Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1905
- Issue
- Nr. 3 - April
- Date
- 1905-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 11)
- Language
- German
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— 41 — vf Tages ist das Studium Raschis der Beginn und die, Grundlage jedes erweiterten Religionsunterrichtes. Da es nun Aufgabe unseres gel. Ordens ist, Kunst und Wissenschaft zu unterstützen und in erster Linie die Wissenschaft unseres eigenen Volkes hierbei in Betracht kommt, andererseits wir Israeliten zur Förderung der höchsten Interessen der Menschheit uns vereinigen wollen, und die Wissenschaft die Menschheit am ehesten zusammenzubringen vermag, so halte ich es für eine hervorragende Pflicht unserer w. Logen, dass sie das Andenken dieses um das geistige Gut unseres Stammes so hochverdienten Grossen in würdiger Weise feiern. In erster Reihe denke ich mir, dass von den Logen geeignete Brüder veranlasst werden, in geschlossener, besser aber noch in offener Loge einen der Bedeutung des Gefeierten entsprechenden Vortrag über sein Leben und Wirken zu halten, sodass Brüder und andere Glaubensgenossen eine Vorstellung von seiner hohen Bedeutung erhalten. Ferner dürfte es an gebracht sein, dass die Logen aus ihren Fonds Beiträge leisten zu der zu errichtenden Raschistiftung, welche den Zweck hat, einerseits noch ungedruckte, nur im Manuskript vorhandene Werke Raschis drucken zu lassen, andererseits Jünger der jüdischen Wissenschaft in ihren Studien zu fördern. * I Wenn wir sehen, wie unsere Landsleute das Andenken Schillers feiern, so dürfen wir Israeliten und besonders wir Bne Briss, die wir ja zuvörderst die Ideale zu pflegen uns vorgesetzt haben, nicht zurückbleiben, wenn es gilt, einen wahren jüdischen Grossen zu ehren. Aus den Logen des VIII. Distrikts. Deutsohe Relobs-Loge, Berlin. Der U. O. B. B. ist zu einer Macht innerhalb der deutschen Judenheit geworden. Bei allen grösseren Fragen, welche die gesamte Judenheit bewegen, wird der Orden als ein Hauptfaktor in Betracht gezogen. Woher kommt das? Nach jahrzehntelanger, emsiger Arbeit im Innern hat er es gewagt, an die Oeffentlichkeit zu treten und stellte für die erwähnten Fragen Intelligenz, Arbeitskraft und Mittel zur Verfügung. Die innere Arbeit hat uns stärker gemacht, als wir ahnten und als wir wohlgerüstet hinaustraten, erkannten die älteren und jüngeren Institutionen, die zu ähnlichem Thun sich gebildet hatten, die Macht dieses neuen Bundesgenossen und traten gern zu ihm in innige Beziehungen. Diesen Erfolg danken wir unsern Führern, die als vorsichtige Strategen klug mit dem Vorstande abwägen und oft zurückhalten mussten, wo die Bruderschaar mit begeistertem Herzen vorwärts zu stüimen willens war. Aber andererseits dürfen wir auch nicht vergessen, dass Führer ohne Truppen machtlos sind. Und wie stellt sich diese Truppenschaar unserm Blicke dar? Sie beherbergt eine solche Fülle von Geist und Thatkraft, dass wir auch für die Zukunft unbesorgt sein dürfen. Ein Nachwuchs in der Führerschaft wird jederzeit zur Stelle sein. Vorweg aber finden Geist und Thatkraft Bethätigung innerhalb des Ordens und der Lngeu und das ist zunäclist die Hauptsache. ' >' Die Deutsche Reichs- und Leopold Zunz-Loge beschliesst am 20. März das 23. Jahr seit ihrer Begründung. Ein Abschnitt angestrengter Arbeit liegt hinter uns. Aber wir haben nicht umsonst gearbeitet: Reiche Befriedigung schwellt unser Herz uud spornt uns. zu weiterer Thätigkeit an. Unsere Bestrebungen eröffnen uns ein so ausgedehntes Arbeitsfeld und je weiter wir arbeiten, desto mehr Arbeitsgelegenheit bietet sich uns. Ein Ausruhen giebt es nicht, Stillstand wäre Rückschritt, „rast' ich, so rost' ich." Diese Devise scheint unser w. Präsident Dr. Metzenberg sich zu eigen gemacht zu haben? Mit unermüdlichem Eifer versteht er, die Brüder anzuspornen, wo es nöfhig ist, Lässige heranzuziehen, wo nur Nachlässigkeit die Ursache der Lauheit ist und mancher Bruder, der jahrelang den Sitzungen ferngeblieben ist, erschien wieder dank * der Initiative unseres Dr. Metzenberg. Mit einem Bestände von 307 Mitgliedern trat die D. R. L. in das Berichtsjahr. Sieben liebe Brüder sind uns während desselben vom Tode entrissen worden, '-J- Ehre ihrem Andenken —, mit einem Bestände von 348 Brüdern beschliessen wir unser 23. Geschäftsjahr und noch harrt eine stattliche Zahl von Aufgenommenen und Angemeldeten^ der Einführung resp. Aufnahme. 32 Sitzungen haben während des Jahres stattgefunden, die durchgängig ellfen befriedigenden Besuch aufwiesen; die geringste Besuchszahl betrug 40, die höchste 130 Anwesende, der Durchschnitt stellt sich auf etwa (35 Brüder. Bei einer Mitgliederzahl von über 3C0 Brüdern ist das nur ein geringer Prozentsatz, wenn wir aber die örtliches Verhältnisse in Betracht ziehen, können'wir mit. dem Besuche wohl zufrieden sein. Reges geistiges Leben durchfluthete unsere Sitzungen. Ferienkolonien, Arbeitsnachweis und Töynbee-' halle, die drei eigensten ginder der Berliner Logen, gaben zu vielfachen Erörterungen und zu emsiger Thätigkeit Veranlassung. Die Namen unserer Brüder'Adolph Meyer, Bis Ber und Albert Joachim bedeuten' ein Programm für diese drei Institutionen. , Welchen Segen Ferienkolonien und Arbeitsnachweis bisher gestiftet haben, dürfte den" Brüdern aus den betr. Jahresberichten bekannt sein. Von Jahr zu Jahr mehrt sich die Zahl derjenigen, denen die Wohlthaten dieser Einrichtungen zu Theil werden, aber noch viele suchen vergeblich Hilfe nach. Mit den vorhandenen Mitteln muss gerechnet werden und diese zu vergrössern und damit der Thätigkeit von Ferienkolonie und Arbeitsnachweis eine noch weitere Grenze zu ziehen, wird Sache derf Brüder sein müssen. Und die Toynbeehalle! Wahrlich,"• wir -können voller. Befriedigung auf das erste Halbjahr ihres Bestehens zurückblicken. Die Toynbeehalleist ein Bedürfnis ,für Berlin, dieser Beweis ist erbracht, nur wird bei der eminenten Bedeutung derselben das Comitc darauf bedacht sein müssen recht bald für erweiterte Räumlichkeiten Sorge zu tragen — Es ist geradezu erstaunlich, Welche Fülle von geistigen