Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1905
- Issue
- Nr. 3 - April
- Date
- 1905-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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— 42 — Genüssen den Besuchern im Laute eines halben Jahres geboten wurde. Das wurde nur dadurch möglich, dass eine grosse Zahl von Brüdern selbstlos Zeit und Kraft in den Dienst der guten Sache gestellt hat. Wir können es uns an dieser Stelle nicht versagen, unsere Brüder Dr. Ewer und •Julius Lindenheyii zu nennen, die mit biecenhaftenl Fleiss für die wissenschaftlichen und unterhaltenden Vorträge gesorgt haben und denen ein grosser .Theil des Dankes gebührt, dass alles so wohl gelungen ist. Das Institut der^ Krankenschwestern gab zu mancher Aussprache1 Gelegenheit, wir freuen uns des Gedeihens dieser Einrichtung. Viel Raum in unseren Berathungen nahm die Auswandererfrage oder besser gesagt, das unbeschreibliche Elen l unserer östlichen Glaubensgenossen in Anspruch. Die bereits vor etwa einem Jahre von unserm leider kürzlich dahingegangenen Bruder Konsul Simon-Hannover gegebene1 Anregung in dieser Angelegenheit hat uns die ganze Zeit hindurch beschäftigt und wir sind erfreut, dass durch die gemeinsame Thätigkeit des Ordens mit dem Hilfsverein der Deutschen Juden für die bestmögliche Lösung dieser Frage volle" Gewähr geboten wird. Innerhalb der D. R. L. war die Arbeit der Loge und ihrer Comites rege und erfolgreich. Reiche Spenden, die von vielen Brüdern bei verschiedenen Gelegenheiten dargebracht wurden, vergrösserten die Fonds und befähigten namentlich das Unterstützungs-Comjte, mit vollen Händen zu geben, wo die Noth an die Thülen pochte. Das. Institut def Pflegschaften fand weitere Ausbildung, die Bibliothek wurde vergrössert und wird von*Mouat zu Monat mehr in Anspruch genommen. Für geistige Fortbildung und t nterhaltung wurde viel gethan, eine Reihe von Vorträgen, teils öffentlich, teils innerhalb der Loge nahm das lebhafteste Interesse der Brüder in Anspruch. MBMjBj, ,1 ■ w | l*. a. sprachen: Br. Dr. Weisse über ..Spinoza",! „ Espr. Stein „ - .,Zweck der Toynbeehalle1',; Dr. Maretzki. . Gesundheitsverhältuisse der Juden", Dr. Zander r ,,Babel und Bibel". ,. Dr. Alexander Katz über ,,Der Prozess gegen die märkischen Juden 1 "»10 ', i „ Apolant über .Schleiden und dessen Veröiteutlichungen über das Judenthum''. .. Paul Simon über -,,Ein Ehrenretter der jüdischen Aerzte". . I „ Rt. Poppelauer über Kaufmannsgerichte. „ Dr. Ewer über .,Ein seltsames Erlebnis", Rt, Schindler über ..Ein Streifzug in das Gebiet der Philosophie und Medizin''. . Dr. Metzenb-rg über „Ein Besuch von Venedig". „ Lindenheim über Radium, „ Dr. Nathan über ,,Die Auswandererfrage und die Lage .der Jaden in Osteuropa". Daneben wurde eine Reihe von eingebenden Referaten innerhalb der Loge gehalten, von denen viele unsere eigene Thätigkeit selbst bebandelten. Einen breiten Raum nahm die Lokalfrage in den Debatten der letzten Monate ein und es ist begründete Hoffnung vorhanden, dass wir in absehbarer Zeit eine würdige Stätte liir unsere so würdige Thätigkeit erhalten werden. Die socialen Aufgaben, denen . wir gemäss unsern Satzungen unsere Aufmerksamkeit zu widmen haben, sind ausserordentlich zahlreich. Manche von diesen Aufgaben erheischt recht intensive Arbeit und wir haben uns entschlossen, für das nächste Jahr ein neues sociales Comite einzusetzen, um auf einigen Gebieten, die wir bereits ins Auge gefasst haben, mit neuen praktischen Einrichtungen an die Oeffentlichkeit zu treten. Der Bericht der Grossloge für den Monat Februar führt Klage darüber, dass die in den Berichten enthaltenen Aufsätze oft achtlos gelesen werden und ihren Zweck, anregend xia& befruchtend auf die Logenthätigkeit zu wirken, nicht erfüllen. Wenn dieser schwere Vorwurf auch die Deutsche Reichs-Loge treffen soll, so fühlt dieselbe sich veranlasst, ihn durchaus zurückzuweisen. Wo ein derartig reges, geistiges Leben fiuthet, wo Anregungen zum Wohl und Gedeihen der Gesammtheit in einer Fülle vorhanden sind, dass der Stoff nicht zu bewältigen ist, wo durch die eigenen Führer eine' derartig .fruchtbringende Thätigkeit entfaltet wird, wie bei uns, da bedarf es solcher Vorwürfe nicht. Und ausserdem würdigen wir, auch die Monatsberichte eingehender Besprechungen; dass seitens der Loge keine Rückfragen und Rückäusseruugen bei dem Redaktions-Comite eingehen, berechtigt keineswegs za dem Schlüsse, dass kein oder zu geringes Interesse für die oft geistvollen und von hohem sittlichen Ernst getragenen Aufsätze vorhanden ist. Wir thun unsere Pflicht, wir arbeiten weiter, wie wir es gelobt, an der sittlichen Vervollkommnung unserer selbst und unserer Glaubensgenossen. Man rechne es uns , nicht als Ueberhebung an, wenn der Schreiber dieses das Wort Goethes variiert auf unsere Arbeit anwendet: „Wir schaffen mit am sauseqden Webstuhl der Zeit und wirken der Gottheit lebendiges Kleid." ' ' Coocordla-Loge in Kattowitz Bericht der Concordia- Loge für die Zeit vom 1. Januar 1002 bis Ende December 19<>4. Unsere Loge, welche Ende 11)01 ca. 100 Mitglieder zählte, hat nunmehr einen Mitgliederbestand von 119 Brüdern, darunter sieben Expräsidenten, von denen einer dem General- Comite angehört. Seit dem l. Januar 1902 wurden 25 neue Candidaten eingeführt, während acht ausgeschieden sind und zwei Mitglieder uns durch den Tod entrissen wurden. In dem genannten Zeitraum haben 61 ordentliche, zwei ausserordentliche Sitzungen, eine Specialloge, zwei Festlogen und eine Trauerloge stattgefunden. Die Logensitzungen wurden durch 15 von Brüdern unserer Loge abgestattete Referate belebt, ausserdem wurden folgende Vorträge gehalten: Rabbiner Dr. Colm, Kattowitz: „Die Faustidee in der Bibel". Dr. Moses, Berlin: „Morris Rosenfeld und seine Dichtungen". Br. Rechtsanwalt Reich: „Ueber Hypothekenrecht".