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Bericht der Großloge für Deutschland · 1905-04-01 · Nr. 3 - April · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1905
Issue
Nr. 3 - April
Date
1905-04-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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— 37 — die herzlichen Glückwünsche . und brüderlichen Grosse ihrer Logen. Im Ganzen waren 72 auswärtige Brüder ahwesenc unter ihnen eine grosse Anzahl, welche zu Lissa und den Lissaer Brüdern intim verwandtschaftliche und freundschaftliche Beziehungen hatten, denen Br. Krall von der Berth Auerbach-Loge noch besondern Ausdruck dadurch-gab, dass er als Lissaer Kind sich die Genehmigung erbat, lebens länglich seine Beiträge der Raphael Kusch-Loge zuwenden zu dürfen. Präsident der Raphael Kosch-Loge ist das Mitglied des Abgeordnetenhauses Br. Justizrat Wolff, der in seiner nun folgenden Ansprache etwa Folgenides ausführte: Zunächst dankt Br. Wolff im Namen der neu gegründeten Raphael Kosch-Loge der Grossloge für die Bewilligung des Freibriefes, womit dem Orden seine Bestrebungen geschaffen Redner den Delegierten und i schienenen für deren Theilnahm ine neue Arbeitsstätte für orden ist. Ferner dankt n Logen, sowie allen Er an dem Installationsfeste Alsdann weist Redner darauf hin, wie die Bemühungen um die Begründung einer Loge in \ Lissa schon Jahre zui reichen, und dass mancherlei Widerstände zu überwinden waren, ehe an die Schaffung der Loge gegangen werden konnte. Zwei Umstände seien es besonders gewesen, die dem Plane entgegengestanden: man konnte sich von der Berechtigung einer rein confessionellen Loge nicht überzeugen, and man wollte der alten jüdischen Ressource „Harmonia" nicht Ab bruch schaffen. Man glaubte, die wahre Menschlichkeit und Duldsamkeit nur da voll bethätigen zu können, wo Christen und Juden gemeinschaftlich an den Werken der Menschenliebe, Menschenveredelung und Toleranz wirken. Allein man konnte sich nicht verhehlen, dass dieses ideale Streben nur dann seine Verwirklichung finden könne, wenn auch die Andersgläubigen es bethätigen, dass wir aber heute weit von diesen Zielen entfernt sind, da die Freimaurerlogen hier Juden nicht aufnehmen, und die sonstigen Logen nach der Art ihrer Zusammensetzung entweder fast ausschliesslich nur Juden oder fast ausschliesslich nur Christen zu ihren Mitgliedern zählen. Solange aber jenes ideale Ziel einer Verschmelzung der Confessionen' in den Logen nicht zu erreichen ist, solange Juden ihres Glaube is willen von ihnen zurückgewiesen werden, solange bleibt nichts anderes übrig, als sich mit Logen zu begnügen, welch«! ihrerseits nur Juden aufnehmen, zumal diese Logen auch speziell jüdische Interessen — die Förderung der materieller. Lage und der bürgerlichen Gleichstellung unserer in ihren Rechten beeinträchtigten Glaubensgenossen — sich zum Ziele setzen. Was aber die in Lissa seit über 75 Jahren bestellende Ressource „Harmonia" betrifft, so hoffe man, dass ihr Weiterbestehen durch die Raphael Kosch-Loge nicht gefährdet sei. Diese Ressource führt einen Theil der Ziele der Loge auch in ihrem Programm: Zusammenführung der Mitglieder durch Geselligkeit zur Brüderlichkeit, Ausgleichung der gesellschaftlichen Gegensätze und Wohlthätigkeit. Aber die Zwecke der Loge reichen viel weiter, und der hohen Bedeutung dieser Zwecke konnte man sich nicht verschliessen. Ausserdem sagte man sich, dass diese Zwecke sehr , viel wirksamer und nachhaltiger sich