetragenen Kompositionen haben Sie, werthe Damen und Herren, schätzen gelernt. Ihre Anerkennung ist schon ein grosser Lohn. Viel habe ich darüber nachgedacht, wie ein Mann in meiner Lage, der alles den Vereinigten Staaten verdankt, da sie ihm Gplegenheit geboten, Reichthümer anzuhäufen, der Gemeinsamkeit zu helfen vermag. Darauf habe ich diese Gewerbeschule errichtet, eine Errichtung, die andere bewegen mag, ähnliches zu thun, denn die Arbeit ist noch lange nicht vollendet, sie hat nur eben begonnen und sie muss vervollkommnet werden. Nicht ich und meine Frau, sondern erst unsere Kinder werden die Erfolge wahrnehmen, wenngleich auch ich trotz meines grossen Besitzes keine grössere Freude kenne, als diese Schöpfung. Ich habe Einrichtungen getroffen, wonach der Bestand dieses Instituts für alle Zeiten gesichert ist. ebenso dass sie in meinem Sinne alle Zeiten hindurch geleitet werde." Mit einem warmen Appell an die Anwesenden, wenn sie in ihre Heimat zurückgekehrt sind, auf die Grossen und Reichen in Israel zu gleichem Thun einzuwirken, schliesst Br. Neumann seine Ansprache, der ein herzlicher, langanhaltender Beifall lolgte. Tags darauf beschäftigte sich die Convention mit der Berichterstattung der einzelnen Distrikte des Ordens, was längere Zeit in Anspruch genommen haben muss, denn erst spät Abends konnte sich die Versammlung nach dem Harmony-Club begeben, um an den von diesem Club gebotenen Arrangements theilzunehmen. Es wird dann noch über einen Empfang im Hause des Herrn Isidor Neumann berichtet, worüber sich die Schilderung in höchster Anerkennung äussert. Donnerstag, den 23. März, begann die Sitzung der Convention schon morgens!»Uhr, sie wurde durch den Besuch des Grossmeisters des Freimaurerordens des Staates Louisiana ausgezeichnet, der mit dem ehrwürdigen greisen Grosssecretär erschienen war, um auch seinerseits die Convention zu begrüssen. In herzlich brüderlicher Weise betont dieser Grossbeamte des Freimaurerordens all das Gute', was der Bnei Briss-Orden schon geleistet, und gab seiner Freude darüber umsomehr Ausdruck, als der Freimaurerorden ja dieselben Prinzipien verfolgt. Natürlich dankte in herzlichen Worten der Grosspräs. Br. G. A. Levi. Alsdann geht aus dem