Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1905
- Issue
- Nr. 3 - April
- Article
- Beilage zu Nr. 3
- Date
- 1905-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 11)
- Language
- German
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vielleicht gerade unsere Loge durch dieses segensreich ^Wirken des Unterstützungsansschusses wieder einmal dazu berufen, einen frommen Wünsch zur segensreichen That werden zu lassen. An den Gambia g- und an den Dr. Heinrich Heinemann Fond worden in diesem Jahre Anforderungen nicht gestellt, ebensowenig — dem Himmel sei Dank — an den Wittwen und Waisenfond; alle diese Fonds aber sind, ebenso wie der neugegründete Dr. Horovitz-Fond, im vergangenen Jahre wiederum durch Schenkungen der Brüder gestärkt worden, am erheblichsten der Wittwen] und Waisenfond und zwar um M. 2697.34, sodass derselbe jetzt sich auf ca. 45000 beläuft. an dem von unserer Loge der israelitische Hulfsverein Wie bekannt, wirken inaugurirten Arbeitsnachweis und der israelitische Handwerkerverein mit uns gemeinschaft lieh. Verausgabt wurden von diesem Comite erhebliche Beiträge als Beihülfe für eine Anzahl Lehrlinge sowie als Mittel zum Betriebe des Kleinhandels. Seit dem 6. Sept. 1904 wird ' eine ordnungsmäßige Statistik für Arbeitsnachweis geführt, und es sind seit diesem' Tage von dem Comite 14 Arbeitsuchende untergebracht worden. ' ■ Nor5h vieles müsste ich im einzelnen anführen und noch mehr ausführen, wollte ich ein absolut vollständiges Bild der Tliätigkeit der Frankfurt-Loge im abgelaufenen Jahre geben Um indessen, unseren lieben Festredener bald zu Worte kom men zu lassen, - werde ich mit ihrer gütigen Erlaubnis nur nur noch das besonders Wichtige und auch dieses nur ganz kurz hervorheben. im vergangenem Jahre einen Dies ist mit Bücksicht auf Br. Bibliothekar bislang zur Unsere Bibliothek hat guten Aufschwung genommen, die geringen Mittel, die dem Verfügung standen, besonders anerkennenswerth. Eben sind wir im Begriff, die Bibliothek bedeutend zu erweitern, was mit Hilfe einer neugewählten Bibliothekskommission geschehen wird, der reichlichere Mittel an die Hand gegeben werden sollen. Auch unser Archiv wird demnächst nach einem kürzlich gefassten Logenbescbluss einer Neuordnung und Verbesserung in Bezug auf Aufbewahrungsraum und Art entgegengeführt werden. Im vergangenen Jahr ist die Zahl der Ausschüsse unserer Loge um 2 vermehrt worden, einmal um den Anmeldeausschuss, dem die schwierige Aufgabe zugefallen ist, die Aufnahmegesuche, bevor sie zur statutengemäßen Behandlung an die Loge gelangen, einer eingehenden Vorprüfung zu untei zieheu, und um den sozialen Ausschuss, welcher die soziale Lage unserer bedürftigen Glaubensgenossen, namentlich in unserer Stadt, einer fortlautenden Prüfung unterziehen und Anregung zu neuen Thaten der sozialen Fürsorge geben soll. Hoffen wir, dass der soziale Ausschuss welcher zu arbeiten bereits begonnen, seiner grossen Aufgabe sich stetig bewusst bleibt und dass aus seinen Anregungen reicher Segen für die Aermsten der Armen erwächst. Dass der Fond für unsere Volksbibliotheken, von denen 19 sich auf dem Lande in Benutzung befinden, sich im letzten Jahre erheblich gemehrt hat, möchte ich gleichfals mit Freuden erwähnen und dabei bemerken, dass wir im Begriff sind, wieder eine Anzahl von solchen Bibliotheken em das Land hinausschicken, und -damit zur Bildung seine armen jüdischen Bewohner beizutragen. "Zur Förderung des Religionsunterrichts daselbst hat wie in den Vorjahren, so auch in diesem Jahre der Deutsch-Israelitische Gemeindeband von uns einen Beitrag von M. 500 ei halten; ebenso wurde auch in diesem Jahre M. 300 zur geistigen Hebung der hier domizilirten galizischen Glaubensgenossen aufgewendet. Aber soll die jüdische Gemeinschaft die ihr durch ihre historische Mission zugewiesenen Aufgaben vollkommen erfüllen, so muss unser Losungswort das Losungswort der ganzen Judenheit werden. Aber wie weit sind wir noch von diesem Ideal, dem unsere ganze Arbeit, unser Weisses Ringen, unsere hohe Hoffnung, unsere standhafte' Treue gilt, wie weit sind wir doch noch von ihm entfernt! Noch schlägt innere Widersacberei und unsere unglückselige Neigung" zur Selbstaufgabe, zum Untertauchen, wie ein gerade .' in letzter Zeit geläufig gewordenes Wort den furchtbären'Blutverlust an unsere Gegner nennt, uns die schwersten Wunden und gar häufig bekommen wir die bittere Wahrheit zu. kosten, 4ass *es erst ganz schlimm in unseren Reihen aussehen muss, wenn etwas zur Besserung geschehen soll. Aber die Besserung hat begonnen und noch ist die siegende und überwindende Wunderkraft, die in unserer Gemeinschaft steckt,;nicht erloschen. Dank ihrer und trotz aller freiwilligen und unfreiwilligen Aderlässe sind wir immer noch da, ja wir sind sogar vorangekommen. In der Erniedrigung seiner gedrückten Lage hat Israel sich endlich wieder seiner historischen Mission erinnert, und der Gedanke an sie bewährt wiederum seine alte Wunderkraft: Israeerhebt sich, und wenn es weiter zu dieser seiner Mission steht, daun hat es von .seinen Feinden, mögen sie es anch noch so umdrängen, nichts zu fürchten. Möchten wir auch im nächsten Jahre auf deni Wege zur Erhebung ein gut Stück vorwärts schreiten! .* Aus den Logen des VIII. Distrikts. Sinai-Loge in Cassel. Die Sinai-Loge Cassel bat in diesem Jahre wegen Trauer und Krankheit verschiedener Brüder, sowie aus anderen Gründen,; davon abgesehen eine grössere Sfiftungsfeier zu veranstalten. Es wurde Sonntag den 29. Januar d. J , Abends 7 Uhr, im Kreise unserer Brüder im Saale des Hö'.el Meier, Oberste Gasse 50, der Geburtstag Seiner Majestät des Kaisers und Königs, und der Stiftungstag der Sinai-Loge i zusammen begangen. Der w. Präs. Br. LeopolcTPlaut begrüsste die anwesenden Brüder mit einer Ansprache, in welcher er darauf hinwies, dass eine Doppelfeier begangen, würde. Er gedachte Seiner Majestät des Kaisers als Schirmherrn des Deutschen Reiches, als mächtigen, genialen Herrschers, dem das Wohl aller seiner Unterthanen am Herzen läge, der in der Erhaltung des Weltfriedens, in „der Förderung des allgemeinen Besten seine Lebensaufgabe erblicke. Hierauf erfolgte ein kurzer Bericht über das Logenjahr-.1904 una ein Hinweis auf die reiche Pflege der Wohltbätfgkeit in der Sinai-Loge. Der Redner beleuchtet? des Weiteren die Tugenden unseres hochverehrten Kaisers und schloss, mit einem begeistert aufgenommenen dreifachen Hoch auf Seine Majestät.