durchführen lassen in der gemeinsamen. Bethätigung einer grossen Anzahl Glaubensgenossen in der festen Gestaltung der Logen nnd in der Concentrierung zu einem Logenverbande. Darum habe sich schliesslich die Ueber zeugung durchgerungen, dass die Gründung einer Loge in Lissa wünschenswerth sei. In einer Beziehung findet" die Loge in Lissa bereits ein vorbereitetes Feld, namentlich in Bezug auf die Frage welche Grundsätze bei der Aufnahme von Mitgliedern massgebend sein sollen. Die Ressource .,Harmonia' habe al? ersten Grundsatz, dass die besten. Glaubensgenossen, die makellosesten und die edelsten, gerade gut genug für die Aufnahme' seien. Das, so führt der Redner weiter aus: „denke ich mir aus als den obersten Gesichtspunkt, der uns bei der Aufnahme leiten soll. Wer makellos in seinem Lebenswandel, wer lauter in seinem Charakter, wer uneigennützig und selbstlos in der Förderung des Wohles seiner Neben - menschen — der einzelne, wie die Gesamtheit — wer endlich rechtschaffen und gewissenhaft ist, 4er — aber aucli nur der —- hat einen Anspruch auf die Aufnahme. Oder mit anderen Worten: Jedes Mitglied muss für sich ein Raphael Kosch im Kleinen sein. Es muss. als eine Ehre und eine Auszeichnung gelten, Mitglied * unserer Loge werden zu können. Auf diese Weise hoffen 'wir zunächst in unseren eigenen Mitgliedern nur vorwurfsfreie, warmherzige und ausgezeichnete Bürger unserer Stadt zu finden. Wir. hoffen, dadurch auch unsere Glaubensgenossen ausserhalb der Loge anzuspornen zu einem tadellosen, rechtschaffenen, im. besten Sinne vornehmen Lebenswandel, Weil nur ein solches Verhalten ihnen die Anwartschaft auf die Aufnahme in unsere Loge gewährt. Mit dieser sittlichen Hebung der Glaubensgenossen dienen wir nicht nur unserer Stadt, den Lögen unseres Ordens, sondern auch dem Staate und dem Vaterlande im besten Sinne. Wir wollen nach innen und aussen eine Musterloge sein. Wir rufen „vivat floriat der Raphael Kosch-Loge", unsere Parole ist nicht ..crescat'', denn wir legen keine so erhebliche Bedeutung der grossen Zahl bei; als dem innern Werth der Mitglieder. Nicht die Quantität, sondern die Qualität soll bei uns entscheiden." Nach Schluss der Installationsfeier vereinigte ein Festmahl etwa 120 Brüder in' schönster Harmonie genussreicluj Stunden hindurch. Das Fest war vornehm arrangiert, es war gewürzt durch bedeutsame Reden, es verlief geradezu glänzend in allen Teilen. Der 19. März' wird allen unvergesslich bleiben, er wird aber auch für alje Zeiten ein Ehrentag für die Raphael Kosch-Loge und für den -Orden sein. — ' ■ I . " •« ■ J - .-•*-•> r ■ i't jß D. Lj c h t e n s t e i n , Ex-Präs, d. Deutschen Reichs-Loge. Lothringen-Loge l.W Nr.-591 in Metz. Die Reisenden des Frankfurt-Pariser Schnellzuges müssen am 06, März keinen kleinen Schrecken verspürt [haben, als sie in St. Johann aus ihrer beschaulichen Ruhe aufgeschreckt - wurden und zusehen mussten, wie die vorher fast leeren Wageuabtheile sich im Nu mit. einer grossen und — sagen wir es offen — ziemlich lebhaften Reisegesellschaft füllten. Es waren die zur Installation der JjOthringen-Loge nach Metz reisenden Delegierten, die am Abend vorher die Sitzung der Saar-Loge besucht hatten und nun verstärkt durch eiue , Anzahl Brüder dieser Loge die Weiterreise nach Metz antraten. - ■ ' " * ' m * '*"*. " '( \' *t An den historischen Schlachtfeldern von Spichern vorbei sauste der Schnellzug nach * Welschland zu, um nach

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